VfB Stuttgart Abstieg, Aufbruch, Boykott und Ballermann – der große VfB-Jahresrückblick

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Der VfB Stuttgart hat ein Jahr voller Aufs und Abs hinter sich. Eine wahre Achterbahn der Gefühle, gerade auch für die treuen Fans des Clubs mit dem Brustring. Wir lassen das Fußballjahr 2016 Revue passieren.

Der große Jahresrückblick zum VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann 36 Bilder
Der große Jahresrückblick zum VfB Stuttgart. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Hinter dem VfB Stuttgart liegt ein abwechslungsreiches Jahr. Ein toller Start wurde gefolgt vom bitteren Abstieg, vier Trainer wirk(t)en an der Mercedesstraße, die komplette Vereinsführung nahm den Hut, ein streitbarer Präsident wurde gewählt und natürlich kamen und gingen eine ganze Reihe an Spielern. Ganz klar: Es war eine Achterbahn der Gefühle für alle, die es mit dem VfB Stuttgart halten. Also bitte, einsteigen und mitfahren. Wir lassen das Jahr Revue passieren.

Januar & Februar – Neuverpflichtungen und Aufbruchstimmung

Der VfB war unter Interimstrainer Jürgen Kramny nach einer verhunzten Vorrunde ganz akzeptabel in die Winterpause gegangen, in vier Spielen unter ihm holte der Club mit dem Brustring immerhin fünf Punkte und blieb in drei Spielen nacheinander ungeschlagen (1:4 gegen Dortmund, 1:1 gegen Bremen, 0:0 gegen Mainz und 3:1 gegen den VfL Wolfsburg). Dies reichte für einen Platz über dem ominösen Strich und 15 Punkte auf der Habenseite. Nach Neujahr machte Sportchef Robin Dutt seine Versprechungen wahr und holte mit Weltmeister Kevin Großkreutz, Federico Barba und Artem Kravets Verstärkungen.

Mit den drei Neuen und einer zarten Aufbruchstimmung ging es an die türkische Riviera ins Wintertrainingslager. In Belek gastierte der Club im noblen „Hotel Titanic“ und nicht wenige unkten ob des Namens, dass das Projekt Klassenerhalt deswegen noch ganz schön in die Hose gehen könne. Sie sollten bestätigt werden, wenn auch erst viele Wochen später. Zwar zeigte sich der Club im Trainingslager stabil, blieb in den Testspielen ungeschlagen und sah sich auf einem guten Weg. Doch kaum zurück in Stuttgart bekam das Bild erste Risse. So verletzte sich Barba schwer und auch Daniel Ginczek zog sich bei seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining nach Bandscheibenvorfall einen erneuten Kreuzbandriss zu.

Identifikationsfiguren kehren zurück

Vor dem Start in die Rückrunde gab der Verein dann die Talente Carlos Gruezo und Odisseas Vlachodimos mangels Perspektive ab und bei einem der Schlüsselspieler deutete sich der Weggang an: Daniel Didavi lehnte alle VfB-Vertragsangebote ab. Von drei Identifikationsfiguren gab es derweil gute Nachrichten – Andreas Hinkel, Karl Allgöwer und Cacau kehrten zum VfB zurück. Hinkel wurde wieder Trainer im Nachwuchsbereich, Cacau heuerte beim VfB II an, um jenen zum Klassenerhalt zu schießen und Allgöwer wurde von Dutt für seine „sportliche Kompetenz und Mentalität“ als Berater ins Boot geholt.

Sportlich gelang der perfekte Start ins Jahr. Mit Siegen in Köln (3:1), gegen den HSV (2:1), in Frankfurt (4:2) und gegen Hertha (2:0) holte der Club das Maximum aus den ersten vier Spielen, ein 1:1 auf Schalke und eine unglückliche 1:2-Niederlage bei Hannover komplettierten den Februar. Der VfB war nun Zwölfter und hatte nicht nur Anschluss an das Mittelfeld gefunden, sondern sogar Sichtkontakt zu den internationalen Plätzen – es sollte das letzte Mal für lange Zeit sein.