Der Trainer ist an der Seitenlinie emotional. Das hat ihm schon drei Verwarnungen eingebracht. Nun droht eine Sperre. Das gefällt dem 43-Jährigen gar nicht.

Sport: Carlos Ubina (cu)

Sebastian Hoeneß ist für sein ruhiges Naturell bekannt. Überlegt wählt der Trainer des VfB Stuttgart bei öffentlichen Auftritten seine Worte. Kritischen Situationen und Personalien begegnet er in der Regel mit einer differenzierten Betrachtungsweise. Doch es gibt auch einen anderen Sebastian Hoeneß, den emotionalen Coach an der Seitenlinie. Da geht der 43-Jährige aus sich heraus, dirigiert seine Mannschaft leidenschaftlich und legt sich punktuell mit den Unparteiischen an – wenn er meint, dass die Aktionen des Fußball-Bundesligisten anders zu bewerten seien, als es die Schiedsrichter getan haben.

 

Drei Gelbe Karten haben diese Ausbrüche Hoeneß in dieser Saison bereits allein in der Bundesliga eingebracht. Zuletzt beim 1:0 gegen den SC Freiburg nach einem Wortgefecht mit dem Kollegen Julian Schuster. Zuvor wurde er am zehnten Spieltag beim 3:2-Sieg gegen den FC Augsburg sowie bei der 0:5-Niederlage gegen den FC Bayern München am 13. Spieltag verwarnt. Nun droht nach dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal (3:0-Sieg bei Holstein Kiel) in der Liga eine Sperre nach der nächsten Gelben Karte. „Es wird so sein, dass ich mich jetzt über längere Zeit mal beruhigen muss. Ich möchte kein Spiel verpassen. Ich habe nicht vor, gesperrt zu sein dieses Jahr“, sagt Hoeneß zur gelben Gefahr.

Ob das gelingt? Bereits an diesem Samstag (15.30 Uhr) tritt der VfB beim FC St. Pauli – trotz eisiger Temperaturen in einer bekannt hitzigen Atmosphäre am Hamburger Millerntor. Zudem will Hoeneß sein Team nicht aus der Distanz anleiten. „Ich werde nicht in der Lage sein, mich auf die Bank zu setzen und aus der Ferne zu coachen. Das werde ich auch nicht machen. Ich muss das Spiel mitleben, will immer so nah wie möglich an meiner Mannschaft dran sein. Das gehört dazu“, sagt der Trainer.

So kommt zur sportlichen Herausforderung in den kommenden Wochen noch eine persönliche für Hoeneß. „Ob jetzt jede Gelbe Karte auch berechtigt war, sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass es zu viele sind“, sagt er. In der vergangenen Runde erhielt der Stuttgarter übrigens nur zwei Verwarnungen. Rekordhalter unter den Bundesligatrainern ist Marco Rose, der bislang 13 Gelbe Karten erhielt.