Verkehrsüberwachung in Stuttgart Zwei Blitzer sollen den Schattenring sicherer machen

  Foto: dpa
  Foto: dpa

Autofahrer hassen Blitzer. Doch die Verkehrsüberwacher wissen, dass sie Unfälle verhindern. Zwei neue Anlagen sollen daher den Unfallschwerpunkt Schattenring entschärfen. Außerdem schafft die Stadt eine mobile Ampelüberwachungsanlage an.

Lokales: Christine Bilger (ceb)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Der Schattenring ist ein Knotenpunkt, an dem es häufig kracht. Mit zwei Blitzern sollen die Raser dort nun ausgebremst werden, damit die Stelle wieder sicherer wird. Voraussichtlich in einem halben Jahr sollen stadteinwärts und stadtauswärts an der Einmündung auf und von der Leonberger Straße, der Bundesstraße 14, die Überwachungsgeräte eingesetzt werden, sagt Joachim Elser, der Leiter der Verkehrsüberwachung.


Die Blitzer im Stadtgebiet auf einer größeren Karte anzeigen

Lackspuren verraten, wie oft der Fahrbahnteiler gestreift wird

An den Lackspuren kann man die Raser erkennen, die nach dem Schattenring die Kurve auf der Talabfahrt nicht mehr kriegen. Joachim Elser spricht von „jeder denkbaren Lackfarbe“, die man am Fahrbahnteiler der Bundesstraße 14 stadteinwärts sehen kann. Für Elser ist dies ein Beleg dafür, dass auf dem Abschnitt Autofahrer zu schnell unterwegs sind. Die Überwachung mit einem Verkehrsstatistikgerät hat den Eindruck bestätigt, dass die zahlreichen Unfälle auf zu hohe Geschwindigkeiten an der Stelle zurückzuführen sind. Eigentlich sollten die Fahrzeuge mit Tempo 50 in den Kreisverkehr einbiegen. Bei einer Messung von 95 500 Fahrzeugen ergab sich bei Autos ein Mittelwert von 64 Kilometern pro Stunde, für Lastwagen von Tempo 59. Ein Autofahrer rauschte gar mit 127 Kilometern pro Stunde an der Messanlage vorbei, berichtet Joachim Elser. Die Raserei blieb zwar ungesühnt, aber nicht ohne Folgen. 21 Unfälle, vom statistischen Amt der Stadt als „erhebliche Unfälle“ eingestuft, passierten 2011 am Schattenring.Die Blitzeranlagen am Schattenring sind nicht die ersten, die die Stadtverwaltung errichten lässt, um Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Als Beispiel nennt Elser die Rotenwaldstraße und die Heilbronner Straße. Seit eine Überwachungsanlage an der Rotenwaldstraße, kurz nach dem Westbahnhof, installiert wurde, sei es zu keinen schweren Unfällen mehr in der ersten Rechtskurve auf dem Anstieg zum Birkenkopf hin gekommen. Genauso habe sich der Blitzer stadteinwärts an der Heilbronner Straße unterhalb des Pragsattels in der lang gezogenen Rechtskurve bewährt, meint Elser. „Früher musste man da regelmäßig die Autos aus dem Gleisbett der Stadtbahn ziehen, das passiert nicht mehr“, sagt der Leiter der Verkehrsüberwachung.

Der schnellste Fahrer raste mit Tempo 127 in den Kreisel

Die Entscheidung für die Messanlagen sei bereits mit der Verabschiedung des Doppelhaushaltes für die Jahre 2012/13 im Gemeinderat gefallen. Dabei genehmigte der Rat zwei zusätzliche Stellen für die Verkehrsüberwachung, die überwiegend für die Betreuung die Anlagen am Schattenring zuständig sind. „Es ist ja nicht damit getan, dass man die Geräte aufstellt. Man muss ja auch die Fälle bearbeiten“, erläutert Elser den zusätzlichen Personalbedarf.

Die Verkehrsüberwachung bekommt noch vier weitere Stellen. Diese neuen Kräfte sollen die Mannschaft unterstützen, wenn voraussichtlich zum Schuljahresbeginn eine weitere technische Neuerwerbung in Betrieb gehen soll. „Wir bekommen die erste mobile Blitzanlage zur Kontrolle von Rotlichtverstößen“, verrät Elser. Die Kollegen werden in zwei Schichten, einer frühen und einer späten, mit der neuen Anlage im Einsatz sein.

Zum ersten Mal gibt es einen mobilen Ampelblitzer

Die Ampelüberwachung ist ein Beispiel dafür, dass die meisten mobilen Blitzer in der Stadt aufgestellt werden, weil Anwohner es wünschen. „Wir haben immer wieder Anrufe von Bürgern, die sich über zu schnelle Autofahrer im Wohngebiet oder über das Nichtbeachten von roten Ampeln an Schulwegen beschweren. Darauf reagieren wir dann mit Kontrollen“, so Elser.

Die Investitionen in Verkehrsüberwachungsanlagen sind in den meisten Fällen schnell wieder eingespielt. Das beweise das Beispiel der runden Blitzersäulen an der Cannstatter Straße, die dort seit knapp zwei Jahren stehen, sagt Elser. Allein im Januar und Februar dieses Jahres lösten sie mehr als 10 000 mal aus. Bei einem durchschnittlichen Bußgeld von 20 Euro pro erwischtem Auto waren das mehr als 200 000 Euro Einnahmen. Gekostet hatten diese Blitzer 250 000 Euro für Anschaffung und Montage.




Unsere Empfehlung für Sie