Alles begann mit einer Auswärtsfahrt ins Wedaustadion. Ein Bundesliga-Spiel beim MSV Duisburg mit 40 Fans im Jahr 1997. Lange her. Doch seither ist „VfB away“ für viele Anhänger des Clubs aus Cannstatt eine feste Konstante. Vor allem für jene, die es gerne in die Ferne zieht. Seit jenem Spiel im Jahr 1997 bietet das inoffizielle Reisebüro für VfB-Fans zu jedem Auswärtsspiel Busreisen an – von Reutlingen bis Riga. Und hat mit Real Madrid in diesen Tagen eine echte Herkulesaufgabe zu bewältigen.
„Wir wurden förmlich überrannt“, sagt Andreas Armbruster (45), einer der beiden Verantwortlichen von „VfB away“, das als GbR losgelöst vom Club fungiert. Die Ursprungsidee, auch in die 1800 Kilometer von Stuttgart entfernte spanische Hauptstadt Busse zu organisieren, wurde schnell verworfen. Zu weit, zu teuer. Nachdem klar war, dass es seitens des VfB keine preisgünstigen Reise-Angebote geben wird, kam die Idee mit Charterfliegern. Aus einem wurden schnell zwei, dann drei, dann vier. So kommt es nun, dass am Dienstagvormittag allein vier Sondermaschinen von Echterdingen nach Madrid abheben.
1000 Fans in vier Charterfliegern nach Madrid
„Das hatten wir tatsächlich noch nie“, sagt Armbruster, der in einer Marketingagentur arbeitet und als Fan das VfB-Reisebüro im Nebenerwerb betreibt. Ohne große Gewinnabsichten, versteht sich. Das Motto lautet von Fans für Fans. Eine Auswärtsreise soll für jeden erschwinglich und möglich sein. Rund 500 Euro kosten die Plätze im Charter und damit weniger als viele der aktuell stark nachgefragten Linienflüge Richtung Madrid.
Einfach war das ganze Prozedere nicht. Sogenannte Flug-Broker sind für die Vermittlung von Sonderflügen verantwortlich. Die bucht man mal nicht eben wie ein Taxi. Zur Verfügung stehen reine Charter-Fluggesellschaften und gewöhnliche Airlines, die Charterflüge nebenher anbieten. „Ein kompliziertes Geschäft“, sagt Armbruster, der mit vier Flugzeugen das Maximale ermöglicht hat, wie er sagt. Darunter sogar ein Airbus A 330 mit 436 Plätzen. Insgesamt heben rund 1000 Fans an Bord von „VfB away“ ab.
Darunter das komplette Abbild der weiß-roten Familie. Ultras, Normalos und auch solche, die sich eher nicht in einen Bus nach Osnabrück setzen würden. Aber eine Champions-League-Reise zu Real Madrid gibt es eben nicht alle Tage.