VfB Stuttgart „Die Stimmung wird kochen“: Chris Führich über Porto und seine Ziele

Chris Führich bejubelte den Schlusspfiff nach dem 1:0 gegen RB Leipzig von der Bank aus. Foto: Baumann/Julia Rahn

Der Flügelstürmer des VfB blickt voraus auf die Atmosphäre in Portugal – und spricht über die deutsche Nationalelf sowie die Zielsetzung im Bundesliga-Saisonfinale.

Sport: David Scheu (dsc)

Vielleicht kam der Überraschungseffekt ja dadurch zustande, dass sich Chris Führich in einem für ihn eher untypischen Raum aufhielt. Der Flügelstürmer des VfB Stuttgart hatte die Außenbahn verlassen, war weit ins Zentrum eingerückt, lauerte und spekulierte – letztlich erfolgreich: Der Leipziger Torhüter Maarten Vandevoort servierte dem Stuttgarter im Aufbau den Ball direkt vor die Füße, dann ging alles ganz schnell: ein kurzer Blick in die Tiefe, ein Steilpass auf Deniz Undav, der wie zuletzt so oft die Nerven behielt und den entscheidenden Treffer zum 1:0-Heimsieg markierte (56.). „Ich habe ein bisschen spekuliert“, berichtete Führich im Anschluss über den entscheidenden Ballgewinn im Topspiel. „Ich glaube, er sieht mich nicht, weil ich im Rücken des Leipzigers bin. Er spielt den nicht gut raus, dann ging es ganz schnell.“

 

Es war die vierte Torvorlage des Stuttgarter Außenstürmers in dieser Bundesliga-Saison – und dass er alle nach der Winterpause beisteuerte, verdeutlicht den Trend bei Führich. Nach einer nicht zufriedenstellenden Hinrunde mit wenigen Startelf-Einsätzen hat der Tempodribbler wieder zurückgefunden zu alter Stärke. Er sucht den Weg nach vorne, traut sich in Eins-gegen-eins-Duelle, verliert aber zugleich selten den Ball. Ein Indiz: Gegen RB kam der 28-Jährige auf eine Passquote von 91 Prozent – womit er sich sogar knapp vor Angelo Stiller einreihte, der diese Statistik beim VfB sonst in schöner Regelmäßigkeit anführt.

Chris Führich: „Wollen alles geben, um unter den Top 4 zu sein“

Und da sich die Dinge im Profifußball eben schnell ändern können, fiel Führichs Name zuletzt immer wieder rund um das Thema deutsche Nationalmannschaft. Hat der Stuttgarter am Donnerstag Aussichten auf eine Nominierung für die Länderspiele in der Schweiz (27. März) und in Stuttgart gegen Ghana (30. März) sein? Führich selbst schiebt das Thema beiseite: „Ich konzentriere mich einfach voll und ganz auf meine Leistung hier. Ich bin froh, dass ich 2026 wieder voll in Form gekommen bin. Und diese Form möchte ich einfach halten und noch weiter verbessern. Und was am Ende kommt, das kommt.“

Entscheidende Akteure gegen Leipzig: Vorlagengeber Chris Führich und Torschütze Deniz Undav Foto: Baumann/Volker Mueller

Führichs Fokus ist und bleibt beim VfB – und auf der nächsten Aufgabe, die am Tag der Nominierung ebenfalls am Donnerstag ansteht: das Rückspiel in der Europa League beim FC Porto (21 Uhr), in dem die Stuttgarter den 1:2-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen wollen. Dass es im Drachenstadion hitzig werden wird, liegt nach dem emotionalen ersten Aufeinandertreffen auf der Hand. „Die Stimmung in Porto wird sehr kochen“, sagt Führich. „Aber wir haben richtig Bock darauf. Wir werden alles reinhauen und wollen 110 Prozent geben.“ Dabei wolle man das eigene Spiel durchziehen und sich nicht zu sehr von Nebenschauplätzen beeinflussen lassen.

Klar ist: Der VfB geht mit Rückenwind in die Partie beim Tabellenführer der ersten portugiesischen Liga, wobei Führich nach dem Sieg im Topspiel gegen RB Leipzig auch keinen Hehl mehr aus den Bundesliga-Ambitionen macht. „Wir haben auf jeden Fall das Zeug, die Top 4 zu erreichen“, sagt der Außenspieler der Stuttgarter, die nun drei Punkte Vorsprung auf den fünften Platz und RB haben. Man habe gegen einen direkten Konkurrenten gepunktet und wolle jetzt da oben bleiben: „Das ist am Ende auch ein Ziel. Wir wollen alles dafür geben, am Ende unter den Top 4 zu sein. Heute haben wir einen guten Schritt gemacht.“ Auch dank Führich und seiner etwas überraschenden Torvorlage aus dem Zentrum heraus.

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