VfB Stuttgart Der VfB und die drei Fragezeichen

Der Kapitän geht voran: Christian Gentner will die VfB-Mannschaft nach einem Zwischentief wieder in die Erfolgsspur führen. Foto: dpa
Der Kapitän geht voran: Christian Gentner will die VfB-Mannschaft nach einem Zwischentief wieder in die Erfolgsspur führen. Foto: dpa

Dresden, München, Karlsruhe – für denVfB Stuttgart beginnt die Woche der Klarheit in der zweiten Fußball-Bundesliga an diesem Sonntag mit Ungewissheiten.

Sport: Carlos Ubina (cu)
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Stuttgart - Drei Spiele ohne Sieg liegen hinter dem VfB Stuttgart – und drei Spiele in den nächsten acht Tagen vor ihm. Die Woche der Klarheit könnte es also für den Tabellenzweiten der zweiten Liga werden, wenn es an diesem Sonntag nach der Länderspielpause gegen Dynamo Dresden weitergeht. Doch bevor es die wahren Antworten auf dem Fußballplatz gibt, drängen sich erst einmal drei Fragen auf.

Wie kommt das Team aus dem Tief?

Mit Vertrauen. Das ist ganz klar Jan Schindelmeisers Überzeugung. Schon nach der 0:1-Niederlage in Fürth vor zwei Wochen begann der VfB-Manager damit, erst gar keine Krisenstimmung aufkommen zu lassen. Und jetzt vor dem Heimspiel gegen Dresden stärkt er die Mannschaft, wo er nur kann. „Wir vertrauen unseren Jungs zu hundert Prozent“, sagt Schindelmeiser, der auch davon spricht, dass die Spieler die nächsten Aufgaben als „Herausforderung und nicht als Bedrohung“ verstehen sollen.

Couragiert sollen die Stuttgarter die Chance ergreifen, wieder in die Bundesliga aufsteigen zu können. Denn noch immer ist die Ausgangssituation sehr gut. Entschlossen sollen sie auch nach vorne blicken im Saisonendspurt und nicht über verpasste Möglichkeiten in der Vergangenheit grübeln. „Es interessiert nicht, was vor acht Tagen, acht Wochen oder acht Monaten war“, sagt Schindelmeiser, der überhaupt nicht die Zeit für Generalanalysen oder gar Fundamentalkritik gekommen sieht.

Im Moment interessiert nur Dynamo, nicht der TSV 1860 München anschließend am Mittwoch oder der Karlsruher SC am Sonntag danach. Ausnahmslos um Dresden sollen sich die Gedanken drehen – die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus, die ihre Chance wittert, noch einmal an die Aufstiegsplätze herankommen zu können. Weshalb Schindelmeiser eine enge Partie erwartet, aber ebenso ein verdammt knappes Aufstiegsrennen. „Der mentalen Verfassung der Spieler wird deshalb eine besondere Bedeutung zukommen“, sagt der Manager.

Was macht der Trainer?

Grundsätzlich nichts anderes als zuvor. Hannes Wolf (im Bild) brennt – und der Coach will dieses innere Feuer wieder in der Mannschaft entfachen. Allerdings nicht mit simplen Motivationstricks, sondern mit umfassender Trainingsarbeit. Ein Schwerpunkt war dabei zuletzt, wie der VfB wieder besser in die Spiele kommt. Nicht wie gegen Bochum und in Fürth, als die Stuttgarter wiederholt, aber eigentlich untypisch für sie schlecht starteten. „Es war der Anspruch, auch in den Trainingsspielen sofort auf Topniveau zu sein und sich keine Anlaufzeit zu gönnen“, sagt Wolf.

Kein Zögern, keine Unachtsamkeit, kein Stellungsfehler war geduldet. Geklappt hat es „meistens“ ganz gut, wie Wolf sagt. Doch gegen den starken Tabellenfünften aus Sachsen sieht der Trainer sein Team natürlich noch mehr gefordert. In allen Bereichen. Aus diesem Grund war der 35-Jährige in den vergangenen Tagen auch immer darauf Bedacht, Sicherheit zu vermitteln, um dadurch wieder an Stabilität zu gewinnen.

„Das erreichst Du aber nur über viele gelungene Aktionen und nicht durch Passivität“, sagt Wolf, der es im Augenblick nicht für den wesentlichen Punkt hält, ob er in der Abwehr eine Dreier- oder Viererkette formiert. Die taktischen Veränderungen seien auch bei der Niederlage in Fürth nachgeordnet gewesen. „Wir brauchen jetzt die Topform und die Qualität der Spieler“, sagt der Trainer. Was jedoch nichts daran ändert, dass er weiter auf einen variablen Fußball setzt.

Wie nervös ist das Umfeld?

Schon ein wenig. Und sollte der VfB schlecht in die Woche der Wahrheit starten, dann dürfte die Unruhe zunehmen. Doch so weit soll es ja nicht kommen, weshalb alle gespannt sind: die Spieler, die Verantwortlichen, die Fans. Wie ein Finale wollen die Stuttgarter die Begegnung mit Dynamo angehen, auch wenn der Manager Jan Schindelmeiser betont, dass sich in den nächsten drei Spielen nichts entscheidet.

Doch die Möglichkeiten, Punktverluste in der Tabelle zu korrigieren, reduzieren sich. Das erhöht den Druck für das Team – und steigert die Spannung bei den Anhängern. Ein Grund, warum sie weiter ins Stadion strömen. Eine mit 58 000 Zuschauern ausverkaufte Arena erwarten die Stuttgarter nun gegen Dresden – und eine außergewöhnliche Stimmung. „Wir wollen, dass die Leute mit einem guten Gefühl ins Stadion kommen und mit einem noch besseren nach Hause gehen“, sagt Schindelmeiser.

Doch manche Zuschauer kommen nach den letzten Ergebnissen mit einem mulmigen Gefühl, weil sie der VfB in den vergangenen Jahren stets auf emotionale Achterbahnfahrten mitgenommen hat. Rauf und runter ging es – oder wie der im vergangenen September verpflichtete Trainer Hannes Wolf mit Blick auf die reizvolle Woche sagt: „In dem Moment, in dem Du ja zum VfB sagst, buchst Du auch so eine Woche.“




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