VfB Stuttgart beim FC Augsburg Unbeirrt auf Erfolgskurs – wie der VfB auch die Hürde FCA nimmt

Angelo Stiller (rechts) und der VfB fuhren in Augsburg den 22. Saisonsieg ein. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Nicht spektakulär, aber souverän: Der VfB fährt in Augsburg einen ebenso knappen wie verdienten Auswärtssieg ein und knackt eine vereinsinterne Rekordmarke. Wie es dazu kam? Unsere Analyse.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Falls je noch Restzweifel bestanden hatten, ob der VfB Stuttgart die Bundesliga-Saison auch nach der fixen Qualifikation für die Champions League mit vollem Fokus und Siegeswillen zu Ende spielen würde – am Freitagabend beim FC Augsburg beseitigte sie das Team von Sebastian Hoeneß endgültig. Mit einem präsenten Auswärtsauftritt, der einen 1:0-Sieg durch den 26. Saisontreffer von Toptorjäger Serhou Guirassy einbrachte. Und damit den nächsten Meilenstein in der so erfolgreichen Spielzeit: 70 Punkte stehen nun auf der Habenseite, womit der bisherige Vereinsrekord aus der Meistersaison 2006/07 eingestellt wurde. Platz drei ist schon vor dem letzten Spieltag sicher, an dem es nun im Fernduell mit dem FC Bayern (69 Punkte bei noch zwei Partien) um die Vizemeisterschaft gehen wird.

 

„Wir haben eine starke Leistung gezeigt und die ganze Zeit Kontrolle gehabt“, sagte Stürmer Deniz Undav. In der ausverkauften WWK-Arena agierten die Stuttgarter dabei vom Start weg mit viel Dominanz und langen Ballstafetten – hatten ihre beiden größten Chancen aber zunächst durch Umschaltsituationen, bei denen es nach Ballgewinn gegen einen unsortierten FCA schnell in die Tiefe ging. Erst in der 13. Minute, als Undav auf halblinks Chris Führich mit einem Steilpass Richtung Tor schickte und der Flügelstürmer nur hauchdünn am rechten Pfosten vorbei zielte. In der 35. Minute kam dann Jamie Leweling aus spitzem Winkel zum Abschluss, FCA-Torhüter Tomas Koubek aber war zur Stelle und lenkte das Spielgerät noch an den Pfosten. Dazwischen prüfte Undav noch Koubek mit einem Distanzschuss aus der zweiten Reihe.

Griffig im Gegenpressing

Und die Augsburger? Präsentierten sich zwar wie erwartet aggressiv in den Zweikämpfen – trafen aber auf einen ebenso griffigen VfB, der Präsenz im Gegenpressing zeigte und sich so den Schneid nicht abkaufen ließ. Nur gegen Ende der ersten Hälfte verlor das Hoeneß-Team kurzzeitig ein wenig die Kontrolle über das Spiel, sodass die Gastgeber unter anderem über Standards und Halbfeld-Flanken dem Tor etwas näher kamen. Die ganz klaren Einschussmöglichkeiten sprangen dabei aber noch nicht heraus.

Direkt nach Wiederanpfiff wurden dann alle Zuschauer bestraft, die sich etwas zu spät wieder auf ihren Plätzen einfanden: Sie verpassten das Tor des Tages durch Guirassy, der einen präzisen Diagonalball von Enzo Millot aus der Luft holte und unter Bedrängnis an Koubek vorbei zum 1:0 für den VfB spitzelte (48.). „Der Ball war schwer anzunehmen“, lobte Mittelfeldspieler Angelo Stiller im Anschluss die Aktion der Stuttgarter Nummer neun, „er macht es genau richtig, kreuzt den Gegenspieler und schließt dann ab.“

In der Folge drängte der VfB zwar nicht mit letzter Vehemenz auf den zweiten Treffer, behielt aber weitgehend die Kontrolle durch die reifere Spielanlage und ein aufmerksames Verteidigen. Die Spannung resultierte so lediglich aus dem knappen Ergebnis, eine wirkliche Augsburger Drangphase blieb aus. Einzig in der 89. Minute kam FCA-Kapitän Ermedin Demirovic zu einem gefährlichen Abschluss im Strafraum, war aber im Vorfeld im Abseits gestanden. „Wir haben nichts anbrennen lassen, es gut verteidigt als Mannschaft und das Ergebnis verwaltet“, sagte Undav.

Am letzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach

Aufseiten der Stuttgarter verpassten die eingewechselten Silas Katompa (87.) und Woo-yeong Jeong (90.) die Entscheidung, was aber nicht weiter ins Gewicht fiel. Nach vier Minuten Nachspielzeit konnte der VfB mit seinen mitgereisten Fans jubeln über Saisonsieg Nummer 22 – und eine neue Bestmarke: Nie zuvor gewannen die Stuttgarter so oft in einer Saison. Der Erfolg in Augsburg war dabei sicher nicht der spektakulärste der vergangenen Monate, aber zweifelsohne ein verdienter. „Wenn die Null hinten steht, reicht auch mal ein Tor“, sagte Taktgeber Stiller im Anschluss.

Im Saisonfinale geht es nun am kommenden Samstag (15.30 Uhr) vor heimischem Publikum in der bereits ausverkauften MHP-Arena gegen Borussia Mönchengladbach. Mit einem Stuttgarter Spannungsabfall ist auch hier nicht zu rechnen. „Wir wollen die Saison krönen“, sagte Undav. Womöglich ja mit der Vizemeisterschaft.

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