VfB Stuttgart bei Borussia Dortmund Wie sich Karim Adeyemi an Maximilian Mittelstädt die Zähne ausbiss

Ein häufiges Bild am Samstag: Maximilian Mittelstädt (rechts) spitzelt Karim Adeyemi den Ball vom Fuß. Foto: Baumann

Der Stuttgarter Linksverteidiger erwischt in Dortmund defensiv einen starken Tag mit einer seltenen Quote – und erklärt im Anschluss, warum gewonnene Zweikämpfe nicht nur der Torverhinderung dienen.

Sport: David Scheu (dsc)

Sein Offensiv-Gen konnte Maximilian Mittelstädt in Dortmund nur selten zeigen, meist war der linke Außenverteidiger des VfB Stuttgart beim 2:1-Sieg mit Defensivarbeit beschäftigt. Hier aber erwischte er einen Tag, der in dieser Ausprägung nicht jedes Wochenende vorkommt: 16 seiner 20 Zweikämpfe entschied der 27-Jährige für sich, was eine Quote von 80 Prozent bedeutete – kein Spieler auf dem Feld hatte eine höhere.

 

Zu spüren bekam das aufseiten der Dortmunder vor allem Karim Adeyemi, der auf der rechten offensiven Außenbahn immer wieder zum Dribbling ansetzte, dabei auf Mittelstädt traf – und des Öfteren hängen blieb. Weshalb? Vor allem, weil Mittelstädt Situationen oft antizipierte und so Adeyemi schon bei der Annahme auf die Pelle rückte oder ihm den Ball vor Beginn eines möglichen Dribblings vom Fuß spitzelte.

„Dortmund wenig Tiefe anzubieten, hat gut funktioniert“

So blieb es bei nur 41 Prozent gewonnenen Zweikämpfen für den Dortmunder an diesem Tag. Ein Punktsieg für Mittelstädt und durchaus ein kleiner Unterschied im Vergleich zur anderen Seite. Dort gewann der Stuttgarter Außenverteidiger Leonidas Stergiou zwar auch die Mehrzahl seiner Duelle (67 Prozent), die Lücke zu seinem Gegenspieler Jamie Gittens (48 Prozent) war aber eine geringere.

Gemeinsamer Jubel: Die VfB-Außenverteidiger Maximilian Mittelstädt (rechts) und Leonidas Stergiou Foto: Baumann

So konnte Mittelstädt in den Katakomben der Arena im Anschluss zufrieden auf seinen Beitrag zum Auswärtssieg blicken. „Klar freue ich mich, dass ich der Mannschaft mit vielen gewonnenen Defensiv-Zweikämpfen helfen konnte“, sagte der Außenverteidiger. Die Abwehraktionen seinen aber nicht nur zur Torhinderung wichtig gewesen, sondern auch für die punktuelle Entlastung. „Das ist auch immer sehr wichtig – dass es dann auch mal in die andere Richtung geht, man mal ein Foul zieht, durchschnaufen kann.“

Im Passspiel war mit 69 Prozent angekommener Pässe indessen noch Luft nach oben – allerdings stand Mittelstädt bei seinen Abspielen auch fast immer unter dem Druck der Borussen und hatte mit 56 Ballkontakten die meisten aller Stuttgarter. Selbst Mittelfeld-Regisseur Angelo Stiller, der sonst hier oft die Liste anführt, reihte sich mit 53 Aktionen dahinter ein.

„Unser Plan ist aufgegangen“, sagte Mittelstädt über den eher kontrollierten Ansatz. „Dortmund wenig Tiefe anzubieten, hat gut funktioniert. Alle zusammen haben alles reingehauen, super verteidigt und die Umschaltmomente genutzt.“ Insgesamt sei es ein „fast perfektes Auswärtsspiel“ gewesen.

Mittelstädt Zweikampfstärke auf der linken Abwehrseite dürfte auch am kommenden Samstag wertvoll sein, wenn der VfB um 15.30 Uhr (Liveticker) vor heimischem Publikum den VfL Wolfsburg empfängt. Dort wirbelt derzeit meist der Ex-Stuttgarter Tiago Tomas auf der rechten offensiven Seite. Er wird sich auf einen unangenehmen Gegenspieler einstellen.

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