VfB Stuttgart bei Mainz 05 Silas trifft auf den VfB – in guter Form und mit großen Zielen

Silas wechselte im Januar aus Stuttgart nach Mainz. Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Der langjährige Stuttgarter nimmt in Mainz eine wichtige Rolle ein und hat in dieser Saison noch viel vor. Von einem Klassenverbleib der 05er würde auch der VfB profitieren.

Sport: David Scheu (dsc)

Etwas ungewohnt wird es schon werden. Silas gegen den VfB Stuttgart. Auf der anderen Seite, in der anderen Kabine, nicht im Trikot mit dem Brustring. Sechseinhalb Jahre war der Flügelstürmer in Bad Cannstatt unter Vertrag gestanden und dort über die Jahre zum Publikumsliebling avanciert, ehe er vor einigen Wochen im Januar seine Zelte abbrach. Jetzt kommt es recht zügig zum Wiedersehen, wenn der VfB am Samstag (15.30 Uhr) in der Bundesliga auswärts auf den FSV Mainz 05 und seinen langjährigen Offensivakteur trifft.

 

Nun ist Silas noch nicht lange in Mainz, ein erstes Zwischenfazit lässt sich aber schon ziehen: Aus persönlicher Sicht hat sich der Transfer für den 27-Jährigen ausgezahlt. Mal steht er in der Startelf, mal wird er eingewechselt, in jedem Fall spielt er jedes Wochenende – was einen deutlichen Fortschritt zu seiner Endphase beim VfB markiert. Dort war er zuletzt außen vor gewesen, schaffte es meist nicht mehr in den Spieltagskader. Der Einsatz im Testspiel Anfang Oktober gegen die SV Elversberg (2:0) unter Ausschluss der Öffentlichkeit blieb sein letzter für die Stuttgarter.

Diese Phase war auch nach der Ankunft in Mainz kurz Thema. „Ich habe in Stuttgart immer ein positives Feedback bekommen, aber keine Einsatzzeiten“, so Silas, „irgendwann wusste ich, dass es so nicht mehr weitergehen kann.“ Warum dann die Wahl auf Mainz fiel? Die Bundesliga, betont der Stürmer, sei eine super Liga. Und die Rheinhessen hätten sich am meisten um ihn bemüht.

Silas: „Die Conference League zu gewinnen, wäre ein Traum“

Vielleicht ja, weil Silas mit seinem Profil ganz gut in die Mannschaft passt. In Stuttgart ist im Spielsystem von Trainer Sebastian Hoeneß mit viel Ballbesitz vor allem das Kombinieren in engen Räumen gefragt – Mainz dagegen setzt stark auf Gegenstöße, wofür die Fähigkeiten von Silas prädestiniert sind. Tempo, raumgreifende Schritte, auch ohne lange Ballpassagen.

Mit durchschnittlich 45 Prozent Ballbesitz rangieren die Rheinhessen im Bundesliga-Vergleich auf dem viertletzten Rang, das hat sich auch mit dem Amtsantritt von Trainer Urs Fischer Ende 2025 nicht geändert. Im Gegenteil: Alleine in diesem Jahr hatte man in den Heimspielen gegen die direkten Keller-Konkurrenten Hamburger SV (47 Prozent), FC Augsburg (42) und 1. FC Heidenheim (43) jeweils weniger Ballbesitz als der Gegner. Für sieben von neun möglichen Punkten reichte es in diesen Partien dennoch für die 05er, die unter Fischer vor eigenem Publikum noch ungeschlagen sind. „Ich habe einen super Eindruck von ihm“, sagt Silas über seinen Coach, „das Vertrauen ist absolut da.“

Bild aus gemeinsamen VfB-Zeiten: Silas und Trainer Sebastian Hoeneß im April 2024 Foto: Pressefoto Baumann

Und Ziele für das Saisonfinale gibt es gleich mehrere. An erster Stelle steht natürlich der Klassenverbleib in der Bundesliga, mit 23 Zählern liegen die Mainzer einen Punkt vor dem Relegationsplatz. Silas aber hat noch einen zweiten Wettbewerb im Blick: Erstmals in der Vereinshistorie steht der FSV in der K.-o.-Phase eines internationalen Wettbewerbs, im Achtelfinale der Conference League geht es gegen den tschechischen Tabellensechsten Sigma Olmütz. Das Hinspiel auswärts steigt in Kürze, fünf Tage nach der VfB-Partie. Und Silas denkt schon weiter, am 27. Mai steigt in Leipzig das Endspiel. „Der Traum wäre es natürlich, die Trophäe zu holen – warum nicht?“

Um auch persönlich zu einem erfolgreichen Saisonfinale beizutragen, soll die Torquote noch besser werden. Einen Treffer hat Silas bislang für die Mainzer erzielt – wenngleich einen bedeutenden: das 2:1-Siegtor im Auswärtsspiel bei RB Leipzig. „Für mich persönlich ist es als Stürmer natürlich wichtig, so viele Tore wie möglich zu erzielen“, sagt Silas – und ergänzt: „Darüber hinaus möchte ich auf dem Platz den Fans auch etwas bieten. In der Vergangenheit habe ich es aufgrund meines Spielstils geschafft, die Zuschauer zu begeistern.“ Unvergessen in Stuttgart ist unter anderem sein Tor des Monats im Mai 2024 per Solo gegen Borussia Mönchengladbach.

Jetzt ist erst einmal Abstiegskampf angesagt, den übrigens auch der VfB mit Interesse verfolgt. Beim Wechsel im Januar floss lediglich eine Mini-Ablöse, im Fall des Mainzer Klassenverbleibs würde aber eine Nachzahlung in Höhe von rund einer Million Euro fällig werden. Ein bisschen drücken die Stuttgarter also Silas weiterhin die Daumen. Nur nicht am Samstag.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu VfB Stuttgart Bundesliga