Verlegung auf Spitalhof Tumult auf dem Möhringer Wochenmarkt

Wo der Markt in Stuttgart-Möhringen sein soll, daran scheiden sich die Geister. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Wo der Markt in Stuttgart-Möhringen sein soll, daran scheiden sich die Geister. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Der Umzug des Wochenmarkts in Stuttgart-Möhringen vom Oberdorfplatz in den Spitalhof führt weiter zu Unmut. Am Samstag endete das in einem Tumult. Beide Seiten sehen sich im Recht.

Filderzeitung: Alexandra Kratz (atz)
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Möhringen - Das Thema bleibt ein Aufreger in Möhringen. Seit Anfang Januar findet der Wochenmarkt am Samstag im Spitalhof statt. Früher waren die Händler rund um die Martinskirche zu finden. Manchen im Stadtteil hat dieser Platz besser gefallen. Einer von ihnen ist Manfred Korn. Am vergangenen Samstag hat er einen Unterschriftenaktion gestartet. Die Unterzeichnenden wenden sich an den Bezirksbeirat. Dieser soll darauf hinwirken, dass die Märkte Stuttgart den Wochenmarkt wieder an den alten Standort verlegen. In der Begründung heißt es unter anderem: „Der Wochenmarkt zeichnete sich durch hohe Akzeptanz und Stabilität aus.“ Die Beschicker könnten ihre Stände dort übersichtlich und gleichwertig aufstellen. Die Zu- und Abfahrt der Beschicker sei auch mit großen Fahrzeugen problemlos. Für die Kunden seien ausreichend Parkplätze vorhanden.

Marktaufsicht entfernt Plakate und will Liste konfiszieren

Schon der erste Tag der Unterschriftensammlung sei „ein großer Erfolg“ gewesen, berichtet Korn. Etwa 200 Kunden hätten ihre Unterschrift auf die Listen gesetzt. Leider sei das von einem „ziemlich unerfreulichem und bedenklichen Ereignis“ überschattet worden. Denn die Marktaufsicht habe die Schilder entfernt, die auf die Aktion hinweisen sollten und mit Erlaubnis der Beschicker an einigen Ständen angebracht waren.

Zudem habe einer der Marktaufseher versucht, eine Liste zu konfiszieren. „Wir haben ihn zur Rede gestellt, und er hat lautstark verkündet, dass das nicht erlaubt sei“, sagt Korn. Auf seine Nachfrage, wer denn eine Erlaubnis erteilen könne, habe der Mann auf Thomas Lehmann verwiesen, den Geschäftsführer der Märkte Stuttgart. Nach heftiger Diskussion habe er die Unterschriftenliste wiederbekommen, sagt Korn. Der Vorgang habe „einigen Unmut unter den Kunden ausgelöst, die Zweifel an der Demokratie und den Bürgerrechten geäußert haben“. Korn will die Sache weiterverfolgen. „Denn, eine Störung stellen Unterschriftenlisten, die nicht anonym sind, in keiner Weise dar, und eine Rechtsgrundlage für diese Beschneidung unserer Rechte kann nicht vorgelegen haben.“

Das sieht Thomas Lehmann anders. „Unterschriftensammlungen auf Wochenmärkten sind grundsätzlich nicht zulässig. Das ist Landesrecht“, sagt er. Die Marktaufsicht habe richtig gehandelt, als sie die Plakate entfernt habe. Daraufhin seien die Initiatoren patzig geworden und hätten die Dienstausweise sehen wollen. „Wir haben aber gar keine, weil wir eine wirtschaftlich arbeitende GmbH sind“, stellt Lehmann klar.

Das ist für ihn ohnehin ein wichtiger Punkt. „Wir sind eine private Gesellschaft. Wir machen dort Wochenmärkte, wo wir es für angemessen halten. Da steht kein politischer Wille dahinter.“ Lehmann betont auch, dass die Märkte Stuttgart auf Kritikpunkte eingegangenen sei. So sei beispielsweise die Zufahrt verbessert worden. Die Diskussion mit den Spitalhof-Gegnern werde zunehmend schwierig und sei teils „unter der Gürtellinie“.

Es wird ein weiteres Gespräch geben

Dennoch: „Das Verbot der Unterschriftensammlung war nicht böse gemeint. Wenn das falsch rüberkam, tut mir das leid.“ Seine Mitarbeiter hätten ihre Anweisungen. „Wir können so etwas nicht zulassen. Sonst will jeder für irgendwas Unterschriften sammeln und wir werden der Sache nicht mehr Herr“, betont Lehmann.

Er habe Manfred Korn ein Vier-Augen-Gespräch vor Ort angeboten. Das habe Manfred Korn aber abgelehnt. Geplant sei hingegen ein Termin mit der Bezirksvorsteherin Evelyn Weis und dem GHV-Vorsitzenden Christian Dempf, um gemeinsam noch einmal zu überlegen, was es für einen attraktiven Wochenmarkt brauche.

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