VfB Stuttgart Das sind die Folgen der Causa „Blitzkrieg“

Der Auslöser: Bei diesem Facebook-Post hieß das Jugendteam der German American Kickers noch „Blitzkrieg“. Foto: Facebook/German American Kickers

Der VfB-Dienstleister räumt einen Fehler ein, das US-Jugendteam des Kooperationspartners in New Jersey heißt nun „Crocodiles“ – und es gibt einen Workshop mit einem Historiker.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

Am Ende ging alles ganz schnell. Die Jungenmannschaft der German American Kickers (GAK) in Trenton im US-Bundesstaat New Jersey, die bis zum Wochenende noch den Rufnamen „Blitzkrieg“ trugt, heißt laut der vereinseigenen Webseite (www.gakfc.org) jetzt „Crocodiles“ – in Anlehnung an Fritzle, das Maskottchen des VfB Stuttgart.

 

Der Fußball-Bundesligist, dessen Cheftrainer Pellegrino Matarazzo aus New Jersey stammt, pflegt eine Kooperation mit den German American Kickers. Nachdem deren U-12-Team „Blitzkrieg“ vor ein paar Tagen einen Facebook-Post zur Zusammenarbeit mit dem VfB veröffentlicht hatte, wurde in den sozialen Medien die aus deutscher Sicht inakzeptable Begrifflichkeit angeprangert. Der VfB reagierte, forderte eine schnelle Umbenennung. „Das war nötig, richtig und gut“, sagt Sebastian Schächter, „der Fehler ist passiert, aber mittlerweile korrigiert.“

Feste Partnerschaft zu einer Fußballschule in Tokio

Der Unternehmer ist Chef der in Annweiler in der Pfalz beheimateten Firma „Schächter Sports“, die ihr Geld auch damit verdient, Fußballvereinen mit internationalen Ambitionen den Weg zu ebnen. Zur Kundschaft gehört neben Arminia Bielefeld, dem VfL Bochum und dem FSV Mainz 05 auch der VfB Stuttgart.

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Erste gemeinsame Projekte gab es in Vietnam und Singapur, dann vermittelte Schächter die feste Partnerschaft zu einer Fußballschule in Tokio. Und nun kam es zur Kooperation mit den German American Kickers. Schon nach der ersten digitalen Trainingseinheit am 26. Februar fiel laut Schächter die unpassende Teambezeichnung „Blitzkrieg“ auf. „Wir haben das natürlich angemahnt, sind dann aber nicht energisch genug an dem Thema drangeblieben“, sagt der Fußball-Unternehmer, „das tut weh, weil es der Sache nicht gerecht wird.“

Der VfB sucht sich seine Nische

Denn das Ziel des VfB Stuttgart ist natürlich ein ganz anderes. Indem er junge Fußballer in Tokio oder Trenton fördert und entwickelt, Hilfestellung gibt, Wissen transferiert und Strukturen verbessert, arbeitet der Verein auch an der Verbesserung des eigenen Renommees. Und daran, sich in einem Markt zu positionieren, der von den ganz Großen wie Manchester United, Manchester City, dem FC Liverpool, Real Madrid oder dem FC Barcelona dominiert wird. „Es geht darum, mit qualitativ hochwertigen, innovativen und nachhaltigen Ideen Nischen für sich zu finden, in denen irgendwann wirtschaftlicher Mehrwert generiert werden kann“, sagt Sebastian Schächter, „der VfB ist dank seiner bekannt herausragenden Jugendarbeit wie geschaffen für diese Art der Internationalisierung. Der Verein geht gute und smarte Wege, da ist vieles möglich.“ Sofern nicht weitere Imagekratzer dazukommen.

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Damit es in der Kooperation mit den German American Kickers bei dem einen „Blitzkrieg“-Ausrutscher bleibt, soll es künftig auch eine Zusammenarbeit über die fußballerischen Aspekte hinaus geben. Der VfB wird laut Kommunikationsdirektor Tobias Kaufmann einen digitalen Workshop mit einem Historiker organisieren, um allen Beteiligten einen unverfälschten, neutralen Blick auf die deutsche Geschichte zu ermöglichen. Es ist schließlich nie falsch, aus Fehlern oder Missverständnissen etwas zu lernen.

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