VfB-Einzelkritik gegen Frankfurt Viel zu feiern

Glücksschreie im Akkord: die VfB-Spieler bejubeln den 2:1-Sieg. Foto: dapd
Glücksschreie im Akkord: die VfB-Spieler bejubeln den 2:1-Sieg. Foto: dapd

Stuttgart - Vor der Partie gegen Frankfurt ist viel darüber diskutiert worden, dass sich der VfB besonders vor heimischem Publikum sehr schwer tut. Beim 2:1-Sieg am Sonntag haben die Stuttgarter eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen. Die Einzelkritik.

Sven Ulreich: Note 1-2

Der Torhüter rettete dem VfB unmittelbar vor dem Schlusspfiff mit seiner größten Glanztat den Sieg, indem er einen Schuss des Frankfurters Alex Meier um den Pfosten lenkte. Zuvor strahlte Ulreich Ruhe und Präsenz aus – und konnte sich mehrfach mit Paraden auszeichnen.

Gotoku Sakai: Note 4+

Bei dem Japaner, der in der vergangenen Rückrunde so glänzend aufspielte, lief es auch gegen die Eintracht nicht rund. Laut Trainer Bruno Labbadia liegt dies auch an der fehlenden Vorbereitung des Rechtsverteidigers, der bei Olympia war. Flanken gab es von Sakai keine zu sehen. Darüber hinaus war er beim 1:1 durch Meier nicht auf der Höhe.

Serdar Tasci: Note 2+

Gemeinsam mit Georg Niedermeier hielt der Kapitän die Defensive zusammen – und sorgte so dafür, dass der VfB auch einige kritische Phasen gegen die selbstbewusste Eintracht schadlos überstand. Zudem schaltete sich Tasci punktuell in die Offensive ein. In der zweiten Halbzeit zwang er den Frankfurter Torwart Kevin Trapp mit einem Rechtsschuss zu einer Glanzparade.

Georg Niedermeier: Note 1-2

Der Bayer war der Turm in der Defensive, an dem sich die anderen aufbauen konnten. Niedermeier gewann in der Rückwärtsbewegung viele wichtige Zweikämpfe und ließ sich auch nicht aus dem Konzept bringen, als er nach einem Zusammenprall mit Alex Meiers Hinterkopf einen Eckzahn verlor. Fazit: in dieser Form ist der „Niederstrecker“ unersetzlich.

Cristian Molinaro: Note 3

Man kann dem Italiener gewiss keinen mangelnden Einsatz vorwerfen. Wenn aber ein Linksverteidiger in 90 Minuten keine verwertbare Flanke vor das gegnerische Tor bringt, dann kann man nicht von einer guten Leistung sprechen. Immerhin hielt Molinaro seine Abwehrseite weitgehend dicht.

William Kvist: Note 3+

Der Däne war wie bereits gegen seinen Heimatclub Kopenhagen nicht der Leader im Mittelfeld. Wertvoll in der Defensive und wie immer läuferisch stark, spielte Kvist zu selten den klugen Pass. Von einem absoluten Leistungsträger darf man mehr erwarten.

Ibisevic ist die VfB-Lebensversicherung

Christian Gentner: Note 1-

Der Dreh- und Angelpunkt im Spiel des VfB. Spulte ein beeindruckendes Laufpensum ab, obwohl er mit muskulären Problemen in die Partie gegangen war. Dem Nürtinger gelang nach sechs Minuten das schnelle Tor zum 1:0. Das gab dem deutschen Meister der Jahre 2007 und 2009 Auftrieb. In dieser Form ist Christian Gentner, der in Stuttgart nicht immer unumstritten war, aus der Startelf nicht wegzudenken.

Raphael Holzhauser: Note 2

Der 19-jährige Youngster im Team spielt mit einer erstaunlichen Bierruhe. Zudem besitzt der 1,93 Meter große Österreicher ein gutes Auge für die Situation. So sorgten seine überraschenden Steilpässe wiederholt für Gefahr. Dass Holzhauser nach 80 Minuten die Puste ausging, darf man ihm in seinem Alter nachsehen.

Martin Harnik: Note 3

Bei der rechten Offensivkraft wechselte viel Licht mit viel Schatten. Glänzend die Flanke des Außenstürmers zum 2:1 durch Vedad Ibisevic. Allerdings waren die vielen technischen Unzulänglichkeiten zuvor auch nicht zu übersehen.

Ibrahima Traoré: Note 2+

Der kleine Wirbelwind aus Afrika bereitet den VfB-Fans immer mehr Freude. Stark seine Vorarbeit zum 1:1 durch Gentner. Auch den zweiten Stuttgarter Treffer leitete „Ibo“ mit einem Sololauf ein. Im Abschluss muss Traoré allerdings noch viel effizienter werden.

Vedad Ibisevic: Note 2+

Der Bosnier ist die Lebensversicherung des VfB. Mit seinen zehn Pflichtspieltoren hat Ibisevivc die Hälfte aller VfB-Treffer erzielt. Auch gegen Frankfurt war auf den Mittelstürmer Verlass. Die Flanke von Harnik verwertete er mit einem schulmäßigen Kopfball souverän zum Siegtreffer.