VfB Stuttgart Die Roten wollen mehr auf eigene Talente setzen

Von red/dpa 

Der VfB Stuttgart wartet sehnlichst auf neue Eigengewächse im Bundesligakader. VfB-Präsidiumsmitglied Thomas Hitzlsperger bekräftigt den Wunsch, wieder mehr auf eigene Talente zu setzen.

Thomas Hitzlsperger will die Jugendarbeit beim VfB wieder in den Vordergrund rücken. Foto: Pressefoto Baumann
Thomas Hitzlsperger will die Jugendarbeit beim VfB wieder in den Vordergrund rücken. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat sein Ziel untermauert, wieder mehr Talente aus dem eigenen Nachwuchs in die Profimannschaft zu integrieren. Der Verein sei stolz darauf, dass im deutschen WM-Kader für Russland sechs Spieler stehen, die ursprünglich aus der VfB-Jugend kommen, sagte am Donnerstag VfB-Präsidiumsmitglied Thomas Hitzlsperger. „Und wir haben auch den Anspruch, das so fortzuführen“, erklärte der frühere Nationalspieler rund 100 Tage nach seinem Antritt als Leiter des VfB-Nachwuchsleistungszentrums.

Der Tabellensiebte der abgelaufenen Saison will sich damit nicht nur sportlich besser aufstellen, sondern auch die Identifikation der Fans mit dem Team erhöhen. Die sei bei Spielern aus der Region oft noch größer als mit solchen, die von außen dazu kämen, sagte Hitzlsperger.

Vormachtstellung in der Jugendarbeit

Der VfB habe in der Jugendarbeit aber nicht mehr die Vormachtstellung wie vor zehn oder 15 Jahren, betonte der 36-Jährige, der mit dem VfB 2007 deutscher Meister war. „Das liegt daran, dass die Konkurrenzsituation mit anderen Clubs heute größer ist“, meinte er zwei Tage vor der VfB-Mitgliederversammlung am Sonntag (13.00 Uhr).

Die ehemaligen VfB-Talente im WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw sind Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Sami Khedira, Sebastian Rudy, Mario Gomez und Timo Werner. Gomez kehrte im Winter nach Stuttgart zurück. Aus dem aktuellen Bundesligakader von Trainer Tayfun Korkut sieht Hitzlsperger im 22 Jahre alten Innenverteidiger Timo Baumgartl einen möglichen kommenden Nationalspieler. „Ich traue ihm das zu. Aber dafür muss er sehr hart arbeiten“, sagte er.

Fehlende Kontinuität in der Vereinsführung

Dass VfB-Talente zuletzt schon früh zu anderen Vereinen gewechselt seien, habe auch mit der fehlenden Kontinuität in der Vereinsführung, dem Management oder dem Nachwuchsleistungszentrum zu tun, räumte Hitzlsperger ein. Daher hoffen die Stuttgarter darauf, mit der neuen Führung um Präsident Wolfgang Dietrich und Sportvorstand Michael Reschke auch dauerhaft wieder mehr Ruhe im Club zu haben.

Neben den jüngsten strukturellen und personellen Veränderungen in der Nachwuchsabteilung will Hitzlsperger noch mehr auf die individuellen Fähigkeiten der Talente achten. Er sei sehr optimistisch, dass der VfB in der kommenden Saison mit der U17 und der U19 wieder zwei sehr gute Mannschaften mit interessanten Einzelspielern haben werde.