VfB im DFB-Pokal „Von Anfang an bereit“ – wie der VfB das Viertelfinale perfekt gemacht hat

Enzo Millot (re.) öffnet die Tür zum Viertelfinale – der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart trifft zum 1:0 gegen den SSV Jahn Regensburg. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Zum dritten Mal in Folge steht der VfB Stuttgart im Viertelfinale des DFB-Pokals. Beim 3:0 beim SSV Jahn Regensburg ließ das Team nichts anbrennen. Was war der Schlüssel?

Sport: David Scheu (dsc)

Am Ende standen sie dann fast wieder alle auf dem Platz des Jahnstadions in Regensburg, die Stammkräfte des VfB Stuttgart – und machten mit allen anderen nach dem Abpfiff der Viertelfinalpartie des DFB-Pokals einen ziemlich zufriedenen Eindruck. Trotz zahlreichen Wechseln in der Startformation hatte der Vizemeister der vergangenen Bundesligasaison die Pflichtaufgabe beim Zweitliga-Schlusslicht souverän gelöst. 3:0 siegten die Stuttgarter – und dürfen im neuen Jahr weiter vom ersten Pokaltriumph seit 1997 träumen.

 

Sebastian Hoeneß, der Trainer des VfB Stuttgart hatte wie angekündigt zahlreichen Stammkräften zunächst eine Pause gegönnt. Sieben Änderungen in der Startelf gegenüber dem 2:2 bei Werder Bremen am vergangenen Samstag schüttete seine Rotationsmaschine aus, unter anderem saßen der Kapitän Atakan Karazor, der Torjäger Ermedin Demirovic und der Stammtorhüter Alexander Nübel auf der Bank. Zeigen durfte sich dagegen zum ersten Mal seit langem der Mittelfeldspieler Yannik Keitel, der im Sommer vom SC Freiburg zum VfB gekommen war. Er ersetzte Karazor – und zunächst sorgten die vielen Wechselspiele ganz und gar nicht dafür, dass der VfB sein Ziel aus den Augen verlor. „Wir waren“, lobte Fabian Wohlgemuth, der VfB-Sportvorstand, „von Anfang an bereit und hatten Respekt vor dem Gegner.“

Sebastian Hoeneß träumt vom Einzug ins Pokalfinale – seine Schützlinge begannen entsprechend konzentriert und waren bemüht, die Regensburger gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen. Viele Passfolgen sorgten in der ersten Hälfte für einen Ballbesitzanteil von 74 Prozent – und ergab auch schnell gefährliche Situationen.

Enzo Millot und Anrie Chase treffen früh

Den Kopfball von Pascal Stenzel in der siebten Minute konnte der Regensburger Keeper noch parieren, drei Minuten später war Felix Gebhardt aber machtlos. Keitel und Nick Woltemade hatten vorbereitet, Enzo Millot drehte sich geschickt um zwei Gegenspieler, ehe er den Ball ins lange Eck schoss. Die frühe Führung war ganz nach dem Geschmack des VfB. Und Anrie Chase sorgte dafür, dass die Lage noch komfortabler wurde.

Pascal Stenzel schlug in der 19. Minute eine Freistoßflanke hoch und weit in den Regensburger Strafraum. Eigentlich war genug Zeit für die Abwehr, sich zu orientieren, der Youngster aus der Stuttgarter Innenverteidigung kam dennoch recht frei zum Kopfball – und Chase erzielte sein erstes Profitor. „Wir haben gleich für klare Verhältnisse gesorgt“, sagte der Ersatzkapitän Angelo Stiller. Hoeneß ergänzte: „Es war wichtig, dass wir die zweite und dritte Chance gleich genutzt haben.“ In der Folge war der VfB dann nicht mehr ganz so konsequent, die Regensburger versuchten, mit etwas mehr Härte noch einmal einen Fuß in die Tür zu bekommen, aber zu Beginn der zweiten Hälfte war die Dominanz der Gäste zurück. Und die frühe Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten.

Der eingewechselte Justin Diehl spielte in Minute 61. Minute einen klugen Pass auf Nick Woltemade, der Ex-Bremer machte sich auf den Weg zum Regensburger Tor, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und erzielte seinen dritten Treffer im dritten Pokalspiel für den VfB. Damit war das Weiterkommen im Grunde schon eine halbe Stunde vor dem Abpfiff gesichert – und, ebenfalls nicht unwichtig: Die Stuttgarter sparten sich in einer ohnehin anstrengenden Saisonphase die Mühen einer möglichen Verlängerung sowie den Nackenschlag eines blamablen Ausscheidens im Pokal. „Am Ende haben wir total verdient gewonnen“, sagte Wohlgemuth.

Nick Woltemade setzt mit seinem Treffer zum 3:0 den Schlusspunkt für den VfB. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Weshalb dieses Achtelfinalspiel seinen Zweck auf mehrere Arten erfüllt hat. Hoeneß verteilte die Belastungen auf mehr Spieler als zuletzt, der Pokaltraum lebt weiter – und weitere 1,68 Millionen Euro fließen als Prämie auf das Konto der VfB AG. Wie und wann die Reise weitergeht, entscheidet sich am 15. Dezember, dann wird das Viertelfinale ausgelost, für das vier Termine möglich sind: der 4., 5., 25. und 26. Februar 2025. Bis dahin will der VfB weitere Ziele erreicht haben.

In der nächsten Woche (11. Dezember) ist ein Sieg im Heimspiel gegen die Young Boys Bern geradezu Pflicht, um auch in der Champions League die Chancen aufs Weiterkommen mit ins neue Jahr nehmen zu können. Zuvor steht das Freitagsspiel in der Bundesliga an. Der 1. FC Union Berlin ist zu Gast, und die Stuttgarter wollen das Punktekonto bis Weihnachten noch ordentlich auffüllen.

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