Verkehrskonzept für Untertürkheim Idee: Buslinie von Rotenberg nach Rüdern

Von Mathias Kuhn 

Von Obertürkheim im Bus direkt in die Schleyerhalle und von Rotenberg in Richtung Rüdern? Noch sind das Visionen, aber die Verkehrsplaner prüfen diese Erweiterung der Buslinie 61.

Die Verkehrsplaner  überlegen, wie die Buslinie 61 erweitert werden  kann –  beispielsweise  von Rotenberg nach  Rüdern. Foto: Mathias Kuhn
Die Verkehrsplaner überlegen, wie die Buslinie 61 erweitert werden kann – beispielsweise von Rotenberg nach Rüdern. Foto: Mathias Kuhn

Untertürkheim - Von Obertürkheim mit dem Bus zur Schleyerhalle und zum künftigen Neckarpark? Noch ist es nur eine Vision. Doch der Stadtplaner Andreas Hemmerich und sein Team denken über die Verlängerung der Buslinie 61 nach. Eine Idee, die im Rahmen des Verkehrskonzepts für Untertürkheim geprüft wird. Es ist ein wichtiger Baustein des Masterplans Untertürkheim und wird auch die Stadtgestaltung im Ortskern und am Karl-Benz-Platz beeinflussen. Der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs spielt darin eine zentrale Rolle. Erste Überlegungen stellte Hemmerich den Bezirksbeiräten nun vor.

Mit dem Schusterzug, zwei Stadtbahn- und zwei Buslinien ist der Stadtbezirk gut ans Nahverkehrsnetz angebunden. Die Verkehrsplaner denken jedoch bereits ein halbes Jahrzehnt weiter. „Bis dahin ist der Neckarpark besiedelt. Dort wohnen Eltern mit Kindern, die vielleicht ins Untertürkheimer Schulzentrum gehen wollen. Und die Untertürkheimer wollen sicher im neuen Sportbad schwimmen“, so Hemmerich. Eine direkte Anbindung durch die Fahrzeuge der Stuttgarter Straßenbahnengesellschaft (SSB) könnte zusätzlichen Autoverkehr sparen. Deswegen nehmen die Verkehrsplaner die Buslinie 61 unter die Lupe. Die Busse fahren zurzeit von Obertürkheim zum Karl-Benz-Platz, von dort nach Rotenberg und dann wieder zurück. Hemmerich kann sich vorstellen, dass die Linie verlängert wird. „Von Obertürkheim könnte die Buslinie 61 künftig über den Karl-Benz-Platz zum Neckarpark fahren, die Schleyerhalle und das neue Sportschwimmbad damit direkt anbinden.“

Auch für den zweiten Ast hat der Verkehrsplaner eine Idee. Er prüft, ob der Bus von Rotenberg mit der Esslinger Linie 109 verknüpft werden kann. Die Linie 109 verbindet Rüdern sowie Sulzgries mit dem Esslinger Stadtzentrum. Im Rahmen des Verkehrskonzepts wollen die Experten nun analysieren, wie sich eine Verbindung über Uhlbach nach Rüdern realisieren lässt. In anderen Kommunen werden für solche Strecken Mini- oder kleine Zehn-Meter-Busse eingesetzt. Die Route würde über die Tiroler Straße führen. Wegen Bauarbeiten in Esslingen werden im Jahr 2019 interimsweise Linienbusse die Straße befahren – zum Leidwesen der Anwohner.

Das Radwegnetz hat nach Ansicht der Verkehrsplaner Entwicklungspotenzial

Auch die Fahrtroute der Buslinie 60 von Untertürkheim nach Fellbach stellen die Verkehrsplaner auf den Prüfstand. Bislang wenden die Busse noch am Karl-Benz-Platz. „Dadurch ist das eigentliche Ortszentrum rund um das Postgebäude und die Widdersteinstraße mit den Geschäften nicht direkt erschlossen“, sagt Hemmerich. Ideal wäre es aus Sicht der Verkehrsplaner, wenn der Bus an der Arlbergstraße – am östlichen Ausgang des Bahnhofs – eine Haltestelle ansteuern könnte.

Die Bezirksbeiräte und auch die Vertreter des Industrie-, Handels- und Gewerbevereins bekamen leuchtende Augen. „Das würde unseren Ortskern als Einkaufsgebiet aufwerten“, sagte Uta Smolik, stellvertretende IHGV-Vorsitzende. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Linienbusse zur Weiterfahrt von der Arlbergstraße in Richtung Mettinger Straße gelangen. Im Zuge der geplanten Umgestaltung und der Erschließung des künftigen Post- und AOK-Areals müsste diese Straßenführung berücksichtigt werden.

Auch das Radwegnetz hat nach Ansicht der Verkehrsplaner Entwicklungspotenzial. Beim Ausbau der Hauptradroute werden neue Verbindungen verwirklicht. So plant die Region Radschnellverbindungen. Die Strecke entlang des Neckarufers spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Kappelbergstraße bleibt aber vermutlich ein unlösbares Problem. „Dort werden wir in Aufwärtsrichtung keinen Radweg einrichten können“, vermutete Hemmerich auf Nachfrage von Werner Kapitza (SPD).

„Tolle Ideen für den Nahverkehr“, lobte Andrea Mathiasch (CDU) die Präsentation. Sie bat jedoch, auch an Parkhäuser oder Quartiergaragen zu denken. Auch eine Bewohnerparkregelung wie in der Stuttgarter Innenstadt und in Bad Cannstatt könnte in Betracht kommen.

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