Seit 2021 wurden die alten „Starenkästen“ zur Verkehrsüberwachung durch moderne Geräte ersetzt. Das Erneuerungsprogramm ist jetzt abgeschlossen – und zeigt Wirkung.

Ob in Denkendorf, Aichwald, Oberboihingen, Neuhausen oder Beuren – die schwarz-silberfarbenen Blitzersäulen am Straßenrand gehören inzwischen fast überall im Kreis Esslingen zum Ortsbild. Die Kreisverwaltung hat die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung deutlich erkennbar ausgebaut. Seit dem Jahr 2021 wurden 41 Messstationen in 28 Kommunen, die anders als die Großen Kreisstädte nicht über eine eigene Bußgeldstelle verfügen, in Betrieb genommen. „Die Umsetzung der Konzeption ist damit abgeschlossen“, heißt es aus dem Landratsamt.

 

Das Programm zur Verkehrsüberwachung ist 2018/2019 entwickelt worden. Hintergrund der Ausbauoffensive war zum einen die wachsende Nachfrage vieler Gemeinden nach Tempokontrollen. Zum anderen waren die bisherigen stationären Radarfallen, umgangssprachlich „Starenkästen“ genannt, in die Jahre gekommen und entsprechend störanfällig geworden. Der Austausch der alten Messgeräte durch moderne Technik wurde als zwingend notwendig erachtet.

Der Kreis Esslingen hat zur Verkehrsüberwachung auch einen sogenannten Blitzeranhänger angeschafft. Foto: dpa/Bernd Thissen

Neben den Blitzersäulen sind drei Messfahrzeuge und ein Blitzeranhänger im Einsatz

Die Blitzersäulen entsprechen neuestem Standard: Das verbaute Messsystem mit Lasersensoren liefert laut dem Hersteller Jenoptik „präzise Messergebnisse und hochauflösende, beweissichere Bilder“ – auch bei Dunkelheit oder wetterbedingten schlechteren Sichtverhältnissen. Sie können Geschwindigkeiten in beiden Fahrtrichtungen und auf mehreren Spuren gleichzeitig messen.

Die ersten 23 solcher Hightechgeräte wurden 2021 aufgestellt, 2024 folgten die letzten neun Blitzersäulen, informierte die Kreisbehörde jüngst den Verwaltungs- und Finanzausschuss des Esslinger Kreistages. Zudem wurde ein Blitzeranhänger, im Fachjargon „Enforcement Trailer“, angeschafft. Darüber hinaus unterhält der Landkreis drei Fahrzeuge mit mobilen Messeinrichtungen. Die sechs Mitarbeiter sind in wechselnden Schichten – auch an den Wochenenden – unterwegs.

Kreis Esslingen rechnet mit Bußgeldern in Höhe von drei Millionen Euro

Die stationäre und mobile Geschwindigkeitsüberwachung soll laut der Kreisverwaltung „zu einer angepassten Fahrweise der Verkehrsteilnehmer führen und für mehr Verkehrssicherheit sorgen“. Die Maßnahme scheint angesichts von gut 50 000 erfassten Verstößen im vergangenen Jahr notwendig zu sein. Die Tempoüberschreitungen sind überwiegend eher gering, nicht selten werden aber auch Raser überführt, die deutlich zu schnell durch die Ortschaften fahren. Laut der Kreisverwaltung sind allein in diesem Jahr bis zum 1. November 482 Fahrverbote verhängt worden. Die Fahrer haben die zulässige Höchstgeschwindigkeit also um mehr als 31 km/h überschritten.

Zugleich spülen die Tempokontrollen reichlich Geld in die klamme Kasse des Kreises: In diesem Jahr rechnet das Esslinger Landratsamt eigenen Angaben zufolge mit Bußgeldeinnahmen in Höhe von etwa drei Millionen Euro. 2024 waren es rund 2,4 Millionen Euro. Die fest installierten Blitzersäulen, deren Standorte den Autofahrern in der Regel bekannt sind, haben zu gut einem Drittel Anteil an dieser Summe.