Verkehrslärm in Waldenbuch An der Nürtinger Straße ist es deutlich zu laut

Von der Geschwindigkeitsanzeigetafel an der Nürtinger Straße sind die  Autofahrer eher selten  so beeindruckt wie in diesem Fall. Foto: Claudia Barner
Von der Geschwindigkeitsanzeigetafel an der Nürtinger Straße sind die Autofahrer eher selten so beeindruckt wie in diesem Fall. Foto: Claudia Barner

Aktuelle Berechnungen weisen hohe Belastungen an zwei Straßen nach. Der Gemeinderat von Waldenbuch will sich für eine Temporeduzierung und einen geräuscharmen Fahrbahnbelag einsetzen

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Waldenbuch - Nun haben es die Anwohner der Nürtinger Straße in Waldenbuch schwarz auf weiß. Die Lärmbelastung vor ihrer Haustür ist zu hoch. Aktuelle Messungen haben ergeben, dass bei einigen Häusern tagsüber die höchste Lärmklasse erreicht wird. „Auch nachts werden die Werte deutlich überschritten“, berichtete Gerd Braunstein vom Backnager Büro Soundplan am Dienstagabend dem Technischen Ausschuss des Gemeinderats. Bei den Untersuchungen im Rahmen der Lärmaktionsplanung hatte sich gezeigt: Auch in den Steigungsabschnitten der Liebenaustraße ist der Lärmpegel vergleichsweise hoch. In beiden Bereichen empfahl der Experte lärmmindernde Maßnahmen.

Für die Waldenbucher, die an der viel befahrenen Nürtinger Straße wohnen, waren die Aussagen des Ingenieurs keine Überraschung. Sie beklagen bereits seit Jahren, dass sie keine Ruhe finden. Mit der Installation einer Geschwindigkeitstafel hatte die Stadt versucht, die Raser zu bremsen. Der erhoffte Erfolg war jedoch ausgeblieben. Die betroffenen Bürger, die im Zuschauerraum des Ratssaals die Diskussion verfolgten, quittierten die Empfehlungen des Lärmexperten deshalb mit eifrigem Kopfnicken.

Positive Effekte möglich

„Da hier die Lärmklassen III und IV erreicht werden, wären die rechtlichen Voraussetzungen für Tempo 30 vom Ortseingang bis zur Einmündung der Echterdinger Straße gegeben“, regte Gert von Braunstein an. Rein rechnerisch könne damit eine Lärmminderung um 2,6 Dezibel erreicht werden. Auch vom Aufbringen eines lärmmindernden Fahrbahnbelags verspricht sich der Experte positive Effekte. „Selbst wenn Tempo 50 beibehalten wird, lässt sich so eine Minderung von 3 bis 4 Dezibel erreichen“, stellte er in Aussicht.

An der Liebenaustraße liegen die Werte nicht ganz so hoch. „Allerdings sind auch hier Überschreitungen der Lärmemissionen feststellbar“, lautet das Fazit des Ingenieurbüros. Da die Verbindungsstraße vom Liebenaukreisel zum Wohngebiet Kalkofen jedoch nicht als qualifizierte Straße eingestuft ist, sind die Lärmschutzrichtlinien für straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen dort nicht gültig.

Räte nehmen Herausforderung an

„Eventuell kann im Rahmen des pflichtgemäßen Ermessens in Absprache mit dem Landratsamt und der Straßenverkehrsbehörde eine teilweise Temporeduzierung auf 30 oder 40 Kilometer pro Stunde gefordert werden“, sagte Braunstein. Er ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass das nicht einfach wird. „Da muss der politische Wille schon sehr stark sein.“, gab er dem Gremium mit auf den Weg.

Die Stadträte nahmen die Herausforderung an. „Jetzt liegen endlich belastbare Zahlen vor. Ich plädiere dafür, Vorschläge für die Nürtinger Straße und die Liebenaustraße auszuarbeiten“, sagte FWV-Sprecherin Annette Odendahl. Auch Walter Keck (SPD) drückte aufs Tempo: „Die Lärmbelastung an der Nürtinger Straße ist eine unendliche Geschichte. Jetzt sollten wir endlich einen Knopf dran machen.“ Bürgermeister Michael Lutz sagte zu, einen Maßnahmenkatalog auszuarbeiten und damit auf die Behörden zuzugehen. Er stellte aber klar: „Für die Installation von Blitzern gibt es beim Landkreis keine Bereitschaft.“

Stuttgarter Straße: Werte nach unten korrigiert

Für Anwohner der Stuttgarter Straße, die auch auf Lärmschutzmaßnahmen gehofft hatten, gab es an diesem Abend keine guten Nachrichten. „Dort werden im Vergleich zu anderen Ortsdurchfahrten nur an wenigen Gebäuden unzumutbare Lärmwerte erreicht“, berichtete Gert Braunstein. Da am Streckenabschnitt zwischen dem Kreisverkehr am Weilerberg und dem Gewerbegebiet Bonholz bisher mit falschen Zahlen gerechnet worden war, mussten die Werte dort sogar nach unten korrigiert werden. Einen akuten Handlungsbedarf gibt es nach Auskunft des Gutachters deshalb nicht.




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