VfB Stuttgart Der Neustart bleibt aus

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Das Team von Huub Stevens wollte nach der Winterpause gegen Gladbach ein Zeichen setzen, verfällt beim 0:1 aber erneut in alte Muster.

Der VfB wollte gegen Gladbach ein Zeichen setzen, verfällt bei der Heimniederlage aber wieder in alte Muster. Foto: dpa 28 Bilder
Der VfB wollte gegen Gladbach ein Zeichen setzen, verfällt bei der Heimniederlage aber wieder in alte Muster. Foto: dpa

Stuttgart - Zum Schluss weht dann doch noch ein Hauch von frischem Wind durch die Mercedes-Benz-Arena. Als letzter VfB-Vertreter tritt Robin Dutt vor die Journalisten, um das 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach zu analysieren. So höflich und gelassen hat wohl noch kein Stuttgarter Sportvorstand eine Heimniederlage aufgearbeitet. Mit dem unaufgeregten Auftritt unterstreicht er seine Aussage, dass es jetzt gelte, Ruhe zu bewahren.

Mit Dutt ist beim VfB offenbar eine neue Sachlichkeit eingekehrt. Ansonsten ist aber alles beim alten – zumindest sportlich, so als hätte es gar keine Winterpause gegeben. Dass in Dutt ein neuer Sportvorstand am Werk ist, hat fürs Erste ebenso wenig Auswirkungen auf die Spielweise des Teams wie die Umstrukturierung des Vereins mit den ebenfalls in das Führungsgremium berufenen Stefan Heim und Jochen Röttgermann. Auch die leidenschaftliche Neujahrsansprache des Präsidenten Wahler verfehlte beim Team ihre Wirkung.

Im neuen Jahr sollte doch nach einer wieder einmal verkorksten Vorrunde alles besser werden beim VfB, alles auf null gestellt werden. Doch einzig die Stuttgarter Torausbeute im eigenen Stadion steht auf null – und das nun schon seit fünf Spielen.

Von Aufbruchstimmung ist beim VfB nichts zu sehen

Von Aufbruchstimmung war auf dem Rasen nichts zu sehen. Wie schon so oft in dieser Saison spielte der VfB nicht richtig schlecht, aber eben auch nicht gut genug, um ein wichtiges Spiel gegen einen keineswegs übermächtig auftretenden Gegner zu gewinnen. Es fehlte einmal mehr die Überzeugung und die Entschlossenheit. So versagten Georg Niedermeier zweimal völlig freistehend aus wenigen Metern die Nerven (52. und 90. Minute). Das erste Mal ging der Ball über das Tor, beim zweiten Mal an die Unterkante der Latte. „Darüber ärgere ich mich selbst doch am allermeisten“, sagt Niedermeier, der der Stuttgarter Niederlage ein Gesicht gibt, nachdem Patrick Herrmann einen Konter zum Gladbacher Siegtreffer abschloss (71.).

Es sagt viel über das Stuttgarter Spiel aus, dass sich einem Innenverteidiger die beiden einzigen großen VfB-Chancen eröffneten. Und dazu wurden Eckbälle benötigt. Der VfB tut sich weiterhin sehr schwer, aus dem Spiel heraus Chancen zu entwickeln.

Auch die Reaktion von Huub Stevens auf die Niederlage ist nicht neu. Der Trainer will bei der journalistischen Nachbesprechung weiterhin nicht ins taktische Detail gehen („Das bespreche ich zunächst einmal mit meinen Spielern“) und vermutet hinter mancher Frage nichts anderes als bösen Willen. Wie er es empfunden habe, dass Robin Dutt mit auf der Bank sitzt, will ein Journalist wissen. Da polterte es aus Stevens heraus: „Was wollen Sie von mir hören? Es ist doch normal, dass er auf der Bank sitzt. Diese Frage steht mir bis hier und ist lächerlich.“ Es bleibt dabei: Huub Stevens empfindet auch nach der Winterpause das journalistische Drumherum als eher störend.

Nicht nur in in der Pressekonferenzsaal, auch auf den Rängen hat sich im neuen Jahr nichts verändert. Der VfB spielt auch beim mit Spannung erwarteten Rückrundenauftakt nicht in einem ausverkauften Stadion. 46 200 lautet die offizielle Zählung, die größere Lücken in der Mercedes-Benz-Aren mit sich bringt.

Dass beim VfB alte Muster weiter Bestand haben, ist aber zumindest in einem Bereich ein Vorteil. Unbeirrt standen nämlich die Fans auch am Samstag hinter ihrer Mannschaft und feuerten sie an, anstatt sie auszupfeifen. Wenn die Stimmung so bleibt, könnte das noch ein großer Vorteil im Abstiegskampf werden, der in dieser Woche gleich zwei Spiele für den VfB bereithält. Am Mittwoch tritt die Mannschaft beim 1. FC Köln an, ehe der FC Bayern am Samstag ein Gastspiel gibt. Und dann wird es wohl zu einem echten Novum kommen, wenn das Stuttgarter Stadion zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft ist.

 

Mit dieser Aufstellung spielte der VfB: Ulreich - Schwaab (78. Kostic) , Baumgartl , Niedermeier , Hlousek - Oriol Romeu - Klein , Leitner (74. Maxim), Gentner , Ti. Werner (69. Ibisevic) - Harnik