VfB Stuttgart degradiert Holger Badstuber Hart, aber nachvollziehbar

Holger Badstuber wird für den VfB Stuttgart nicht mehr in der Bundesliga auflaufen. Foto: dpa/Daniel Karmann

Die sportliche Leitung des VfB Stuttgart hat Holger Badstuber in die zweite Mannschaft verbannt. Die Entscheidung ist hart, aber nachvollziehbar, kommentiert Dirk Preiß – auch wenn ein wichtiger Part noch fehlt.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Stuttgart - Ja, die Sünden der Vergangenheit. Sie holen einen zuweilen ein. Im wahren Leben, aber auch im Business Profifußball. Gemünzt auf den VfB Stuttgart bedeutet dies im Fall Holger Badstuber: Der Club will seinen Kader umbauen und verkleinern, der extrem gut dotierte Dreijahresvertrag, ausgehandelt vom Ex-Sportchef Michael Reschke, macht einen Verkauf des Abwehrspielers aber nahezu unmöglich. Die nun vollzogene Verbannung des Ex-Nationalspielers in die zweite Mannschaft, ist zwar konsequent, der finanzielle Spielraum in angespannten Zeiten wird dadurch aber nicht größer. Das Millionengehalt wird nun für Regionalligafußball bezahlt – wirtschaftlich sinnvoll ist das nicht.

 

Sportlich riskant ist die Entscheidung der sportlichen Leitung dagegen kaum. Zwar verfügt der VfB nicht gerade über eine schlachterprobte Erstligadefensive. Konstantinos Mavropanos, Maxime Awoudja, Luca Mack und Atakan Karazor waren noch nie im Oberhaus am Ball, Marc Oliver Kempf ist noch verletzt, Clinton Mola angeschlagen, Antonis Aidonis unerfahren. Marcin Kaminski offenbarte nach auskurierter Knieblessur Unsicherheiten, und auch Waldemar Anton war zuletzt in Liga zwei aktiv.

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Andererseits ist fraglich, inwiefern Holger Badstuber den Ansprüchen einer höchst intensiven Saison (Spielweise und Taktung) noch genügt hätte. Und für die Rolle des genügsamen Reservisten mit, wenn überhaupt, punktuellen Einsätzen scheint er einfach nicht gemacht. Die frühzeitige Entscheidung gegen den Routinier ist daher hart, aber nachvollziehbar – vollkommen wäre sie allerdings erst mit einer sauberen Trennung, die den Verein auch finanziell entlastet.

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