Verletzte Vögel in Böblingen Tierquäler schießt auf Tauben

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Ein Unbekannter scheint in einer belebten Gegend im Zentrum Böblingens die ungeliebten Vögel mit einem Luftgewehr zu jagen. Die Polizei ermittelt wegen der Straftat.

Eines der bewegungsunfähigen Opfer des Luftgewehrschützen Foto: privat
Eines der bewegungsunfähigen Opfer des Luftgewehrschützen Foto: privat

Böblingen - Tierschützer haben vor einem Möbelhaus im Zentrum von Böblingen innerhalb weniger Tage zwei Tauben gefunden, auf die offensichtlich vor Ort geschossen worden war. Der eine Vogel „war flugunfähig, der andere völlig bewegungsunfähig“, sagt Britta Leins. Sie ist die Vorsitzende des Stuttgarter Vereins „Straßentaube und Stadtleben“. Im Böblinger Tierheim hatte sie ein Taubenhospiz eingerichtet, das bundesweit beachtet wurde – bevor die dortigen Tierschützer sich wieder einmal zerstritten.

Tauben zu schießen ist eine Straftat. Im Tierschutzgesetz ist als geringste Konsequenz eine Geldstrafe vorgesehen. Im Höchstfall muss ein Tierquäler bis zu drei Jahre lang ins Gefängnis. Davon abgesehen, „laufen da Menschen rum“, sagt Leins. „Bei dem Gedanken, dass dort jemand schießt, ist einem auch nicht wohl.“ Der Schütze benutzt ein Luftgewehr. Der Einschusswinkel deutet bei beiden Tieren darauf hin, dass die Schüsse vom Fenster oder Balkon einer höher gelegenen Wohnung aus abgefeuert wurden. Die betroffene Gegend ist belebt. Sie liegt zwischen jenem Möbelhaus und einem Einkaufszentrum am Böblinger Bahnhof.

Die Tierschützer wollen den Schützen mit Flugblättern suchen

Die Polizei ermittelt. Die Tierschützer wollen in den umliegenden Häusern Flugblätter verteilen, um auf die Situation hinzuweisen, womöglich Zeugen zu finden oder den Schützen zu der Einsicht zu bringen, dass seine Taten strafbewehrt sind. Die schwer verletzten Vögel lässt der Verein von einem Tierarzt behandeln – auf eigene Kosten.

Dass Tauben geschossen werden, ist keineswegs ein Einzelfall. Eben Tiere, die auf solche Art so schwer verletzt wurden, dass sie nicht mehr in Freiheit leben können, fanden ihren Platz in jenem Taubenhospiz. Nach Auskunft der Polizei-Pressestelle ist es allerdings im Landkreis Böblingen eine seltene Ausnahme, dass ein Schütze mehrfach auf die Jagd geht.

In Stuttgart häufen sind Schüsse auf Tauben immer wieder

Leins erinnert sich an einen weiteren Fall in Böblingen. Die Stuttgarter Tierschützer registrieren hingegen immer wieder, dass offenkundig Taubenhasser mit Luftgewehren jagen, dies ebenfalls auf belebten Plätzen in der Innenstadt. Dazu zählen die Vorplätze zweier zentral gelegener Gotteshäuser: der Hospitalkirche und der Leonhardskirche, in deren Dachboden die Gemeinde rund 400 Tauben in zwei Schlägen beheimatet.

Vielbeachtet war ein Fall, der bereits sieben Jahre zurück liegt. Monatelang wurden in der Innenstadt immer wieder Tauben gemeldet, in deren Körpern Pfeile steckten. Vermutlich stammten diese aus einem Blasrohr. Seinerzeit erstattete die Stadt Strafanzeige. Der jüngste Fall in der Region Stuttgart spielte auf einem Reiterhof im Rems-Murr-Kreis.




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