Matthias Klopfer Warum der Schorndorfer OB VfB-Präsident werden will

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Der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer möchte beim VfB Stuttgart Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich werden – ehrenamtlich und „voller Überzeugung“.

Matthias Klopfer will Präsident des VfB Stuttgart werden. Foto: © C) Gottfried Stoppel
Matthias Klopfer will Präsident des VfB Stuttgart werden. Foto: © C) Gottfried Stoppel

Stuttgart - Der erste Hut liegt im Ring an der Mercedesstraße. Matthias Klopfer hat ihn geworfen. Der Oberbürgermeister von Schorndorf hat bestätigt, dass er für das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart kandidieren will. „Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Zustimmung der Mitglieder zu werben“, sagt der Kommunalpolitiker.

Lange hat Klopfer offenbar nicht überlegt, und als zögerlich ist er in seinen Entscheidungen ohnehin nicht bekannt. Deshalb hat er sich nach der turbulenten Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag sowie dem folgenden Rücktritt von Wolfgang Dietrich und einem kurz abgehaltenen Familienrat schnell dazu entschlossen, der neue Vereinschef des Fußball-Zweitligisten werden zu wollen.

„Man muss harte Kritik aushalten können“

„Voller Überzeugung“, wie Klopfer betont – und in dem vollen Bewusstsein, wie öffentlich dieses Amt ist. Von Sieg und Niederlage auf dem Rasen hängt vieles ab. Außerdem kann die Stimmung in der Kurve des Stuttgarter Stadions rasch kippen. „Man muss harte Kritik aushalten können“, sagt Klopfer, der sich in seiner Politkarriere wie Dietrich während dessen Präsidentschaft auch schon persönlichen Anfeindungen ausgesetzt sah. Doch das schreckt den SPD-Mann aus dem Rems-Murr-Kreis nicht. Der Reiz, sich beim VfB einbringen zu wollen, ist größer.

Lesen Sie hier: Der Rücktritt von Wolfgang Dietrich

Die Frage nach dem Warum ist Klopfer dennoch bereits unmittelbar nach Bekanntwerden seines Interesses schon mehrfach begegnet. Die Antwort: „Ich will dieses Amt langfristig ausüben und traue mir zu, wieder etwas Ruhe in den Verein bringen zu können“, sagt der 51-Jährige. Wohl wissend, dass die Menge der Mitglieder und Fans nicht auf ihn gewartet hat. Deshalb will der Vorsitzende der Sportregion erst einmal erfahren, was die Anhängerschaft bewegt. Vom einfachen Mitglied bis zum Vertreter des Hauptsponsors.

Klopfer will zunächst gut zuhören

„Viele Menschen wollen, dass es dem VfB besser geht. Mein Ansatz lautet zunächst: Zuhören und anschließend eine gemeinsame Position formulieren“, sagt Klopfer und schaut natürlich gespannt darauf, wie sich die ausgegliederte Profi-Abteilung personell aufstellt. Ein Vorstandsvorsitzender wird gesucht, mit dem der Präsident allein in seiner Funktion als Aufsichtsratschef der Aktiengesellschaft eng zusammenarbeiten müsste.

Teamorientiert will Klopfer das Ganze angehen und klar ist für ihn, dass er nur als ehrenamtlicher VfB-Präsident zur Verfügung stehen würde, keinesfalls als hauptamtlicher. „Ich habe ein wunderbares Amt als Schorndorfer OB. Ich lebe total gerne hier und die Arbeit mit den Menschen macht mir Freude. Zudem habe ich ein großartiges Team um mich herum“, sagt das langjährige VfB-Mitglied. Aus diesem Grund ist er sich sicher, beide Aufgaben unter einen Hut zu bringen.

Ohne Risiko ist das Vorhaben jedoch nicht. Bis zum 15. September läuft die Bewerbungsfrist beim Vereinsbeirat, und erst drei Monate später ist die Mitgliederversammlung angesetzt, auf der zwei Kandidaten zur Wahl stehen sollen. Eine Zeit der Revierkämpfe kann das sein, aber Klopfer will Überzeugungsarbeit leisten.