VfB Stuttgart bei der TSG Hoffenheim Finn Jeltsch – im Rekordtempo in die VfB-Startelf?

Vier Kandidaten für die rechte Abwehrseite: Josha Vagnoman (o. li.), Finn Jeltsch (o. re.), Leonidas Stergiou (u. li.) und Pascal Stenzel (u. re.). Foto: Pressefoto Baumann/Volker Müller

Finn Jeltsch ist 18 Jahre jung und erst seit kurzem beim VfB Stuttgart – aber schon nah dran an einem Startelfeinsatz. Auch, weil der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß die Offensivqualitäten des Abwehrspielers schätzt.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Es waren nur ein paar Minuten am vergangenen Bundesligaspieltag. In der 88. Minute kam Finn Jeltsch ins Spiel, half bei den Versuchen, das 1:2 gegen den VfL Wolfsburg noch zu drehen. Das gelang nicht – dennoch war die Einwechslung des Youngsters ein kleines Signal.

 

Gerade einmal 18 Jahre alt ist der Abwehrspieler, erst vor einigen Wochen ist er vom 1. FC Nürnberg zum VfB Stuttgart gewechselt. Eigentlich als Alternative für die Innenverteidigung. Doch nun zeigte sich zweierlei.

Der junge Mann, U-17-Weltmeister mit dem deutschen Team, scheint beim Trainerteam in Stuttgart schnell Eindruck gemacht zu haben. „Er hat sich schnell akklimatisiert“, bestätigt der Chefcoach Sebastian Hoeneß, der Jeltsch einen „schlauen Verteidiger“ nennt, der „gut antizipiert“. So komme der Abwehrspieler oft auch ohne Zweikampf aus. Den Sprung von einer Zweitliga- und einer Erstligamannschaft hat er nun gut hinbekommen: „Er hat gut adaptiert.“

In der Schlussphase der Partie gegen den VfL Wolfsburg zeigte sich dann auch: Finn Jeltsch ist nicht nur der Innenverteidiger, als der er vom VfB verpflichtet worden ist. Hoeneß brachte den 18-Jährigen für Josha Vagnoman, also hinten rechts in der Stuttgarter Viererkette. Denn er sagt über Jeltsch auch: „Er ist ein sehr offensivstarker Verteidiger, er hat großen Offensivdrang.“

Josha Vagnoman ist der Platzhirsch hinten rechts

Nun ist die rechte Abwehrseite beim VfB keine echte Problemzone. So ganz zufriedenstellend ist die Rolle zuletzt aber auch nicht ausgefüllt worden. Josha Vagnoman hat stets starke Momente in seinen Auftritten – außer in jenem gegen Paris Saint-Germain –, aber eben auch schwächere Phasen. Weshalb der Ex-Hamburger keineswegs unumstritten ist.

Leonidas Stergiou hat ihn in der jüngeren Vergangenheit das eine oder andere Mal ersetzt. Der Schweizer, der in der Vorrunde lange wegen Rückenbeschwerden gefehlt hatte, ist aber eine klare Defensivvariante, da auch er ein gelernter Innenverteidiger ist. Pascal Stenzel, von den Fans liebevoll „Fußballgott“ genannt, ist zwar nach wie vor ein wichtiges Kadermitglied im Stuttgarter Ensemble, aber selten ein Startelfkandidat. Zu denen nun plötzlich Finn Jeltsch gehört.

„Er ist in den Überlegungen ein Thema“, sagte Sebastian Hoeneß mit Blick auf die Partie an diesem Sonntagabend (19.30 Uhr/Liveticker) bei der TSG Hoffenheim. Theoretisch natürlich auch in der Innenverteidigung, wo Ameen Al-Dakhil mindestens noch an diesem Wochenende fehlt und Hoeneß zuletzt auf Ramon Hendriks an der Seite von Jeff Chabot gesetzt hat.

In Sinsheim will der Coach gewinnen, damit er nicht länger der verpassten Chance gegen den VfL Wolfsburg nachtrauern muss. „Wir haben Bock“, sagt er, „uns verlorene Punkte zurückzuholen.“ Da kann ein Außenverteidiger mit Lust auf die Offensive zumindest nicht schaden.

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