Verkehrsprobleme in Stuttgart Eine Seilbahn soll es nicht geben

Die Grabkapelle ist ein Anlass für viele Menschen, nach Rotenberg zu kommen, aber längst nicht für alle. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Grabkapelle ist ein Anlass für viele Menschen, nach Rotenberg zu kommen, aber längst nicht für alle. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Keine Seilbahn für Rotenberg: Die Stuttgarter Stadtverwaltung will der Überlastung von Parkplätzen und engen Straßen im Ausflugsort anders vorbeugen.

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Stuttgart - Zugeparkte Straßen sowie Autos, die auf der Fahrt von und nach Rotenberg oft nicht mehr aneinander vorbeikommen: An Wochenenden und Feiertagen mit schönem Wetter geht hoch droben über dem Neckartal manchmal nichts mehr. Dann kommen vor allem im Frühjahr und Herbst Touristen und vor allem Erholungssuchende Ausflügler in großen Scharen in den Ort, zur Grabkapelle und zum Naherholungsgebiet Egelseer Heide. Jetzt hat sich die Stadtverwaltung nach langer Vorarbeit und einem Runden Tisch entschieden, wie sie diesen Zuständen vorbeugen will: mit besseren Verkehrsinformationen, mit temporären Zufahrtsbeschränkungen, wenn die Parkplätze erschöpft sind, mit Parkscheinautomaten, mit Umbauten von Straßen sowie der Ausweisung von Parkverbotszonen.

Der Vorschlag ist jetzt in die Beratung eingebracht worden. Am Dienstag winkte der Ausschuss für Umwelt und Technik ihn erst einmal durch. An diesem Mittwoch soll sich der Bezirksbeirat Obertürkheim damit befassen, am 26. September der Bezirksbeirat Untertürkheim. Am 10. Oktober soll dann der Technik-Ausschuss entscheiden.

Auch Bewohnerparken wird nicht vorgeschlagen

Geht es nach der Verwaltung, wird eine Reihe viel diskutierter Ansätze verworfen. Vorneweg die Idee einer Seilbahn, deren Befürworter so Autoverkehr in Richtung Rotenberg vermeiden und eine Attraktion schaffen wollten. Die Verwaltung bezweifelt einerseits, dass die Fahrgastnachfrage die erheblichen Kosten und das schwierige Genehmigungsverfahren rechtfertigen könnte; andererseits warnt sie, dass eine Seilbahn noch mehr Besucher bringen würde. Man wolle jedoch die Wohnfunktion Rotenbergs stärken, wo die Einwohner übrigens selbst nicht wenige Autos haben: Auf 749 Einwohner kämen 605 private Kfz, rechnete die Verwaltung vor, auf 1000 Einwohner hochgerechnet wären das 808 Fahrzeuge – drunten in Untertürkheim gebe es 393 private Kfz pro 1000 Einwohner.

Verworfen hat die Verwaltung auch eine Bewohnerparkregelung, weil dies den Wegfall von bisher geduldeten Parkplätzen für Einwohner bedeuten könnte, ebenso ein Kombiticket für den Besuch der Grabkapelle und das Busfahren. Viele Ausflügler wollten gar nicht zur Kapelle. Einen speziellen Busshuttle-Verkehr von Untertürkheim nach Rotenberg sortierte man wegen der Kosten für die Verkehrsbetriebe und der Notwendigkeit eines teuren Parkleitsystems zum Shuttle-Startpunkt aus. Taktverdichtungen bei der regulären Buslinie 61 und deren Verlängerung von Rotenberg nach Uhlbach und Obertürkheim lehnte man auch wegen des Aufwandes ab und weil die Busse hier immer wieder von entgegenkommenden Kfz gestoppt würden.

Von Frühjahr bis Herbst will man Parkgebühren erheben

Jetzt will die Verwaltung am Knotenpunkt Württembergstraße/Stettener Straße, am Blasiusweg und am Parkplatz Egelseer Heide von Wachposten zeitweilig Sperrungen vornehmen lassen, wenn die Parkplätze überlastet sind. Der Ordnungsdienst kostet jährlich rund 100 000 Euro. Die Fahrbeziehung Untertürkheim-Rotenberg-Uhlbach solle nicht gekappt werden, aber schon in Uhlbach und Untertürkheim will man besser über die Engpässe sowie die Parkgebühren informieren – mit zusätzlichen Schildern.

Von April bis Ende Oktober möchte man auf dem Parkplatz Egelseer Heide und auf der oberen Württembergstraße Parkgebühren verlangen. Das bringt einmalige Kosten von 200 000 Euro mit sich sowie einen jährlichen Ertrag von vielleicht 50 000 Euro. Kontrollen soll es aus Kostengründen weiterhin nur stichprobenartig geben.

Die Stettener Straße will die Verwaltung zwischen Bus-Endhaltestelle und Neuer Straße für zwei Millionen Euro zur Mischverkehrsfläche umgestalten, von dort für 1,2 Millionen einen Gehweg zur Straße Neuer Berg bauen. Das geht aber nur in Abschnitten – und wenn der Gemeinderat im Dezember das Geld bewilligt.




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