InterviewVfB-Co-Trainer aus Malmsheim Im Speisesaal am Einzeltisch

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Beschreiben Sie doch mal Ihren Tagesablauf?

Wir waren ja nur die eine Woche vor dem ersten Spiel alle im Hotel, seither bewegen wir uns ganz normal in Stuttgart. Einmal Training am Tag, dazu Vor- und Nachbereitung der Spiele. Danach geht’s nach Hause. Das alles geht gerade ratzfatz, nur noch zwei Spiele, dann ist die Saison zu Ende. Ich hoffe, dass wir den zweiten Platz verteidigen, dann gibt’s vielleicht noch eine Aufstiegsfeier – wie auch immer die in Corona-Zeiten aussehen kann.

Das heißt also, Sie befinden sich wie die Mannschaft plus Trainer- und Betreuerteam nicht mehr in fußballerischer Quarantäne?

Nein, das galt nur für die eine Woche vor dem ersten Spiel, dem 1:2 in Wehen. Wobei das auch eine ganz besondere Erfahrung war, mit einem normalen Trainingslager nicht zu vergleichen. Dazu gehören in der Regel teambildende Maßnahmen, es geht auch mal raus. Das war diesmal alles nicht möglich. Nur ein Beispiel: Im Speisesaal saß jeder an einem Einzeltisch, eineinhalb Meter von den anderen weg. Sehr ungewöhnlich. Dabei hat doch jeder von uns eigentlich den Drang, mit anderen zusammen zu sein. Gerade im Fußball und in allen anderen Mannschaftssportarten.

Wurde das auch überprüft?

Natürlich. Und wir wollten uns nichts zuschulden kommen lassen, um die Fortsetzung der Saison nicht zu gefährden. Die ganzen Horrorszenarien, die sich dabei manche Kritiker im Vorfeld ausgemalt haben, sind übrigens alle nicht eingetreten. Das Konzept der Deutschen Fußball-Liga funktioniert, ist für mich auch ein Beweis für deutsche Gründlichkeit. Dafür werden wir im Ausland auch bewundert und inzwischen kopiert.

Wie oft haben Sie seither im eigenen Bett daheim in Malmsheim geschlafen?

Inzwischen mache ich das wieder regelmäßig.

Und was sagt Ihre Familie zu dem Ganzen?

Wir sind seit 25 Jahren verheiratet, meine Frau weiß genau, dass das zum Fußball gehört. Und die eine Woche ging auch schnell vorüber.

Was ist mit Freunden? Keine getroffen seither?

Das ist schwer, darauf müssen wir gerade verzichten. Ich besuche nur meine Eltern, nicht einmal meine Geschwister. Ansonsten bin ich daheim oder gehe raus in die Natur, mit dem Hund eine Stunde lang, das genieße ich.




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