VfB Stuttgart Chris Führich rückt wieder in den Fokus
Der Flügelstürmer meldet sich nach einem schwierigen ersten Halbjahr zurück – und hat gute Chancen, in den nächsten Spielen deutlich häufiger zum Einsatz zu kommen als zuletzt.
Der Flügelstürmer meldet sich nach einem schwierigen ersten Halbjahr zurück – und hat gute Chancen, in den nächsten Spielen deutlich häufiger zum Einsatz zu kommen als zuletzt.
Der Ball klebt am Fuß, Chris Führich dribbelt mit schnellen Schritten von außen nach innen, passt scharf ins Zentrum – und jubelt Sekunden später mit den Teamkollegen. Szenen wie jene bei der Torvorlage zum Treffer von Jamie Leweling gegen Bayer Leverkusen (4:1) sind über die Jahre zu einem Markenzeichen des Flügelstürmers des VfB Stuttgart geworden, der an guten Tagen mit seinen Tempodribblings Löcher reißen und Räume öffnen kann. Im ersten Pflichtspiel 2026 gelang das immer wieder, Führich freute sich nach dem Auswärtssieg beim Champions-League-Teilnehmer über einen „geilen Start ins neue Jahr“.
Aber: So lief es zuletzt längst nicht immer. Für den 28-Jährigen steht der vielversprechende Jahresauftakt durchaus in Kontrast zum ersten Halbjahr der Saison, in dem die Anzahl besagter Aktionen überschaubar blieb – und Führich sich oft mit einem Platz auf der Bank zufriedengeben musste: In 17 von 25 Pflichtspielen stand er nicht in der Stuttgarter Startelf, was fraglos nicht den eigenen Ansprüchen entsprach. Im Oktober des Vorjahres hatte Trainer Sebastian Hoeneß hierbei von einer „schweren Phase“ des Außenstürmers gesprochen, dessen Spiel in besonderem Maße von Selbstvertrauen und Automatismen lebt. Führich dachte nach, haderte, die Abläufe stockten.
Hängen ließ er sich aber nicht. „Er war trotz der nicht ganz einfachen Situation extrem fleißig, war Impulsgeber in den Trainingseinheiten und hat die Qualität hochgehalten. Er hat in den letzten Monaten einen richtigen Reifeprozess durchgemacht“, sagt Hoeneß über den Offensivakteur, der in seiner Karriere schon einige Rückschläge hatte wegstecken müssen und als Jugendlicher in den Nachwuchsleistungszentren mehrfach nicht den Sprung in die nächste Jahrgangsstufe schaffte.
Inzwischen aber ist er auch beim VfB wieder aus dem Tief heraus und in der teaminternen Rangordnung geklettert. Sommer-Neuzugang Badredine Bouanani, der zu Saisonbeginn noch deutlich häufiger zum Einsatz kam, blieb am Wochenende in Leverkusen über die kompletten 90 Minuten auf der Bank – während Führich bis zur 72. Minute wirbelte und dann mit der deutlichen 4:1-Führung im Rücken für Verteidiger Finn Jeltsch vom Feld ging. Grundsätzlich in Frage standen diese gezeigten Qualitäten in Stuttgart derweil nie. „Dass Chris richtig gute Fähigkeiten hat, hat er schon oft genug bewiesen“, sagt Hoeneß über den Rechtsfuß, der seit 2021 für den VfB in 175 Pflichtspielen 23 Tore und 21 Vorlagen beisteuerte.
Für eine zentralere Rolle als in den vergangenen Monaten spricht neben der eigenen Formkurve auch die Personallage auf den Flügelpositionen, wo Tiago Tomas wegen einer Muskelverletzung in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen wird. Erhält Führich damit am Dienstag (18.30 Uhr) gegen Eintracht Frankfurt direkt die nächste Chance? Sein Trainer hält die Türe offen: „Das Spiel in Leverkusen hat seine Chancen, auch in Zukunft wieder mehr zu spielen, sicher nicht geschmälert.“