Der VfB Stuttgart empfängt am Donnerstag den Verein Maccabi Tel Aviv im Rahmen der Europa-League. Es gelten höchste Sicherheitsvorkehrungen für die Stadt.
Die Innenstadt hat sich am Tag vor dem Spiel bereits verwandelt: Überall Polizei, zwei Hubschrauber knattern über den Dächern der City. Wer es bis dato noch nicht mitbekommen hatte, erfuhr es spätestens jetzt: Wegen der Fußball-Europa-League-Begegnung zwischen VfB Stuttgart und Maccabi Tel Aviv gilt drei Tage lang eine extrem hohe Sicherheitsstufe in der Landeshauptstadt.
Der Donnerstag ist der Tag des Spiels. Die Polizei hat angekündigt, dass insgesamt mehrere Tausend Einsatzkräfte in der Stadt sein werden. Das hat mehrere Gründe. Zum einen herrsche eine abstrakt hohe Gefährdungslage: Deutschland ist eines der mögliche Ziele für islamistisch motivierte Terroranschläge. Deswegen werden die Menschen in der Stadt und auf dem Weihnachtsmarkt geschützt.
Zum zweiten sind die Gästefans der Mannschaft Maccabi Tel Aviv und die Mannschaft selbst mögliche Ziele für Angriffe. Die Polizei hat klargemacht, dass sie „antisemitischen Straftaten keinen Raum geben“ werde und „überall dort entschlossen eingreifen“ werde, wo es notwendig sei. Sie habe sich auf „ein breites Spektrum von Einsatzlagen“ vorbereitet, „bis hin zu terroristischen Szenarien“, sagte der Stuttgarter Polizeivizepräsident Carsten Höfler. Drittens gebe es auch in den Reihen der Maccabi-Fans eine Szene gewaltbereiter Anhänger ihres Teams. Auch auf diese werden die Sicherheitskräfte ein Auge haben.
Geheime Routen: Polizei schützt Maccabi Tel Aviv
Die Mannschaft steht unter dem Schutz der Polizei. Ihr Aufenthaltsort und ihre Wege vom Flughafen zum Hotel sowie vom Hotel zum Stadion sind geheim. Das Team wurde am Flughafen von der Polizei abgeholt und wird bis zum Verlassen des Landes betreut.
Am Vorabend des Spiels lief eine erste pro-pälestinensische Demo am Rotebühlplatz. Es kamen deutlich weniger Teilnehmende als von den Veranstaltenden angemeldet: Statt rund 500 waren es letztlich nur knapp 100 Personen. Laut der Polizei verlief der Abend friedlich – und endete auch früher als geplant.
Während der drei Tage – Anreise – Spieltag – Abreise – gilt über der Stadt ein Überflugverbot. Auch dessen Einhaltung überwacht die Polizei aus der Luft. Zwei Hubschrauber kreisten deswegen am Mittwoch über der Stadt. Das Verbot gilt auch für Drohnen. Ähnlich war es auch während der Spiele der Europameisterschaft im Sommer 2024. Damals holte die Polizei mehrere Drohnen vom Himmel über Stuttgart – alle waren harmlos, sie gehörten Fußballfans, die Aufnahmen machen wollten.
Polizei durchsucht Stadion mit Spürhunden vor Spielbeginn
Das Stadion wird vor Spielbeginn gründlich abgesucht. Dabei setzt die Polizei auch Hunde ein, die verschiedene Gefahrstoffe wittern können. Das Stadion werde an den VfB übergeben, „sobald es sicher verantwortet werden kann. Die Entscheidung fällt taktisch, abgestimmt mit allen Beteiligten“, sagte der Einsatzleiter Carsten Höfler.
Die Fans müssen sich am späten Nachmittag beizeiten auf den Weg machen. Denn der Einlass wird dauern: Erstmals wird man am Eingang mit Metalldetektoren abgesucht, das verlängert die Einlasszeiten. Es gelten strenge Regeln, so sind etwa Taschen und Rucksäcke verboten. „Inakzeptables oder unkooperatives Verhalten während des Einlassprozederes führt direkt zu einem Hausverbot für diesen Spieltag“, teilt der VfB mit. Wer nicht 90 Minuten vor Anpfiff da sei, riskiere es, den Beginn des Spiels zu verpassen. Die Fans aus Israel können sich am Nachmittag an einem zentralen Fan-Treffpunkt sammeln und von dort zum Stadion anreisen. Die Polizei wird sie begleiten.