VfB Stuttgart Der Countdown läuft

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Der VfB-Manager Jan Schindelmeiser verfolgt auf dem Transfermarkt eine klare Strategie. Er setzt auf junge Spieler – wie RB Leipzig. Einen Monat vor dem Bundesligastart in Berlin sind beim VfB jedoch noch einige Defensivbaustellen offen.

Jan Schindelmeiser (links) und Hannes Wolf basteln an der Zukunft des VfB. Foto: Eibner
Jan Schindelmeiser (links) und Hannes Wolf basteln an der Zukunft des VfB. Foto: Eibner

Stuttgart - Den 19. August dürfte sich Jan Schindelmeiser im Kalender schon mal rot angestrichen haben. Das ist ein besonderes Datum für den Manager des VfB Stuttgart, denn an diesem Tag wird es für seine Mannschaft wieder ernst in der Bundesliga. Nach dem Wiederaufstieg beginnt die neue Saison mit der Partie bei Hertha BSC. Bis dahin dauert es noch genau einen Monat – Zeit für Schindelmeiser, um den Kader weiter aufzurüsten.

Auf der Liste stehen vor allem ein Innenverteidiger sowie ein Rechtsverteidiger und eventuell auch noch ein defensiver Mittelfeldspieler. Die Defizite in diesen Bereichen sind hinlänglich bekannt. Seit Wochen sucht Schindelmeiser nach Lösungen, die er auf anderen Positionen schon gefunden hat. Dabei ist in seiner Politik bislang eine klare Tendenz zur Jugend erkennbar – siehe RB Leipzig.

Parallelen zu RB Leipzig

Der Club aus dem Osten steckte vor einem Jahr in einer ähnlichen Situation wie der VfB heute. Als Aufsteiger ging es darum, sich in der Bundesliga zu etablieren. Obwohl die finanziellen Möglichkeiten in Leipzig ganz andere waren und sind als in Stuttgart, war und ist der Weg der gleiche. RB hätte viele Millionen für Stars ausgeben können, aber verpflichtet wurden 2016 nur Spieler im Alter zwischen 19 und 24 Jahren. Insgesamt waren das sieben Profis.

Damit wurde RB gleich Vizemeister und stellt auch aktuell das jüngste Aufgebot aller 18 Bundesligisten – mit einem Duchschnittsalter von 23,2 Jahren. Dahinter folgt der VfB (23,9), der an diesem Dienstag in dem brasilianischen Linksverteidiger Ailton (22) von Estoril Praia den sechsten Neuzugang in diesem Sommer nach Orel Mangala (19), Dzenis Burnic (19), Anastasios Donis (20), Chadrac Akolo (22) und Ron-Robert Zieler (28) unter Vertrag genommen hat. Orientiert sich Schindelmeiser also an RB? Funktioniert dieses Modell auch beim VfB? Eine Bestandsaufnahme.

Der Torwart:

Schindelmeiser und der Trainer Hannes Wolf hatten da ein Problem gesehen, weil es ihrer Meinung nach dem in der zweiten Liga gesetzten Mitch Langerak (28) etwas an den fußballerischen Qualitäten und an der Strafraumbeherrschung fehlt. Deshalb kam Zieler für vier Millionen Euro von Leicester City, dessen Stärken exakt in den Bereichen liegen, in denen Langerak schwächelt. Der frühere Nationalkeeper dürfte die Nummer eins werden – Baustelle personell geschlossen.

Die Abwehr:

Ailton soll einspringen, wenn Emiliano Insua einmal ausfällt. Welche Spieler die drei weiteren Stellen in der Viererkette besetzen, ist noch offen – wobei Timo Baumgartl gute Karten besitzt. Schindelmeiser tut sich wie übrigens auch manche seiner Kollegen bei anderen Vereinen schwer, Verstärkungen für die Defensive zu finden. Nur wenige brauchbare und zudem auch wirtschaftlich darstellbare Vorschläge liegen auf seinem Schreibtisch – ein Umstand, der dazu führt, dass Schindelmeiser wie schon länger angekündigt jetzt unbedingt einen Kaderplaner einstellen will. Aber auch für diesen Job sind nicht viele Kandidaten auf dem Markt. Deshalb muss der Manager in dieser am 31. August endenden Transferperiode wohl auf eine entsprechende Fachkraft verzichten und versuchen, zwei der ihm gemachten Vorschläge umzusetzen – Baustelle personell offen.

Das Mittelfeld:

Dass Christian Gentner Kapitän bleiben wird, steht praktisch fest. Aber eine Stammplatzgarantie hat er nicht mehr, denn ungewiss erscheint, ob er das laufintensive und auf hohem Tempo beruhende System von Wolf durchhalten kann. Von seiner Philosophie wird der Trainer wegen Gentner nicht abweichen, und wenn er spielt, lautet die Frage: Wer spielt neben ihm im defensiven Mittelfeld? Auch da schaut sich Schindelmeiser weltweit nach Alternativen um. Beim offensiven Part mit den beiden Außenbahnen hat Wolf dagegen die Qual der Wahl, vor allem wenn der verletzte Carlos Mané wieder fit ist. Wer dann aufläuft, hängt letztlich dann auch vom Gegner und von der jeweiligen Tagesform ab – Baustelle teilweise geschlossen.

Der Angriff:

Simon Terodde wurde in der vergangenen Saison Torschützenkönig in der zweiten Liga, Daniel Ginczek durfte vor seinen schweren Verletzungen auf eine Nominierung für die Nationalelf hoffen – noch Fragen? Die Aufgabe von Wolf wird es sein, die beiden überdurchschnittlichen Stürmer dahin zu bringen, dass sie auch zusammen im Team spielen können – Baustelle personell geschlossen.

Noch ein Monat bis Berlin. Antworten müssen her. Der Countdown läuft.

VfB Stuttgart - 1. Bundesliga

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