VfB Stuttgart Die Auswärtsdauerkarte – rar und begehrt

Der VfB-Block in Heidenheim vor zwei Wochen – mit einem Banner zum 18-jährigen Bestehen der Ultra-Gruppierung Schwaben-Kompanie Foto: imago/Michael Weber

Die Warteliste ist lang, die Wiederkaufquote sehr hoch: Wie der VfB zu einer möglichen Erhöhung oder Reduzierung der Auswärtsjahreskarten steht – und warum eine Personalisierung der Tickets nicht kommen wird.

Sport: David Scheu (dsc)

Wenn der VfB Stuttgart am 12. Januar beim FC Augsburg ins neue Bundesliga-Jahr startet, wird das Bild im Gästeblock ein gewohntes sein. Alles voll, kein freier Platz, in diesem Fall rund 3000 Fans. Die Nachfrage nach Auswärtstickets ist beim Erstligisten aus Bad Cannstatt zwar schon länger auf einem hohen Niveau, hat in den vergangenen eineinhalb Jahren parallel zum sportlichen Höhenflug aber nochmals merklich angezogen. Ein Indiz: Für Spiele wie in Augsburg mit einer eher geringen Kapazität gibt es in dieser Saison nur noch ein Ticket pro Mitglied und nicht mehr wie bisher üblich zwei, um möglichst vielen den Stadionbesuch zu ermöglichen. Viele Interessierte gehen in den Bewerbungsrunden trotzdem leer aus.

 

Eine Gruppe muss sich mit solchen Themen indessen nicht befassen: die rund 400 Inhaber einer VfB-Auswärtsdauerkarte, denen für jedes Stuttgarter Auswärtsspiel ihr Ticket sicher ist. Dieses Vorkaufsrecht hat zuletzt nochmals deutlich an Reiz gewonnen – aus zwei Gründen: Zum einen durch neue Bundesligisten mit kleinen Stadien und Gästeblöcken wie etwa der 1. FC Heidenheim, Holstein Kiel oder der FC St. Pauli. Zum anderen durch den Einzug des VfB in die Champions League. Denn auch hier gilt die Auswärtsdauerkarte für die Partien in der Fremde, die immens begehrt sind.

Deckelung der Anzahl vor einigen Jahren

Zwei Beispiele: Für die Partie bei Real Madrid (1:3) waren rund 40 000 Anfragen eingegangen für nicht einmal ein Zehntel an Karten, für das Spiel bei Slovan Bratislava am 21. Januar gibt es aufgrund der kleinen Kapazität (1125 Gästekarten) gar keinen Mitgliederverkauf – mehr ein Drittel des Kontingents ist bereits für die Inhaber von Auswärts-Jahreskarten reserviert.

Das nächste Auswärtsspiel führt den VfB am 12. Januar in die WWK-Arena zum FC Augsburg. Am rechten Bildrand: der Gästebereich. Foto: imago//Tim Rehbein/RHR-FOTO

Dass diese nachgefragt sind, überrascht daher nicht wirklich. Fast alle werden Sommer für Sommer verlängert, nur wenige Inhaber springen ab. So braucht es auf der anderen Seite viel Geduld auf der Warteliste, die der VfB seit der Deckelung der Zahl der Auswärtsdauerkarten vor einigen Jahren führt und über deren Umfang keine konkreten Angaben kommuniziert werden. Das Prinzip jedenfalls ist das in diesem Fall übliche: Wer am längsten auf der Liste steht, rückt im Fall eines frei werdenden Platzes nach.

Eine kleine Chance bleibt damit für alle wartenden Interessierten. Denn eine Änderung der Anzahl an Auswärtsdauerkarten ist dem VfB zufolge künftig nicht vorgesehen. Es soll keine Reduzierung geben, indem frei werdende Plätze nicht wieder an Nachrücker vergeben werden würden. Zugleich steht aber auch keine Erhöhung über das derzeitige Kontingent hinaus im Raum.

Ebenfalls nicht kommen wird eine Personalisierung der Tickets, was schon in rein praktischen Aspekten begründet liegt: Die Einlasskontrolle in fremden Stadien liegt nicht in den Händen des VfB, sondern einzig in denen des Heimvereins. So können die Inhaber einer Auswärtsdauerkarte ihr Ticket auch künftig von Fall zu Fall an andere weitergeben. Theoretisch zumindest. In der Praxis werden die Tickets von den Inhabern aber in aller Regel selbst genutzt.

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