Versicherer will in Stuttgart-Vaihingen bauen Allianz will langfristig im Synergiepark bleiben

Die Allianz möchte auf ihrem eigenen Gelände an der Heßbrühlstraße bauen. Foto: Archiv Rüdiger Ott
Die Allianz möchte auf ihrem eigenen Gelände an der Heßbrühlstraße bauen. Foto: Archiv Rüdiger Ott

Die Verwaltung hat im Umwelt- und Technikausschuss zu den Fragen der SPD zur Allianzansiedlung Stellung genommen. Nicht alle Antworten waren befriedigend.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)
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Vaihingen - Der Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) hat in nicht-öffentlicher Sitzung am 7. Februar die Vorlage zur Bildung eines Unterausschusses „Planungsverfahren Büroneubau“ für das Bauvorhaben der Allianz an der Heßbrühlstraße eingebracht und mehrheitlich zugestimmt. Damit kann das Papier im Vaihinger Bezirksbeirat vorgestellt und anschließend dem UTA zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Eigentlich hätte das längt geschehen sollen, aber die SPD-Fraktion im Gemeinderat hatte noch einige Fragen bezüglich des Bauvorhabens. Ende Januar wurde die Einbringung deswegen zunächst zurückgestellt und auf die erste Februarsitzung vertagt.

„Klare Ansage“ zu einer längerfristigen Ansiedlung

Hans H. Pfeifer, Betreuungsstadtrat der Sozialdemokraten für Stuttgart-Vaihingen, fiel auf, dass die Allianz in der Planungsvorlage von „Drittverwertbarkeit“ – also einer möglichen Weitervermietung der Gebäude, spricht. Dem könne die SPD nicht zustimmen. Schließlich sollten die Arbeitsplätze der Allianz in Stuttgart gehalten werden. „Die Stadt und die Allianz haben sich bemüht, Antworten auf unsere Fragen zu geben“, fasst Pfeifer die Sitzung von Dienstag zusammen. Im Falle der Vermietung habe der Versicherer eine „klare Ansage“ für eine längerfristige Ansiedlung im Synergiepark gemacht.

„Bei anderen Punkten waren die Antworten für uns allerdings nicht befriedigend“, so Pfeifer. Dazu gehört etwa die Frage nach der Zukunft der alten Eiche auf dem Gelände an der Heßbrühlstraße. Sie sei unbedingt erhaltenswert, das hat ein Baumgutachter bestätigt. Wie die Eiche in die Baupläne der Allianz passt, ist noch ungeklärt. Der Versicherer betont allerdings, den Baum erhalten zu wollen. Die Planungsbüros sollen nun im Wettbewerb Möglichkeiten für dessen Einbindung in die Baupläne prüfen.

Auch das Stadtklima beschäftigte die Stadträte. Mehrere Gutachten wurden in Auftrag gegeben und teilweise bereits erstellt. Unter anderem ist die Verbauung der Frischluftschneise und die Folge für das Stadtklima Thema. Für die Erhaltung der Schneise müsste laut Stadtklimatologen ein Grünzug von mindestens 50 Metern erhalten bleiben. Im Aufstellungsbeschluss war als Rahmenbedingung im südlichen Bereich lediglich die Freihaltung eines 30 Meter breiten Grünzugs vorgesehen. Man verständigte sich auf einen Kompromiss von 40 Metern. Die Berücksichtigung der klimatologischen Belange soll ebenfalls Aufgabe des Planungsverfahrens sein.

Pläne des Versicherers stoßen nicht nur auf Zustimmung

Die Allianz will für ihren Neubau das westlich angrenzende Gelände an der Liebknechtstraße, auf dem sich heute eine Betriebsstelle der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) beziehungsweise eine Bezirksstelle des Tiefbauamts sowie Wohnungen der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) befinden, ebenfalls in die Baupläne mit einbeziehen. In der nicht-öffentlichen Sitzung habe die Verwaltung nun zugesichert, dass die SWSG für ihre Mieter an anderer Stelle im Bestand Ersatzwohnungen schaffen wollen. Für die AWS und das Tiefbauamt seien ebenfalls schon Grundstücke im Gespräch.

Die Pläne der Allianz stoßen nicht bei allen Bürgern auf Zustimmung. Der Vaihinger Bezirksbeirat hat sich mehrfach gegen den Neubau ausgesprochen, Vereine fürchteten um ihre sportliche Heimat. Der Wegfall von Sportflächen, die Versiegelung von Grünflächen sowie das steigende Verkehrsaufkommen im Synergiepark erhitzen die Gemüter. Dem UTA liegt eine Liste mit 1011 Unterschriften gegen die Ansiedlung der Allianz vor.

Auch wenn die Stadt und die Allianz die Fragen zum Klima, dem Grünstreifen, der alten Eiche und dem in Vaihingen immer präsenten Thema Verkehr nicht zur Zufriedenheit der SPD beantwortet hat, stimmte der UTA der Einbringung mehrheitlich zu. „Auch wenn nicht alles geklärt ist, wird es Zeit, dass die Vorlage nun öffentlich gemacht wird“, sagt Pfeifer.




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