VfB Stuttgart bei Borussia Dortmund Der VfB beweist große Reife

Chris Führich (links) und seine Stuttgarter Teamkollegen haben in Dortmund einen ganz wichtigen Sieg eingefahren – mussten dafür aber viel arbeiten. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Der Auftritt beim BVB ist auf den ersten Blick ein untypischer für VfB-Verhältnisse, zeigt aber die Entwicklungsschritte der Stuttgarter Mannschaft in dieser Saison besonders deutlich, kommentiert David Scheu.

Sport: David Scheu (dsc)

Solche Zahlen gab es beim VfB Stuttgart zuletzt ganz selten: nur 35 Prozent Ballbesitz, nur zwei Schüsse auf das Tor, nur halb so viele Pässe wie der Gegner – das Spiel bei Borussia Dortmund war fraglos ein ungewöhnliches unter Trainer Sebastian Hoeneß, die in Stuttgart ja sehr erfolgreich eine auf Dominanz und Kombinationen ausgelegte Spielweise etabliert hat. Unverdient war der 2:1-Auswärtssieg beim BVB aber nicht – sondern vielmehr die Konsequenz eines richtigen Plans und dessen konsequenter Umsetzung.

 

Denn: Dass bei den Grundvoraussetzungen – die vierte englische Woche in Folge, einige Krankheitsfälle im Team – kein fußballerisches Feuerwerk über 90 Minuten und auch kein offener Schlagabtausch erfolgversprechend gewesen wäre, liegt auf der Hand. Der VfB überließ den Borussen deshalb weite Teile des Feldes, verteidigte etwas tiefer – aber mitnichten inkonsequent. Die entscheidenden Zweikämpfe gewannen die Stuttgarter fast alle, agierten über die gesamten 90 Minuten aufmerksam und mannschaftlich geschlossen. So reichten zwei Nadelstiche für den tabellarisch bedeutsamen Erfolg.

Dieser verdeutlicht damit einen wichtigen Entwicklungsschritt: Gute Mannschaften zeichnet es unter anderem aus, einen gesunden undogmatischen Pragmatismus an den Tag zu legen und sich an die Erfordernisse von Saisonphasen und Gegnern anpassen zu können. Das haben die Stuttgarter in einem alles andere als einfachen Auswärtsspiel vor 81 000 Fans getan und damit an diesem Nachmittag ein hohes Maß an Reife unter Beweis gestellt.

Dass das Team künftig wieder mehr Dominanz ausstrahlen will, versteht sich von selbst und ist nicht zuletzt der ureigenste Anspruch von Sebastian Hoeneß. Dafür ist nun die Zeit vorhanden, sich in der Phase ohne Spiele unter der Woche die nötige Spritzigkeit und Sicherheit in den Pass-Abläufen zu holen. Die Basis aber ist und bleibt ein mannschaftlich geschlossenes Auftreten. Es war in Dortmund besonders ausgeprägt.

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