Verkehrsprobleme in der Schurwaldstraße Gesamtlösung für Gaisburg gesucht

Von Benjamin Schieler 

Die Schurwaldstraße, in der es regelmäßig zu erheblichen Verkehrsproblemen kommt, wird keine Anliegerstraße, weil dies nach Meinung der Stadtverwaltung nicht kontrollierbar wäre. Jetzt sollen die Stadtplaner andere Lösungen suchen. Ein Kreuzungsbereich soll im kommenden Jahr mit Step-Mitteln verkleinert werden.

Die Kreuzung bei der Bäckerschmide soll im Sommer 2015 umgebaut werden. Foto: B. Schieler
Die Kreuzung bei der Bäckerschmide soll im Sommer 2015 umgebaut werden. Foto: B. Schieler

Gaisburg - Nicht erst seit der Dauerbaustelle, die Autofahrern auf der Talstraße in diesem Jahr starke Nerven abverlangte, klagen viele Anwohner der Schurwaldstraße über einen massiven Schleichverkehr vor ihrer Haustüre. Die SPD im Bezirksbeirat forderte nun in einem Antrag die Umwandlung in eine Anliegerstraße, fand jedoch keine Mehrheit. Die anderen Fraktionen streben ganzheitliche Lösungen an. Bewegung gibt es an der Kreuzung Schurwald-/Hornbergstraße. Die seit langem geplanten Gehwegnasen sollen im Sommer 2015 realisiert werden.

Ziel der Maßnahme im Rahmen der sogenannten Stadtentwicklungspauschale (Step) zur Verbesserung des Wohnumfelds ist es, den überdimensionierten Straßenbereich an dieser Stelle zurückzubauen und die Wege für Fußgänger zu verkürzen. Für sie will die Stadt bessere Querungsmöglichkeiten schaffen. Auch fünf Bäume sollen gepflanzt werden, wie Antje Sartorius vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung dem Gremium mitteilte. Das werde allerdings auf Kosten einiger Parkplätze gehen. Die Detailplanung soll in diesem Winter abgeschlossen und im Frühjahr noch einmal im Bezirksbeirat präsentiert werden. Im nächsten Herbst soll alles fertig sein, rund vier Jahre nach dem Beschluss für den Doppelhaushalt 2012/2013. Ein früherer Baubeginn war zuletzt an Kanalerneuerungsarbeiten gescheitert, die bis Ende des Jahres beendet sein sollen.

Anliegerstraße nicht kontrollierbar

Vom Amt für öffentliche Ordnung hatte Antje Sartorius zudem bereits eine erste Einschätzung zu einer möglichen Anliegerstraße an Ort und Stelle im Gepäck. Die Verwaltung hält diese demnach für „nicht praktikabel“ und „einen Selbstbetrug“, weil die Schurwaldstraße zu lang sei. „Es wäre nicht überprüfbar, ob sich die Autofahrer an die Regelung halten“, teilte Sartorius mit und brachte stattdessen eine Unterbrechung der Straße auf Höhe der Herz-Jesu-Kirche ins Spiel.

Bei der SPD machte sich Sartorius damit keine Freunde. Der Sozialdemokrat Daniel Campolieti kämpfte für den Antrag seiner Fraktion für die Einführung der Anliegerregelung, tat das aber auf verlorenem Posten. Thomas Rudolph von der CDU äußerte in Übereinstimmung mit dem AfD-Vertreter Heinz Härle die Befürchtung, der Verkehr würde dadurch lediglich in die Landhausstraße umgeleitet, womit neue Probleme entstünden. „Wir brauchen eine Gesamtlösung für Gaisburg“, sagte Rudolph – und bekam bei diesem Anliegen Unterstützung von ungewohnter Stelle. Thomas Schneider-Graf und Ingrid Schwerdtfeger von den Grünen sowie Ulrich Rockenbauch (SÖS-Linke-PluS) plädierten ebenfalls für ganzheitliche Lösungen. „Immer nur klein-klein ist einfach nicht sinnvoll“, sagte Rockenbauch.

Stadtverwaltung soll Lösung finden

Angesichts so viel Gegenwindes erklärten sich die Sozialdemokraten letztlich zähneknirschend bereit, ihren Antrag umzuformulieren. Das Stichwort Anliegerstraße findet sich darin zwar nach wie vor, allerdings nur noch als eine von möglichen Optionen, die es zu prüfen gelte. Die Lokalpolitiker rufen die Stadtverwaltung auf, Lösungen aufzuzeigen, durch die die Verkehrsprobleme in der Schurwaldstraße gelöst werden können. Der Bezirksbeirat verabschiedete den Antrag schließlich ohne Gegenstimme.

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