Versicherungsbilanz Reedereien verlieren weniger Schiffe

Von dpa/tht 

Namen wie Prestige, Costa Concordia oder Rena stehen für große Havarien in der Seefahrt. Wie aus einer Schadensbilanz der Allianz hervorgeht, ist die Zahl solcher schweren Unglücke auf den Weltmeeren in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen.

Die spektakulärste Havarie der vergangenen Jahre: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia ist im Januar 2012 nach der Kollision mit einem Felsen vor der Insel Giglio im Mittelmeer umgekippt. Foto: AP 15 Bilder
Die spektakulärste Havarie der vergangenen Jahre: Das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia ist im Januar 2012 nach der Kollision mit einem Felsen vor der Insel Giglio im Mittelmeer umgekippt. Foto: AP

München - Die internationale Schifffahrt ist deutlich sicherer geworden. Im vergangenen Jahr verloren Reedereien weltweit 94 größere Schiffe mit über 100 Tonnen, geht aus einer Analyse von AGCS hervor, dem Industrie- und Spezialversicherer des Allianz-Konzerns. Das sei ein Rückgang von vier Prozent gemessen am Vorjahr, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. In einem Zeitraum von zehn Jahren seien die Schiffsverluste gar um 38 Prozent gefallen. Die meisten der verlorenen Schiffe sind gesunken, andere gestrandet oder so stark beschädigt, dass sie nur noch abgewrackt werden können.

Der positive Trend der vergangenen Dekade habe sich damit fortgesetzt, erklärte AGCS-Experte Volker Dierks. Bei fast einem Viertel der Schiffsverluste sei schlechtes Wetter die Ursache gewesen, etwa Taifune in Asien oder Hurrikans in den USA. Sie hätten allein mehr als 20 Schiffe gekostet. Schiffe von deutschen Reedern waren nicht betroffen. Den letzten Totalverlust in der deutschen Handelsflotte gab es Anfang Januar 2015, als der Betonfrachter „Cemfjord“ der Reederei Brise vor der Küste Schottlands bei schwerem Wetter unterging und die acht Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.

Meistens führen menschliche Fehler zur Havarie

Bei fast allen Unglücken, Havarien und Totalverlusten sind nach der Analyse der Versicherung menschliche Fehler im Spiel. So war es wohl auch beim Verlust des Öltankers „Sanchi“ vor der chinesischen Küste zu Beginn dieses Jahres: Er kollidierte mit einem chinesischen Getreidefrachter, geriet in Brand und sank. 32 Tote und riesige Ölteppiche im Ostchinesischen Meer waren die Folge. Mehr als die Hälfte der verlorenen Schiffe sind Frachter. Fischerei und Passagierschifffahrt sind weniger stark betroffen.

Wir erinnern in unserer Bildergalerie an spektakuläre Havarien auf See.