Nach „The Länd“ startet das Land eine weitere Kampagne: Unter dem Motto „Du bist Tourismus“ will es bei den Einheimischen um mehr Verständnis für Feriengäste werben.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Andreas Müller (mül)

Es war eine Kampagne, der man kaum entgehen konnte. „Du bist Deutschland“, wurde den Bundesbürgern 2005/2006 auf allen Kanälen eingehämmert. Zwei Dutzend Medienhäuser wollten den Deutschen damit Selbstvertrauen und Zuversicht einimpfen. Das Echo war gemischt, der Slogan wurde später persifliert und immer wieder kopiert. „Du bist Politik“, heißt etwa eine Initiative der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt.

Anderthalb Jahrzehnte später springt nun auch Baden-Württemberg auf den Zug auf. „DU bist Tourismus“, lautet eine Kampagne, mit der die Landesregierung zweierlei erreichen will: Die Landeskinder sollen endlich den Stellenwert des Fremdenverkehrs als Leitbranche mit 25-Milliarden-Umsatz erkennen. Und sie sollen dazu beitragen, dass diese floriert – dazu müssten sich die Gäste „willkommen fühlen“. Nur dank der zuweilen als lästig empfundenen Urlauber, sollen sie begreifen, gibt es in manchen Orten noch Supermarkt oder Bäcker.

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„Tourismus. Bewusst. Stärken“, heißt die Devise der 3,3 Millionen Euro teuren Akzeptanzkampagne, die von einer Münchner Agentur konzipiert wurde. Nicht alle Bürger, weiß der zuständige Tourismusstaatssekretär Patrick Rapp (CDU), werden gerne mit „Du“ angesprochen. Doch zweierlei spreche dafür: Zum einen steckte das „Du“ in zahlreichen Begriffen, die man für die Kampagne nutze – AkkulaDUng etwa. Zum anderen wolle man gerade jüngere Menschen erreichen, die die Zusammenhänge nicht so überblickten; da mindere das „Du“ die Distanz. Nun müssen die Bürger nur noch die diversen Landeskampagnen unterscheiden können: „Wir sind Süden“, wirbt der Tourismusverband, das Staatsministerium vermarktet neuerdings „The Länd“. Vielleicht braucht es einen Dachslogan: „Wir sind The Länd.“

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