VfB-Coach Wolf zur Ausgliederung Infrastruktur des Vereins nicht auf Top-Level

Von red 

Die richtungsweisende Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart steht bevor. Nun hat Trainer Hannes Wolf in einem „Bild“-Interview zu einer möglichen Ausgliederung Stellung bezogen und einen Blick auf die kommende Saison gewagt.

VfB-Coach Hannes Wolf ist ganz klar für die Ausgliederung der Profiabteilung. (Archivbild) Foto: Pressefoto Baumann
VfB-Coach Hannes Wolf ist ganz klar für die Ausgliederung der Profiabteilung. (Archivbild) Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Nach dem sofortigen Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga folgt für den VfB Stuttgart am Donnerstagabend der nächste wegweisende Schritt.

Lesen Sie hier: Fragen und Antworten zur Ausgliederung

In der außerordentlichen Mitgliederversammlung werden die Weichen für die Zukunft des Clubs gestellt – kommt es zur Ausgliederung der Profiabteilung oder nicht?

In einem Interview mit der „Bild“ hat sich VfB-Coach Hannes Wolf nun zu der Ausgliederung sowie zu den Plänen für die kommende Saison geäußert.

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Dabei bezieht Wolf ganz klar Stellung für eine Ausgliederung. „Ich glaube, dass die Ausgliederung ein ganz wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Vereins ist. Die Infrastruktur beim VfB ist einfach nicht zeitgemäß, sie ist nicht auf einem Top-Level. Weder bei den Profis, noch bei der Jugend. Die Ansprüche rund um den VfB sind aber riesig – und passen derzeit nicht zu den Rahmenbedingungen“, verdeutlicht der 35-Jährige.

Zumal im Umfeld des Clubs die Erwartungshaltung riesig sei. „Schauen Sie sich den Tag des Aufstiegs an. Da kommen 100.000 Leute, um die Rückkehr in die 1. Liga zu feiern. Keiner von ihnen hat Lust, sich im nächsten Jahr wieder über den Abstieg zu ärgern. Hier haben alle Hunger auf Erfolg. Wenn du aber alles so weiter machen willst wie immer, hast du keine Chance. Es geht jetzt darum, die Weichen zu stellen, um diesen Erwartungen auch gerecht zu werden.“

Wolf richtet seinen Blick auf die kommende Saison

Wolf richtet auch schon seinen Blick auf die kommende Saison. Die Art des Fußballs, die der VfB bereits in der 2. Bundesliga gespielt hat, müsse sich nicht zwingend ändern. „Natürlich sind die Gegner in einer anderen Qualitäts-Kategorie. Aber auch in der 2. Liga gab es nur selten tief stehende Gegner. Mannschaften wie Bielefeld haben fast nur nach vorne verteidigt. Teams wie Aue oder Union Berlin haben spielerische Lösungen bevorzugt. Für uns ist wichtig, dass wir unsere eigene Fußball-Kultur weiter führen – alles geben, konstante Intensität, Mut. Ich glaube, dass wir auch mit dieser Kultur die Menschen mitgenommen haben“, ergänzt der VfB-Coach.

Auf keinen Fall soll sich der VfB durch die kommende Saison mauern. „Wir wollen Ballbesitz haben. Wenn wir den Ball nicht haben, wollen wir ihn zurück erobern und aus Kontern ein Tor schießen.“

Ob Wolf Druck verspüre angesichts der Tatsache, dass der Verein in den kommenden Jahren wieder im oberen Tabellendrittel der 1. Bundesliga angreifen will? „Nein, diese Zeitspanne blende ich aus. Ich konzentriere mich auf eine gute Vorbereitung, dann auf den 1. Spieltag, anschließend darauf, dass wir uns Spieltag für Spieltag durchbeißen.“

Sehen Sie im Video einen Rückblick auf den emotionalen Aufstiegstag.