Vesperkirche in Göppingen Landesmutter Gerlinde Kretschmann packt mit an

Gerlinde Kretschmann (links) und Annette Noller hielten auch die Andacht. Foto: Staufenpress

In der Vesperkirche in Göppingen haben zwei prominente Frauen ausgeholfen: Gerlinde Kretschmann, die Schirmherrin des Projekts, und Oberkirchenrätin Annette Noller haben Essen geschöpft und die tägliche Andacht gehalten.

Prominente Helferinnen in der Vesperkirche Göppingen: Gerlinde Kretschmann, Schirmherrin der Vesperkirchen in Baden-Württemberg und Frau des Ministerpräsidenten, ist zusammen mit Annette Noller gekommen, um mit anzupacken. Noller ist Oberkirchenrätin und auch Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Württemberg. Sie helfen nicht nur bei der Essensausgabe und beim Abräumen, sie führen auch Gespräche mit den Gästen.

 

Wolfgang Baumung, Leiter des Hauses Linde und Organisator der Vesperkirche, heißt sie willkommen. Nollers Eindruck: „Das ist ein Ort, wie wir ihn uns vorstellen“, sagt sie. Sie wolle den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern Danke sagen und die Unterstützung der Landesdiakonie zeigen. Es mache ihr auch Spaß, obwohl man auch „ein wehes Herz“ dabei habe, dass in einer reichen Gesellschaft Menschen auf ein warmes Essen angewiesen seien, das durch Spenden finanziert wird.

Täglich findet eine Andacht statt

Kretschmann und Noller halten zusammen auch die kleine Andacht, die in der Vesperkirche täglich gepflegt wird. Sie besprechen die Geschichte aus der Bibel, als Jesus mit „Sündern und Zöllnern“ gegessen hat. Noller übernimmt den interpretatorisch-theologischen Part und Kretschmann wendet die Geschichte auf den Alltag an. Im Gebet wird für die Gemeinschaft gedankt und um Hoffnung, Zukunftsmut und Glaubenszuversicht gebeten.

Etwa 180 Essen seien an diesem Tag ausgegeben worden, berichtet Baumung. Das entspreche ungefähr der Durchschnittsmenge. Die Menschen seien froh, dass es wieder eine normale Vesperkirche gebe. Trotz des vollen Hauses herrsche eine „relaxte Stimmung“. Als Veranstalter sei man froh, dass man trotz der Teuerung bislang nicht überrannt worden sei. Am Anfang koste es manche Menschen Überwindung, über die Schwelle zu gehen und sich an den Vesperkirchentisch zu setzen. Dann aber spürten die Menschen, dass es hier keine Rolle spiele, ob man gut betucht sei oder nicht.

Hartmut Zweigle, Dekan und Vorsitzender des Vereins Haus Linde, erzählt von unerwarteten Begegnungen mit Menschen. Es sei schön, dass Vertrauen entstehe unter ganz unterschiedlichen Menschen und man wegkomme von einer „verschämten Armut“. In Gesprächen mit Gästen kann man immer wieder Dankbarkeit und Freude heraushören und bei den Mitarbeitern ein gutes Miteinander spüren. „Das Essen ist einfach spitze“, sagt beispielsweise die Besucherin Patrizia Kallin aus Göppingen.

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