VfB Stuttgart Asano soll den VfB-Sturm beleben

Von Gregor Preiß 

Lange war es still auf dem Transfermarkt, jetzt hat der VfB Stuttgart zugeschlagen – und mit Takuma Asano einen hoffnungsvollen Angreifer verpflichtet.

Bald für den VfB Stuttgart am Ball: Der 21 Jahre alte Japaner Takuma Asano Foto: AFP
Bald für den VfB Stuttgart am Ball: Der 21 Jahre alte Japaner Takuma Asano Foto: AFP

Stuttgart - Wer sich gefragt hat, was eigentlich Guido Buchwald in den vergangenen Wochen und Monaten so getrieben hat, ist um eine Antwort reicher. Der VfB-Ehrenspielführer mit Japan-Vergangenheit hat seine alten Kontakte spielen lassen – und seinem Club ein vielversprechendes Talent aus dem Land der aufgehenden Sonne vermittelt: Takuma Asano wechselt auf Leihbasis für ein Jahr mit der Option auf eine weitere Saison an den Neckar und soll helfen, die Flaute im Sturm zu beheben.

„Takuma ergänzt uns im vorderen Bereich perfekt. Er strahlt große Torgefahr aus, ist beidfüßig, schnell und sehr beweglich. Die Konstellation mit Hajime Hosogai hat uns sehr geholfen, Takuma für uns zu gewinnen. Ebenfalls Guido Buchwald, der den VfB früh auf Takuma aufmerksam gemacht hat. Takuma blieb seitdem bei uns im Fokus. Sowohl der Verein als auch der Spieler wollen nach oben, deshalb passt die Ausgangssituation hervorragend“, sagte Jan Schindelmeiser, der Sportvorstand des VfB, am Freitag.

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Takuma Wer, werden sich nun die Fans der Roten fragen. Tatsächlich ist der 1,71 Meter große Angreifer in der internationalen Fußballszene ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Nicht so in seiner Heimat Japan. Bei den Olympischen Spielen in Rio machte er mit zwei Toren in drei Spielen auf sich aufmerksam. Und auch bei seinem neuen Club, dem FC Arsenal, wohin Asano erst vor wenigen Wochen vom japanischen J-Ligisten Sanfrecce Hiroshima gewechselt war, hat er bereits Eindruck auf Coach Arsene Wenger hinterlassen. „Asano hat seine Karriere auf eindrucksvolle Weise begonnen“, sagte der Franzose bei Asanos Präsentation. „Er ist ein großes Sturmtalent und ein Mann für die Zukunft.“ In 93 Spielen der J-League erzielte er 27 Tore und gab 13 Vorlagen.

In seiner Heimat wird er „Jaguar“ genannt

Die Zukunft liegt für den Japaner, in seiner Heimat ob seines schnellen und geschmeidigen Laufstils „Jaguar“ genannt, zumindest für diese Saison in Deutschland. Weil er nicht die notwendige Arbeitserlaubnis für einen Aufenthalt in Großbritannien erhielt, war der Premier-League-Club gezwungen, ihn auszuleihen. Nun muss Asano nicht zwingend die große Karriere bevorstehen, nur weil ein englischer Top-Club auf ihn aufmerksam wurde. Arsenal, Manchester City, Chelsea und Co verfahren bei der Talentsuche häufig nach dem Prinzip „Trial and Error“: Wenn sich ein junger Spieler durchsetzt – prima. Wenn nicht, ist das für die Clubs nicht weiter tragisch. An Geld mangelt es den Größen aus der Premier League schließlich am Allerwenigsten. Asano sieht sich in seinem Karriereplan auf dem richtigen Weg. „Ich freue mich auf die Aufgabe beim VfB. Viele japanische Spieler haben sich in der Bundesliga weiterentwickelt und gute Erfahrungen gemacht, insbesondere beim VfB. Darüber habe ich auch ausführlich mit Hajime Hosogai gesprochen.“

Der Stürmer wird zunächst in den WM-Qualifikationsspielen gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (1. September) sowie gegen Thailand (6. September.) für Japan auflaufen. Nach seiner Rückkehr wird er dann in das Mannschaftstraining des VfB einsteigen, wo er das Trikot mit der Nummer „11“ tragen wird. Das Heimspiel gegen den FC Heidenheim am 9. September kommt für seine Premiere vermutlich noch zu früh. Immerhin: Mit der Verpflichtung des 21-Jährigen kann Sportchef Jan Schindelmeiser die Baustelle im Angriff schließen. Die hatte sich durch die Kreuzbandverletzung von Daniel Ginczek aufgetan, der wohl erst zur Rückrunde wieder voll fit wird. Borys Tashchy, Berkay Özcan und der für das Spiel am Freitagabend gegen den SV Sandhausen aus dem Kader geflogene Tscheche Jan Kliment haben ihre gehobene Zweiligatauglichkeit (noch) nicht unter Beweis stellen können. Auch auf den offensiven Außenpositionen sieht der VfB bis zum Ende der Transferfrist am 31. August noch Bedarf. Vielleicht hat Guido Buchwald ja noch einen Tipp parat.




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