VfB Stuttgart Der Labbadia-Tag – was die VfB-Profis ab 7.30 Uhr leisten müssen

Klare Ansagen: Bruno Labbadia, der neue Trainer des VfB Stuttgart. Foto: Baumann/Baumann

Auf dem Trainingsplatz des VfB Stuttgart gilt seit Montag das Wort von Bruno Labbadia. Der lässt seine Spieler mitunter am frühen Morgen laufen. Wie es danach jeweils weiter geht? Wir skizzieren einen Trainingstag.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Gemeinsames Frühstück der Fußball-Profis des VfB Stuttgart? Das war zuletzt schon alles andere als ungewöhnlich. Und Bruno Labbadia, der neue Coach des Bundesligisten, ist auch längst nicht der Erste, der das eingeführt hat. Viel eher kommt einem da ein anderer mit Rettungsmission in den Sinn: Huub Stevens.

 

Als der Niederländer den VfB im Frühjahr 2014 übernahm, gab es die Präsenzpflicht vom Frühstück bis nach der Trainingseinheit am Nachmittag. Einerseits aus ganz pragmatischen Gründen. „Wir haben durchschnittlich einen jungen Kader, viele leben allein und frühstücken morgens nicht“, erklärte Stevens seinerzeit. „Ein Motor braucht aber Energie und die Energie beim Menschen ist die Ernährung. Deshalb frühstücken wir zusammen. Wenn Spieler ohne Frühstück zum Training kommen, dann kann es passieren, dass sie etwas müder sind, dadurch unkonzentriert.“ Es ging dem damaligen Coach aber auch noch um etwas anderes.

„Beim Frühstück“, sagte er, „sprechen sie miteinander. Ich hoffe, dass es manchmal auch um Fußball geht“. Ähnliches hat nun auch Bruno Labbadia im Sinn – der das Ganze aber zum Start noch verschärft hat.

Auch unter dem Hessen, der den VfB nach 2010 zum zweiten Mal in heikler Lage übernommen hat, steht derzeit ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen auf dem Plan. „Die Kommunikation ist wichtig“, sagt er, „da lege ich großen Wert drauf“. Wie einst Huub Stevens setzt er dabei unter anderem auf die Mahlzeit am Morgen – der Unterschied: Dann haben die Profis teils schon eine Einheit in den Beinen. Labbadia verlangt den Profis derzeit einiges ab, der Tagesablauf zum Start seiner Mission beginnt früh und hat es in sich. Wir skizzieren ihn.

Gemeinsames Frühstück nach dem Lauf

7.30 Uhr Fabian Wohlgemuth, der neue Sportdirektor des VfB, meinte im Scherz, er habe „ein Lächeln vermisst“ – als die Spieler die neuen Trainingspläne bekommen haben. Kein Wunder. An einzelnen Tagen geht es derzeit schon um 7.30 Uhr los. Am Dienstag war das so, an diesem Donnerstag ist es ebenfalls so: Noch vor dem Frühstück wird ein gemeinsamer Lauf absolviert. Das kennt man sonst nur aus dem Trainingslager. Das findet meist in der Sonne oder im Sommer statt. Nun müssen die Spieler bei Dunkelheit und Minusgraden ran.

8.30 Uhr Etwa eine Stunde nach dem offiziellen Start in den Tag steht das erste gemeinsame Essen an. Die Spieler und Trainer frühstücken im Clubrestaurant. Mittlerweile ist das nichts Ungewöhnliches mehr, als Huub Stevens das 2014 einführte, titelte der Boulevard: „Stuttgart isst sich stark.“ Und weiter: „Brötchen und Quark sollen im Abstiegskampf helfen.“

10 Uhr Nach dem Frühstück bereiten sich die Profis auf die erste Trainingseinheit mit Ball vor, die um 10 Uhr beginnt. Manche absolvieren eine kurze Aktivierung im Kraftraum, andere bekommen noch einen Tapeverband angelegt.

12 Uhr Nach der ersten vollständigen Einheit geht es für die VfB-Spieler zwischen 12 und 12.30 Uhr zum gemeinsamen Mittagessen. Zwischen Trainingsende und der Mahlzeit können sich einige Spieler bei je einem der insgesamt vier Physiotherapeuten des VfB behandeln lassen. Nach dem Essen haben die Spieler erneut diese Möglichkeit, es gibt aber auch Räumlichkeiten für eine kurze Mittagsruhe. Da keine strenge Präsenzpflicht herrscht, könnten die Profis in dieser Zeit auch kurz das Clubgelände verlassen – es sei denn, es stehen Besprechungen oder Einzelgespräche an.

Trainingspause ab dem 23. Dezember

15 Uhr Meist um 15 Uhr am Nachmittag beginnt die zweite Trainingseinheit des Tages. Der hohe Trainingsumfang dienst aktuell zwei Zwecken. Zum einen soll das Team fit werden und schnell in Labbadias taktische Abläufe kommen. „Die Vorbereitung ist sehr wichtig, um der Mannschaft einen Input zu geben“, sagt der Coach. Zudem will sich der Trainer zügig einen Überblick über die Leistungsstärke verschaffen – auch mit Blick auf die anstehende Transferperiode. Nach der zweiten Einheit ist das sportliche Programm offiziell beendet. Hinterher gibt es erneut die Möglichkeit für Behandlungen bei den Physiotherapeuten.

Wie lange das straffe Programm beibehalten wird, ist noch offen – vermutlich bis zur Trainingspause ab dem 23. Dezember. Danach geht es dann am 2. Januar weiter. Womöglich mit einem gemeinsamen Frühstück.

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