Leinfelden-Echterdingen möchte den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur steuern und so einen Beitrag zu Verkehrswende liefern. Ein Büro hat dazu nun interessante Zahlen geliefert.

Leinfelden-Echterdingen möchte die Verkehrswende mitgestalten und mit dem Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in der Stadt einen Beitrag dazu leisten. Dieses Ziel hat die Kommune bereits 2017 in ihrem Mobilitätskonzept festgelegt, woran Bürgermeister Benjamin Dihm am Dienstag im Technischen Ausschuss des Gemeinderates erinnerte. Mit einem Konzept will die Stadt den Ausbau der Ladeinfrastruktur steuern und Struktur in eine Dynamik bringen, die längst Fahrt aufgenommen hat. Schließlich könnten einige der in der Stadt ansässigen Unternehmen, aber auch der Flughafen und die Messe, bei diesem Thema mindestes mit der Stadt Schritt halten, wenn diese nicht sogar schon ein gutes Stück weiter wären, wie Dihm ausführte. Dieses Jahr wolle die Kommune bei der Errichtung weiterer E-Ladesäulen die Stadtwerke weiter zum Zuge kommen lassen. Danach soll es eine öffentliche Ausschreibung geben.

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E-Autos werden überwiegend privat geladen

Laut einer Studie der nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, die das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Auftrag gegeben hat, findet bis zu 88 Prozent, also der größte Teil der Ladeinfrastruktur, auf privaten Flächen statt, der Rest im öffentlichen Bereich. Das führte Karsten Hager, einer der Geschäftsführer des Stuttgarter Büros ISME, im Technischen Ausschuss aus. Die Stadt könne aber nur auf öffentlichen Flächen tatsächlich entscheiden, wohin genau die Ladesäulen gestellt werden. Im privaten Raum könne sie lediglich über das wichtige Thema informieren.

Die Stadt hatte das Büro Ende vergangenen Jahres damit beauftragt, ein Konzept für den Ausbau der E-Ladeinfrastruktur in Leinfelden-Echterdingen zu erstellen. Nun hat Karsten Hager erste Ergebnisse und Zahlen präsentiert: 675 E-Fahrzeuge waren Anfang des Jahres in Leinfelden-Echterdingen zugelassen, damit liegt die Stadt laut Bürgermeister Dihm über dem bundesweiten Schnitt.

Mehr zugelassene E-Fahrzeuge wie im Bundesschnitt

Bis Ende 2023 geht man davon aus, dass es 1500 Fahrzeuge sein werden. Die Stadt sollte bis dahin aufgrund ihrer Einwohnerzahl und der Vielzahl an Menschen, die zum Arbeiten nach Leinfelden-Echterdingen pendeln, 103 öffentliche Ladepunkte im AC-Bereich haben. An diesen Stationen können E-Autos mit einer Ladeleistung von 22 kW geladen werden. Die Kommune hat bisher 41 solcher Punkte geschaffen. Unter anderem in den Baugebieten wie den Leinfelder Schelmenäckern werden in den kommenden Jahren 40 weitere Möglichkeiten, E-Fahrzeuge zu laden, entstehen. Was bedeutet, dass die Stadt Leinfelden-Echterdingen bis Ende kommenden Jahres 22 weitere Ladepunkte benötigt.

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Im Schnellladebereich mit einer Ladeleistung von mehr als 50 kW müsste die Stadt laut Hager neun Ladepunkte vorweisen, zwei gibt es bereits, sieben Stück fehlen. Hier sei zu überlegen, ob diese Säulen tatsächlich die öffentliche Hand schaffen müsse, oder ob nicht auch Möbelhäuser oder auch Discounter dazu bereit wären.

Das Büro ISME will mögliche Standorte für die neuen Ladestationen suchen. Dazu haben die Mitarbeiter eine Umfrage vorbereitet. Sie richtet sich an Bürger aus Leinfelden-Echterdingen, ein Link dazu wird von diesen Freitag an auf der Internetseite der Stadt zu finden sein. Die Einstellung der Bürger zu E-Fahrzeugen wird dabei zunächst abgeklopft. Im Anschluss können sie dann für jeden Stadtteil konkrete Vorschläge machen. Sie sollten ihre Vorschläge gut begründen, führte Hager aus. Dass man in der Nähe wohnt, reiche als Begründung nicht aus.