In einer Serie stellen wir offizielle Fanclubs des VfB Stuttgart vor. Heute: "Courage Gerlingen".

Stuttgart - Hey, hey, hey, VfB ein Leben lang, hey, hey, hey: Im Laufe der Fußball-Bundesligasaison 2011/12 stellen wir in einer Serie einige offizielle Fanclubs des VfB Stuttgart vor. Diesmal: Der "VfB Fanclub Courage Gerlingen".

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Wie alles begann beim Fanclub Courage Gerlingen

Mario Gomez und Cacau schossen Tor um Tor, Pavel Pardo und Thomas Hitzlsperger zogen im Mittelfeld die Fäden, dahinter räumten Matthieu Delpierre und Timo Hildebrand ab - der VfB Stuttgart spielte in der Saison 2006/07 eine fantastische Bundesligasaison. Und die wurde sogar mit dem Meistertitel gekrönt.

Hin und weg von den forschen Auftritten ihres VfB waren auch einige treue Anhänger, die sich damals regelmäßig im Café Courage an der Eltinger Straße in Gerlingen, exakt 16,4 Kilometer von der Mercedes-Benz-Arena entfernt, trafen. Das "Courage" zeigte die VfB-Partien live im Fernsehen, also kamen die Fans.

Und für diese treuen Anhänger hatte das Folgen: "Der Drang, die Zugehörigkeit und die Treue zum VfB auch nach Außen zu dokumentieren und die Botschaft in die Welt hinaus zu posaunen, staute sich bei einigen von uns dermaßen auf, dass es im Meisterschaftjahr 2007 kein Halten mehr gab", erinnert sich der heutige Schriftführer und Pressewart Jochen Kuschmierz. "Und am 15. Juli 2007 führte das zur Gründung des 'VfB Fanclub Courage Gerlingen'."

Der Fanclub startete gleich mit 45 Mitgliedern, von denen sich 17 im Sommer vor viereinhalb Jahren zur konstituierenden Sitzung im Café Courage trafen. Neben den obligatorischen Vorstandswahlen und der Ämtervergabe wurde auch über den Vereinsnamen abgestimmt. Der bis dato namenlose Club erhielt den Namen "VfB Fanclub Courage Gerlingen" - "bei dem Namen unseres Stammsitzes war das auch naheliegend", sagt Kuschmierz.

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Und schon während dieser ersten Sitzung kristallisierte sich heraus, wohin die Reise des neuen Offiziellen Fanclubs (OFC) gehen sollte. Kuschmierz hat ein paar Sätze aus dem Gründungsprotokoll hervorgekramt: "Wir wollen ein offener Fanclub für alle VfB-Fans sein, auch für Kinder und Jugendliche. Interessenten mit der richtigen (roten) Gesinnung sind uns jederzeit willkommen. Auch wollen wir die ganze Sache nicht sooooo bierernst sehen. Bier schon ... aber nicht zu ernst. Wir sind weder der 'Dackelclub Herne-Oststadt 05' noch die 'Kleingärtnerkolonie Glückauf Baden' ..."

Und weiter heißt es: "... An Veranstaltungen planen wir unter anderem Stadionbesuche, Teilnahme an Fußballturnieren und eventuell auch die Veranstaltung eines solchen Turniers (irgendwann mal). Aber auch diverse Feste und Feiern (Sommerfest, Weihnachtsfeier ...). Aber alles gaaaaaaanz langsam. Erst mal in die Spur kommen. Keine Panik auf der Titanic. ..."

Am 27. Oktober 2007 wurden die Gerlinger bei einer Veranstaltung in der Carl-Benz-Arena schließlich von den VfB-Fanbeauftragten Peter Reichert und Ralph Klenk in den Schoß der OFC-Fanclub-Familie aufgenommen. 

Wer genau ist der VfB Fanclub Courage Gerlingen?

Wer genau ist der VfB Fanclub Courage Gerlingen?

Der Fanclub hat inzwischen 163 Mitglieder, quer durch alle Generationen. Jochen Kuschmierz betont: "Jeder Einzelne und jede Persönlichkeit macht unseren Fanclub aus. Jeder kann und soll sich mit seinen Ideen einbringen."

Um Entscheidungen treffen zu können, wurde aber selbstverständlich ein Vorstand gewählt: Dieter Brandsch, Spitzname "Specki", ist seit der Gründung der erste Vorsitzende, Rüdiger Graf, genannt "Rudi", sein Stellvertreter. Zum Kassenwart - "einer der wichtigsten Leute im Fanclub" (Kuschmierz) - wählten die Mitglieder Bertram "Berti" Sugg, Frank Hruschka zum zweiten Kassenwart. Das Amt des Schriftführers üben Kuschmierz und Giovanni Buccoliero aus, der sich auch als Webmaster um die Homepage kümmert.

Zudem haben sich die Gerlinger VfB-Fans einen so genannten Vergnügungsausschuss zugelegt: Zuständig für die Organisation von Festen, Veranstaltungen oder auch Auswärtsfahrten sind die Mitglieder Wolfgang Wilhelm, Uwe Hoffmann, Anita Weidle, Bernhard Paitz und Claudia Wagner. "Darüber hinaus gibt es noch viele, viele helfende Hände, die hier nicht erwähnt werden können", lobt Schriftführer Kuschmierz.

Wo trifft sich der Fanclub?

