VfB-Torjäger Ermedin Demirovic trifft in Heidenheim doppelt, doch beide Treffer werden aberkannt. Das sorgt für Ärger beim Angreifer – der grundsätzliche Schiedsrichter-Kritik übt.
Immerhin, Ermedin Demirovic hatte seinen Humor an diesem vermaledeiten Fußballabend auf dem verregneten Heidenheimer Schlossberg nicht verloren. „Ich werde daran arbeiten, nicht im Abseits zu stehen, vielleicht ein Kilo abnehmen, dann ist die Schulter ein bisschen dünner“, sagte der Angreifer des VfB Stuttgart also nach dem 3:3 beim 1. FC Heidenheim. Humor ist, wenn man trotzdem lacht – das „Trotzdem“ sind in diesem Falle zwei aberkannte Tore des Torjägers.
Doppelt hat Demirovic getroffen am Sonntagabend. Einmal mit dem Fuß aus der Drehung in Minute 31 und einmal per Kopf nach 73 Minuten. Beim ersten Tor griff der VAR ein, weil VfB-Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt vorher im eigenen Sechzehner gefoult hatte und es dort am Ende Elfmeter für Heidenheim gab.
Großer Frust bei Ermedin Demirovic
Beim zweiten Treffer stand der Bosnier hauchzart im Abseits. Wenn überhaupt. Der Doppelpack also wich dem Doppelfrust. Erst recht, da Demirovic bereits beim Play-off-Spiel in der Europa League bei Celtic Glasgow (4:1) ein Tor aberkannt worden war – bei seinem vermeintlichen 4:1 nach einer knappen Stunde war er im Abseits gestanden (da war der Fall allerdings unstrittig). „Das ist bitter und tut brutal weh“, sagte der ausgebremste Torjäger Demirovic nun zur Summe seiner aberkannten Treffer.
Jetzt, in Heidenheim, brachte der Bosnier direkt nach dem Anschauen der TV-Bilder bei der zweiten Szene die Vermutung ins Spiel, dass die Abseitslinie im Kölner Keller eventuell falsch gezogen worden war. So wurde bei Heidenheims Stefan Schimmer die Abseitslinie angelegt, laut VfB-Aussagen wäre aber womöglich eine Linie beim ebenfalls im Strafraum postierten Sirlord Conteh angebracht gewesen – dessen Fußspitze hätte noch weiter hinten postiert sein können. „Das wäre eine Frechheit“, sagte Demirovic dazu: „Aber natürlich müssen wir jetzt erst einmal gucken, ob es wirklich so war – aber wenn das nicht der Fall ist, dann wäre das Wahnsinn.“
Zum Ende wurde Demirovic dann noch grundsätzlicher, was den Schiedsrichter angeht: „Er entscheidet, was auf dem Platz passiert. Wenn sie sagen, es ist Foul, dann ist es Foul. Das sind Tatsachenentscheidungen.“ Und weiter: „Der Schiedsrichter bekommt das auf dem Platz besser mit als jeder Computer oder irgendeiner, der in Köln sitzt und Kaffee trinkt und irgendetwas für die Schiedsrichter entscheidet. Die Schiedsrichter können aber glaube ich, ohne dass ich ihnen einen Vorwurf machen will, gar nichts mehr selbst entscheiden. Sie sind nur darauf fokussiert, dass einer anruft aus dem Keller. Das finde ich ein bisschen schwach.“
Demirovic betonte, dass er nicht in allem am Sonntagabend in Heidenheim eine Fehlentscheidung erkannte. Der Stürmer sagte aber auch in aller Klarheit, dass die Schiedsrichter wieder Schiedsrichter sein sollten.