Sebastian Hoeneß (li.) und Lukas Kwaskiok in jungen Jahren ihrer Trainerlaufbahn. Foto: imago/Lackovic
Vor rund acht Jahren standen sich Sebastian Hoeneß und Lukas Kwasniok schon einmal gegenüber. Wie sieht der Coach des VfB Stuttgart die Arbeit des nun Kölner Kollegen?
Der 16. August und der 9. Dezember 2017 sind jeweils lange her – und doch plötzlich wieder präsent bei Sebastian Hoeneß. Denn: An diesen beiden Tagen ist dem heutigen Coach des VfB Stuttgart das widerfahren, was auch an diesem Sonntag passieren wird. Hoeneß trifft an der Seitenlinie auf Lukas Kwasniok. Der ist heute Coach des 1. FC Köln – und am Sonntagabend (17.30 Uhr) geht es zwischen dem Aufsteiger und dem Pokalsieger um Bundesligapunkte.
Die Bundesliga war es auch vor rund acht Jahren – allerdings jene der U-19-Junioren. „Die Wege von Lukas Kwasniok und mir haben sich in unserer Zeit als Nachwuchs-Trainer gekreuzt“, erinnert sich Sebastian Hoeneß. Er selbst war damals Nachwuchscoach beim FC Bayern, Kwasniok coachte die Talente des Karlsruher SC. Die Bilanz der Aufeinandertreffen spricht für den heutigen Stuttgarter. Der FCB mit Hoeneß gewann 4:1, das Rückspiel endete 1:1.
Mit dem Kick am Sonntag hat all das wenig zu tun. Die Voraussetzungen sind andere. Der FC ist als Aufsteiger top in die Saison gestartet, hat schon sieben Punkte gesammelt. Der VfB hat sich zuletzt berappelt, siegte in der Liga und in der Europa League. „Die Kölner haben offensichtlich die Euphorie des Aufstiegs mit in die neue Saison transportiert“, sagt Hoeneß, „sie treten mutig und selbstbewusst auf. Es ist sicherlich kein Zufall, dass sie bereits vier Tore in der Schlussviertelstunde erzielt haben. Das spricht für ihre Moral und ihre Bereitschaft, bis zum Schluss alles zu geben.“
Die Kölner nach dem Sieg beim 1. FSV Mainz 05. Foto: IMAGO/Beautiful Sports
Was den Trainer des VfB zudem beeindruckt: Die Kölner haben ihre sieben Punkte geholt, obwohl drei der vier Partien auswärts stattfanden. Sie gewannen in Mainz und holten in Wolfsburg einen Punkt, unterlagen nur in Leipzig. Nun aber reisen die Stuttgarter in die Domstadt – und bei allem Respekt vor dem Gegner hat Hoeneß auch schon die Vorfreude gepackt: „Wir freuen uns auf den Sonntag. Spiele in Köln sind aufgrund der besonderen Atmosphäre im Stadion immer ein besonderes Erlebnis und gleichzeitig eine große Herausforderung.“ Denn vor allem offensiv hat der FC bislang abgeliefert.
Neun Tore sind für einen Aufsteiger jedenfalls eine starke Zwischenbilanz. „Das unterstreicht die offensive Ausrichtung“, sagt Hoeneß, der einen „leidenschaftlichen 1. FC Köln“ erwartet. Nur gut, dass auch sein Team in den vergangenen Tagen neues Selbstvertrauen getankt hat.
2:0 gegen den FC St. Pauli, 2:1 gegen den Real Club Celta de Vigo – mit einem weiteren Dreier könnte der VfB die Kölner überflügeln und sich endgültig nach oben orientieren. So, wie es Sebastian Hoeneß 2017 konnte. Am Ender der regulären Saison der U-19-Bundesliga, Staffel Süd/Südwest stand er mit dem FC Bayern auf Platz zwei (hinter der TSG Hoffenheim). Kwasnioks KSC-Talente wurden Fünfter.
Das Problem seinerzeit aus Stuttgarter Sicht – damit waren die Karlsruher einen Platz besser als der VfB.