Es ist eine mysteriöse Geschichte, die sich da am 11. November abspielt. Auch zehn Tage später rätseln die Ermittler noch immer, was sich eigentlich genau zugetragen haben könnte an jenem Montag. Da hätte eine 14-Jährige, die im Kreis Ludwigsburg lebt, eigentlich dort in der Schule sein sollen. Doch sie wird in Stuttgart entdeckt – im Neckar treibend, verletzt, ohne Erinnerung.
Ihr Leben verdankt sie mutmaßlich einer 26 Jahre alten Frau. Die ist an diesem Vormittag um kurz nach 10 Uhr im Bereich des Berger Stegs in Bad Cannstatt unterwegs. Vom parallel zum Fluss verlaufenden Neckarradweg aus entdeckt sie eine Person, die im Wasser treibt. Es handelt sich um das 14 Jahre alte Mädchen. Es hält sich an einem Rucksack fest. Die Passantin ruft, spricht sie an – doch die Jugendliche reagiert nicht.
Daraufhin macht die Frau „alles richtig, was man richtig machen kann“, sagt eine Polizeisprecherin. Sie setzt zuerst einen Notruf ab und spricht dann einen 53 Jahre alten Mann an. Sie bittet ihn um Hilfe. Er soll am Ufer die Retter einweisen – und wohl auch ein Auge darauf haben, dass ihr selbst nichts passiert. Denn danach steigt die Frau kurzerhand in den kalten Neckar und rettet das Mädchen. Kurz darauf treffen Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei ein und übernehmen.
Als die Jugendliche an Land ist, stellt sich heraus, dass sie zwar bei Bewusstsein ist, aber eine leichte Verletzung am Kopf aufweist und unterkühlt ist. Sie sei recht apathisch gewesen, heißt es bei den Ermittlern. Sie wird zur weiteren Behandlung und Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht, ist mittlerweile aber wieder zu Hause. Die Retterin blieb unverletzt.
Die Ludwigsburger Polizei, die wegen des Wohnorts der Jugendlichen zuständig ist, versucht seitdem zu klären, was die 14-Jährige an jenem Tag in Stuttgart gemacht hat, woher ihre Verletzung stammt und wie sie ins Wasser gekommen ist. Das gestaltet sich schwierig, denn das Mädchen erinnert sich nicht daran, was passiert ist. Zunächst haben die Ermittler noch damit gewartet, mit dem Fall an die Öffentlichkeit zu gehen, weil in solchen Fällen die Erinnerungen manchmal nach einer gewissen Zeit zurückkommen. Das aber ist wohl bisher nicht geschehen.
Offenbar weiß auch niemand aus ihrem Umfeld, warum die 14-Jährige in Stuttgart war. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass sie von jemandem begleitet worden ist“, sagt die Polizeisprecherin. Die Ermittler suchen deshalb jetzt mit Hochdruck nach möglichen Zeugen: „Wir versuchen festzustellen, ob jemand das Mädchen zum genannten Zeitpunkt gesehen hat.“ Möglicherweise im Umkreis des Neckars in Bad Cannstatt. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 08 00 / 11 00 225 oder per E-Mail an die Adresse hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de bei der Kriminalpolizei zu melden.