Verkehrsübungsplatz in Kirchheim unter Teck Betreiber reagiert nach zweitem tödlichen Unfall

Am Montag (Foto) und am Samstag ereigneten sich tödliche Unfälle auf dem Verkehrsübungsplatz in Kirchheim/Teck. Foto: /SDMG / Woelfl

Die 22-jährige Motorradfahrerin ist am Samstagmittag auf dem Verkehrsübungsplatz Birkhau wegen eines Fahrfehlers tödlich verunglückt. Davon geht die Polizei aus. Nach dem zweiten tödlichen Unfall innerhalb einer Woche reagiert nun der Betreiber des Übungsplatzes.

Auf dem Kirchheimer Verkehrsübungsplatz Birkhau ist es innerhalb einer Woche zum zweiten Mal zu einem tödlichen Unfall in Zusammenhang mit einem Motorradtraining gekommen. Am Samstagmittag kam eine 22-jährige Bikerin bei einem internen Training des Betreibervereins ums Leben. Der öffentliche Verkehrsübungsbetrieb wurde am Samstag deshalb kurzfristig abgesagt, am Sonntag aber wieder aufgenommen.

 

22-Jährige kommt von Fahrbahn ab und stürzt

Laut der Polizei war die junge Frau kurz vor zwölf Uhr mit einer Husqvarna FS 450, einer für den Rennsport entwickelten Maschine, bei einem vereinsinternen Supermoto-Training auf einer leicht abschüssigen Straße unterwegs und fuhr links in einen Kreisverkehr ein. Anschließend verlor sie offenbar infolge eines Fahrfehlers die Kontrolle und kam von der Fahrbahn ab. Sie fuhr einen Erdhügel hinauf, wo das Bike ausgehebelt wurde und die 22-Jährige stürzte, wie die Polizei mitteilte. Trotz der Versorgung durch Ersthelfer und den Rettungsdienst starb sie noch an der Unfallstelle. Neben dem Rettungsdienst und einem Notarzt war auch ein Rettungshubschrauber angefordert worden. Das Motorrad wurde sichergestellt und abgeschleppt. Es werde weiter ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Auf demselben Gelände war am vergangenen Montagvormittag ein 55-jähriger Kursleiter eines externen Seminars für Fahrsicherheitstrainer unter tragischen Umständen zu Tode gekommen: Bei einer Bremsübung kam das Motorrad eines 53-jährigen Teilnehmers ins Schlingern und erfasste den Trainer. Der Mann erlitt so schwere Verletzungen, dass er noch an der Unfallstelle starb. Auch weitere Teilnehmer, die das Manöver vom Fahrbandrand beobachtet hatten, wurden touchiert. Eine 35-Jährige wurde dadurch leicht verletzt. Der 53-jährige Fahrer blieb äußerlich unverletzt, musste aber wegen des Verdachts auf einen Schock ins Krankenhaus gebracht werden. Laut der Polizei hatten beide Räder bei dem beabsichtigten Bremsvorgang blockiert, weshalb die Maschine ins Rutschen kam. Das Motorrad wurde am Montag von der Polizei beschlagnahmt, die Ermittlungen dauern an.

Große Betroffenheit bei Betreiber – Interne Trainings vorerst abgesagt

Betrieben wird der Verkehrsübungsplatz in der Nähe des Naherholungsgebietes Bürgerseen und des Segelfluggeländes Hahnweide vom Motorsportclub Kirchheim/Teck im ADAC. Dort sei die Betroffenheit sehr groß, so der Platzwart Ralf Gruhl. „So etwas ist noch nie vorgekommen.“ Im Vorstand werde nun das weitere Vorgehen besprochen. Alle vereinsinternen Sicherheitstrainings seien vorerst abgesagt. „Dazu haben wir uns aus Respekt für die Verstorbenen entschlossen, nicht aus Sicherheitsgründen“, sagte der Vereinsvorsitzende Bernhard Luz, es seien auf dem Platz keine Mängel festgestellt worden. „Die Unfälle sind aufgrund von bedauerlichen Fahrfehlern passiert, auf die der Verein leider keinen Einfluss hat“, sagte Luz, solche Fahrfehler hätten auch auf der Straße passieren können.

Training und Verkehrsübungsbetrieb findet getrennt statt

Der Verkehrsübungsplatz wird dem Platzwart zufolge unterschiedlich genutzt: Es finden Sicherheitstrainings, veranstaltet unter anderem vom ADAC, und Supermoto-Trainings statt. Zudem gibt es den normalen Verkehrsübungsbetrieb, bei dem Fahranfänger in Begleitung mit höchstens Tempo 30 über das Gelände fahren. „Das findet nicht parallel statt, sondern entweder/oder“, betonte Gruhl. Zudem können Vereine und Firmen den Platz mieten. Er selbst sei bei beiden Unfällen nicht vor Ort gewesen, sagte der Platzwart. Diese seien an unterschiedlichen Stellen auf dem Gelände passiert.

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