Seit Jahren kennt die Mitgliederzahl des VfB Stuttgart nur eine Richtung: Sie steigt und steigt – und hat nun eine neue Marke übersprungen. Nachdem erst Anfang Mai die Zahl von 100 000 erreicht worden war, vermeldet der größte Verein Baden-Württembergs jetzt 110 000 Clubmitglieder.
Der Blick zurück zeigt, dass der Anstieg über die Jahre in verschiedenen Phasen und Schüben verlaufen ist. Erstmals merklich nach oben ging es zur Zeit der Jungen Wilden und der fünften Deutschen Meisterschaft, als es zwischen 2003 und 2008 fast zu einer Versechsfachung kam – von 7800 auf 45 100. Es folgte eine Zeit der Stagnation bis 2015 (43 700), ehe die Zahlen wieder anzogen und von einem Höchststand zum nächsten kletterten.
Das hat natürlich in erster Linie mit dem Vorkaufsrecht auf Tickets zu tun, das man sich mit dem Jahresbeitrag von 60 Euro für einen Erwachsenen sichert. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es als Nicht-Mitglied inzwischen kaum noch die Möglichkeit zum Kartenerwerb, selbst Vereinsmitglieder brauchen das nötige Glück.
Rund 13 200 Tageskarten in der kommenden Saison
Das zeigt auch der Blick auf die verfügbaren Tageskarten in der kommenden Saison in der MHP-Arena mit ihren 60 058 Plätzen: 36 300 davon sind durch Dauerkarten bereits belegt, 4500 weitere zählen zum hochpreisigen VIP-Bereich, 6000 zum Gäste-Kontingent mit seinen zehn Prozent der Gesamtkapazität. Damit bleiben rund 13 200 Tickets für den Tageskartenverkauf, denen gut achtmal so viele Mitglieder gegenüberstehen.
Insbesondere bei attraktiven Heimspielen und Auswärtspartien mit geringen Kapazitäten im Gästeblock dürfte damit die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches übersteigen. Um den Verkauf gerechter zu gestalten, will der VfB bei solchen Spielen ein Losverfahren unter Mitgliedern einsetzen – dieses wird erstmals für das Spiel um den Supercup bei Bayer Leverkusen am 17. August (20.30 Uhr) zur Anwendung kommen, wobei die Bewerbungsphase hierfür noch bis kommenden Montag läuft.
Bei anderen Spielen will der VfB dagegen weiterhin mit der virtuellen Warteschlange verfahren, bei der Mitglieder vor dem Verkaufsstart einen Platz zugelost bekommen. Neu ist hier allerdings im Vergleich zur Vorsaison, dass jedes Mitglied einen personalisierten Einwahllink per Mail erhält und sich nicht mehr mit mehreren Endgeräten einwählen kann zur Steigerung der persönlichen Chancen.