Mit dem französischen Starstürmer Kylian Mbappé will Real seiner üppigen Trophäensammlung weitere Pokale hinzufügen. Foto: dpa/Andrea Comas
Der VfB Stuttgart darf seine Reise durch Europa auf der weltweit größten Bühne des Vereinsfußballs beginnen. Bei Titelverteidiger Real Madrid warten Starstürmer Kylian Mbappé – und ein topmodernes Stadion der Superlative.
Die Legende lebt schöner denn je: Um den Ansprüchen des mit allein 15 Titeln in der Champions League wie im Europapokal der Landesmeister erfolgreichsten Fußballclubs der Welt gerecht zu werden, hat auch das berühmte Estadio Santiago Bernabeu ein gigantisches Facelifting hinter sich. 1,17 Milliarden Euro hat sich Real Madrid den Umbau seiner Heimspielstätte zwischen 2019 und 2023 kosten lassen. Herausgekommen ist eine grandiose Multifunktionsarena im Herzen der spanischen Hauptstadt, die neue Maßstäbe setzt.
So wird das Bernabeu auch die Fans des VfB Stuttgart an der Paseo de Castellana mit seiner futuristischen Hülle aus Edelstahl-Lamellen begrüßen. Ein komplett verschließbares Dach gehört für die 81 044 Fans ebenso zum Standard wie die leicht nach unten geneigte 360-Grad-Videowand am oberen Rand des Stadions, in dem das Spielfeld an Ruhetagen in sechs längliche Streifen zerlegt wird – und per Aufzug unterirdisch gelagert, belüftet, beleuchtet und bewässert wird.
Das neue Bernabeu ist seit der Einweihung 2023 ein Stadion der Superlative. Foto: imago//Daisuke Nakashima
Auf dem Feld bietet Real wie gewohnt Spitzenfußball der Extraklasse. In seiner kurzen Zeit beim FC Bayern München in der Saison 2016/17 ist Carlo Ancelotti überhaupt nicht glücklich geworden, bei den Königlichen ist er eine Institution. Seit 2021 trainiert der 65-Jährige die Stars um Kapitän Luca Modric bei Real – und holte 2022 wie in der Vorsaison den Champions-League-Titel in die spanische Hauptstadt. Von seinen 177 Pflichtspielen mit den Blancos, wie es in Spanien heißt, gewann der Italiener 125 – und verlor lediglich 23.
„Ich muss das Vertrauen des ganzen Clubs spüren“, sagt Ancelotti, der seinen Vertrag Ende des vergangenen Jahres bis Sommer 2026 verlängerte. Aktuell sitzt der Trainer in Madrid fest im Sattel. Zwei Faktoren könnten allerdings dennoch zu einer Trennung vor Vertragsablauf führen: So will man einerseits auch den Sohn eines Käsebauern aus der Emilia-Romagna per Megadeal in die Fußball-Parallelwelt nach Saudi-Arabien entführen; zudem ist es bei Real ein offenes Geheimnis, dass man sich gerne zeitnah die Dienste des Leverkusener Meistermachers Xabi Alonso sichern möchte.
Sportlich bleiben die Ansprüche die Allerhöchsten rund um ein Team, das nach dem Abgang von Taktgeber Toni Kroos im Mittelfeld einen Umbruch erlebt. Mit drei Siegen und zwei Unentschieden aus den ersten Pflichtspielen der Saison – inklusive des Gewinns des europäischen Supercups gegen Atalanta Bergamo – sowie Platz zwei in La Liga hinter dem FC Barcelona ist der Saisonstart zumindest nicht verpatzt worden. An diesem Samstag (21 Uhr) tritt das Team bei Real Sociedad San Sebastian an.
Auf stolze 1,43 Milliarden Euro summiert sich der Marktwert des gesamten Kaders. Doch inmitten der Stars nimmt Stürmer Kylian Mbappé naturgemäß noch eine Sonderstellung ein. Ablösefrei ist der Franzose in diesem Sommer von Paris Saint-Germain gekommen, kassierte dabei kolportierte 100 Millionen Euro an Handgeld. Zuletzt traf Mbappé beim 2:0 über Betis Sevilla doppelt. Abseits des Spielfelds wird seine unprätentiöse Art geschätzt – da hat man bei Real schon wesentlich extrovertiertere Stars erlebt.
Auf den Flügeln kommt Real mit Tempo
Auf dem Rasen soll Mbappé, der Weltmeister von 2018, von der Flügelzange Vinicius Jr. (links) und Rodrygo (rechts) mit viel Tempo und klugen Pässen gefüttert werden. „Ich verteidige ja nicht allein gegen ihn“, sagt VfB-Abwehrspieler Pascal Stenzel, als er etwa auf die Schnelligkeit des Brasilianers Vinicius angesprochen wird.
„Gegen den VfB Stuttgart dürfte es auch so reichen“, lautet derweil der Tenor vieler Fans der Blancos im Internetforum „Real Total“ mit Blick auf die eigene Defensive: Denn Real kommt für seine Verhältnisse gerade in der Abwehr dünn besohlt daher. Der Ex-VfBler Antonio Rüdiger ist nach seiner freiwilligen Auszeit von der deutschen Nationalelf topfit – und in der Innenverteidigung gesetzt. Auch Rechtsverteidiger Dani Carvajal, der den inzwischen 39 Jahre alten Edelreservisten Modric auf dem Platz meist als Spielführer vertritt, ist nach leichten Wehwehchen wieder einsatzbereit.
Doch mit Innenverteidiger Eder Militao, Linksverteidiger Ferlan Mendy sowie den defensiven Mittelfeldkräften Aurélien Tchouaméni und Eduardo Camavinga sind wichtige Spieler verletzt. Bereits seit Dezember des vergangenen Jahres kann David Alaba aufgrund seines Kreuzbandrisses nicht mehr spielen. Sein für Oktober angedachtes Comeback kommt zumindest für das VfB-Spiel zu spät.