VfB Stuttgart Wohin das Geld fließen soll

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„Wir haben in vielen Bereichen den Anschluss verloren“, sagt der Präsident. Und Finanzchef Heim geht zwar davon aus, dass der VfB die Lizenz für die kommende Saison auch ohne eine Neustrukturierung ohne Auflagen bekommt, er rechnet aber auch vor: „Durch die Abwärtsspirale der vergangenen Jahre hat der Club ungefähr 100 Millionen Euro verloren.“ Aus eigener Kraft sei das nicht mehr aufzuholen. Um sich nach einem möglichen Aufstieg dennoch wieder zügig im Oberhaus etablieren zu können, „brauchen wir eine Anschubfinanzierung“. Denn nur durch sportlichen Erfolg würden sich andere „Effekte“ und „Mehrerlöse“ (TV-Gelder, Sponsoringerlöse, Spielerwerte) ergeben. „Der 1. Juni kann den Verein in die Lage versetzen, wieder agieren zu können“, ergänzt Dietrich. Viele Mitglieder allerdings fürchten, dann eben nicht mehr aktiv das Geschehen ihres Lieblingsclubs mitbestimmen zu können.

Es gibt in der Branche zwar viele Experten, die meinen, der VfB hätte den Schritt zur Ausgliederung schon lange – etwa in der Euphorie um die Meisterschaft 2007 – gehen sollen. Die Angst vor der Machtübernahme der Investoren prägt aber ebenso die emotional geführte Diskussion über die Ausgliederung. Darüber hinaus ist viel Vertrauen verloren gegangen in den vergangenen Jahren. Denn: Immer dann, wenn der Club – zum Beispiel durch Transfereinnahmen – über viel Geld verfügte, wurde es ausgegeben, ohne dass sich der Erfolg verstetigt hätte. Passiert das erneut, wäre auch dieses Pulver verschossen. Und wer garantiert schon, dass über Weiterverkäufe der Anteile nicht ungebetene Gäste ins Haus kommen?

Letztere Sorge können entsprechende vertragliche Passagen nehmen. Zudem setzen die Verantwortlichen darauf, in den vergangenen Monaten Vertrauen zurückgewonnen zu haben. Präsident Dietrich verspricht, das frische Geld „zu 100 Prozent“ in den Sport stecken zu wollen. Gemeint sind neben dem Profikader auch Investitionen in die Verbesserung der Trainingsbedingungen und die Möglichkeit, Talente länger an den VfB binden zu können als es zuletzt oft der Fall war. Und auch die Mitbestimmung der Mitglieder, versichern die VfB-Granden, leide nicht.




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