Für den VfB um Maximilian Mittelstädt (rechts) war gegen Bayer Leverkusen (links Jeremie Frimpong) viel Verteidigungsarbeit angesagt. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Eine überragende Partie? Hat der VfB in Leverkusen mitnichten gemacht. Dennoch legte die Mannschaft im Rheinland Eigenschaften an den Tag, die im Saisonverlauf noch ganz wichtig werden können, findet David Scheu.
Der VfB Stuttgart hat sich unter Sebastian Hoeneß in den vergangenen eineinhalb Jahren zu einer Mannschaft entwickelt, die liebend gerne den Ball hat, die das Spiel gestalten und dominieren möchte. Dazu kam das Team am Freitagabend bei Bayer Leverkusen (0:0) kaum. Inmitten des Dauer-Pressings des amtierenden Meisters entwickelten sich kaum längere Ballpassagen, das eigene Kombinationsspiel blieb weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Kurzum: Der VfB ist gegen einen starken Kontrahenten an diesem Abend an seine Grenzen gestoßen.
Ein durchweg schlechtes Spiel der Stuttgarter war es aber dennoch nicht. Nur ein etwas untypisches, in dem das Team eine ungewohnte Qualität über die vollen 90 Minuten an den Tag legen musste – und an den Tag gelegt hat: leidenschaftliches Verteidigen. Diese Aufgabe hat der VfB an diesem Abend angenommen und gelöst. In der ersten Hälfte noch mit Glück in der einen oder anderen Situation und mit einem starken Torhüter Alexander Nübel, mit zunehmender Spieldauer aber in einem funktionierenden Kollektiv.
Stuttgarters El Bilal Touré (rechts) gegen Leverkusens Jonathan Tah (links). Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch
Der erkämpfte Punkt im Rheinland sendet deshalb ein wichtiges Signal: Der VfB kann nicht nur Fußball spielen, er kann ihn auch arbeiten. Diese Qualität wird in den kommenden Monaten noch oft genug gefragt sein – und nur zwei Gegentore in den vergangenen vier Pflichtspielen sind eine wichtige Trendumkehr nach den vielen Gegentreffern zu Saisonbeginn.
Dass nun in den kommenden Partien auch wieder mehr offensive Durchschlagskraft hinzukommen muss, steht völlig außer Frage. Das dafür nötige Fundament aber, das leidenschaftliche Arbeiten gegen den Ball, ist nicht zuletzt beim Remis in Leverkusen zu Tage getreten.