Verspätung Alles Auslegungssache

Von Michael Setzer 

Sensationelle Physik: Wer wie die Bahn rechnet, ist praktisch nie zu spät. Experten nutzen diese Erkenntnisse natürlich auch im Privatgebrauch.

Die Bahn wertet Züge erst ab der sechsten Minute als verspätet. Foto: dpa
Die Bahn wertet Züge erst ab der sechsten Minute als verspätet. Foto: dpa

Stuttgart - Bockstark! Die Deutsche Bahn wertet Züge erst ab der sechsten Minute als verspätet. Das ist gut für die Statistik. Man kennt das von zu Hause: Wer sich ein Doppeldeckerbrot schmiert, darf das vor der Kalorienpolizei als „ein Brot“ verbuchen. Ebenso gilt es als gesetzt, dass Alkoholkonsum erst ab einer bestimmten Menge kenntlich zu machen ist. Betrunken ist man demnach erst, wenn das tags darauf rechts unten in der Zeitung steht oder einen die Schwester in der Notaufnahme mit „Willkommen zurück!“ weckt.

Polizisten fragen auch gerne, ob man Alkohol konsumiert habe. Besitzer einer Bahncard 50 wissen jetzt: Gezählt wird erst ab dem sechsten Bier und dann werden noch 50 Prozent Ermäßigung abgezogen. Auch okay: „Bedenkt man, wie viele Getränke noch in der Kneipe sind, hab ich fast gar nichts getrunken, Columbo!“ Mathematikern schwant derweil, weshalb die Ergebnisse der Kostenberechnung für einen Tiefbahnhof schwanken wie ein auf Gleis 3 gestrandeter Junggesellenabschied in Kassel Wilhelmshöhe.




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