"Jeder Fanclub braucht neben dem Neckarstadion eine Heimstätte - und unser Stammsitz ist eben das Café Bistro Courage, mitten in Gerlingen. Das Gebäude wurde 1493 erbaut, genau 400 Jahre vor der Gründung des VfB Stuttgart 1893", sagt Jochen Kuschmierz. "Und das 'Courage' hat es schon zum offiziellen VfB-Treff geschafft." Der Titel wurde am 5. August 2008 vom VfB verliehen.

Was der Fanclub Courage Gerlingen so treibt

"Der Grund unseres Bestehens", sagt Jochen Kuschmierz, "ist die Leidenschaft für den VfB: ob als Dauerkartenbesitzer im Stadion oder Teil der Fangemeinde im Courage bei der Live-Übertragung." Die Gerlinger begleiten den VfB zum Teil bei Auswärtsspielen in Deutschland und auch in Europa, manchmal ist dann ein Bus voll. Zum Programm gehörten bislang auch etwa ein Sommerfest, eine Jahresabschlussfeier, ein Bowlingabend oder ein Wochenende im Allgäu.

Doch der Fanclub kann auch ernst: "Wenn es uns wichtig erscheint, mischen wir uns ein und versuchen Einfluss zu nehmen", sagt Schriftführer Jochen Kuschmierz. "Jeder VfB-Fan erinnert sich noch mit Schrecken an die vergangenen Saison: Abstiegskampf und eine erstarrte VfB-Führung! Wie viele andere Anhänger waren auch wir der Meinung, dass sich beim VfB etwas ändern muss."

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Also knüpfte Kassenwart Bertram Sugg den Kontakt zu Helmut Roleder. Der frühere VfB-Torwart wollte (unterstützt von der "Aktion VfB 2011") bei der anstehenden VfB-Mitgliederversammlung als unabhängiger Präsidentschaftskandidat antreten und am 14. Juni 2011 folgte Roleder der Einladung des Fanclubs, kam ins Café Courage und gab einen Einblick in seine Vorstellungen. Der Gerlinger Vorstand präsentierte einige Anträge für die VfB-Mitgliederversammlung in der Schleyerhalle. "Und im Rückblick zeigt sich, dass dies richtig war und dass es auch richtig ist, sich einzumischen", sagt Kuschmierz. "Beim VfB hat sich seither schon etwas geändert und vieles ist auf einem richtigen Weg. Man spürt, dass die Vereinsführung mehr auf seine Fans und die Fanclubs eingeht. Aus diesem Grund ist es uns auch wichtig, an den OFC-Regionalversammlungen teilzunehmen und wichtige Infos aus erster Hand zu erhalten." 

Die sportliche Sicht des Fanclubs Courage Gerlingen

Die sportliche Sicht des Fanclubs Courage Gerlingen

Für die Anhänger fällt das VfB-Fazit des zweiten Halbjahres 2011 durchwachsen aus: "Beim Rückblick auf alle Spiele der Hinrunde muss man feststellen, dass es beim VfB mit ein wenig Pech beziehungsweise ohne den überragenden Mann der Hinrunde, Sven Ulreich, schon jetzt wieder ziemlich düster hätte aussehen können", urteilt Kuschmierz. "Die wenigen Lichtblicke waren die Spiele gegen die beiden Mannschaften aus dem Ruhrpott: Dortmund und Schalke. Zu oft hat der VfB leider eine spielerische Überlegenheit nicht in Tore umgemünzt. Ungewohnt viele Fehlpässe in der Vorwärtsbewegung führten häufig zu brenzligen Situationen im eigenen Strafraum." Und das sei deshalb unerklärlich, so Kuschmierz, weil es das Team und jeder Einzelne doch besser könne.

Das wünscht sich der Fanclub für die Rückrunde

Torchancen waren genügend vorhanden, die Torausbeute aber war mager. Also liegt es auf der Hand, was sich der VfB-Fanclub Courage Gerlingen für die nun startende Rückrunde wünscht. "Einen Mittelstürmer! Wir wünschen uns einen Stürmer, der den Ball auch mit dem Rücken zum Tor annehmen und dann abschließen kann. Wir wollen wieder an Torchancen glauben, bis zur letzten Minute eines Spiels. Und in so einem Fall muss man auch schon mal finanziell in Vorkasse gehen, um letztendlich den Ertrag zu steigern", sagt Kuschmierz, der mit diesem Wunsch nicht alleine ist.

Der Gerlinger, der sich in der Tabelle einen Platz unter den ersten Fünf und eine attraktive Spielweise erhofft, geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wir als Fanclub wünschen uns einmal eine klare Stellungnahme der VfB-Vereinsführung, in welche Richtung es mit dem VfB in den nächsten Jahren gehen soll. Welche Ziele gibt es? Welche Vorgaben? Gibt es Visionen? Wir haben die Befürchtung, dass es nur ein Ziel gibt: am Jahresende in der Bilanz eine 'schwarze Null' zu schreiben."

Der VfB Stuttgart kann froh sein, dass er den Gerlinger Fanclub hat, weil ...

"... wir den VfB bedingungslos unterstützen, in guten und selbstverständlich auch in schlechten Zeiten", sagt Jochen Kuschmierz im Namen aller 163 Mitglieder. Und davon kann sich jeder überzeugen: Wer den "VfB-Fanclub Courage Gerlingen" kennenlernen möchte, kann sich hier informieren oder auch einfach mal persönlich vorbeikommen.

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