VfB Stuttgart Die VfB-Bosse wollen den Kader nachbessern

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Beim VfB Stuttgart sieht man sich mit Blick auf die Winter-Transferperiode nach Spielern für Mittelfeld und Angriff um. „Wir müssen etwas tun“, sagt der Präsident Wolfgang Dietrich.

Präsident Wolfgang Dietrich (links) und Manager Michael Reschke halten nach neuem Personal für den VfB Stuttgart Ausschau. Foto: Baumann 10 Bilder
Präsident Wolfgang Dietrich (links) und Manager Michael Reschke halten nach neuem Personal für den VfB Stuttgart Ausschau. Foto: Baumann

Stuttgart - Dieser Tage erfreut sich mit Blick auf die so glorreiche Rückrunde der Vorsaison, welche der VfB hinter dem FC Bayern als Zweiter abschloss, die Vokabel „überperformen“ überragender Beliebtheit. Auch der Stuttgarter Präsident Wolfgang Dietrich nimmt sie in den Mund – und auch sein Sportchef Michael Reschke benutzt sie gerne. Gemeint ist damit angesichts einiger glücklicher Siege aus der Vorsaison – etwa die in Köln, in Leverkusen sowie den zuhause gegen Hoffenheim – die naheliegende Vermutung, die Stuttgarter hätten zwischen Februar und Mai unter dem Trainer Tayfun Korkut mehr oder weniger deutlich über ihren Verhältnissen ­gespielt.

Stimmt diese These, so besaßen die VfB-Spieler als Kollektiv also nicht die Qualität, wie sie Tabellenplatz sieben am Saisonende vermuten ließe. Ist der durch Reschke in der Sommerpause rege verstärkte Kader aber andererseits so schlecht, wie die Mannschaft aktuell spielt? „Der VfB besitzt ein großes Potenzial und dürfte eigentlich mit dem Abstieg nichts zu tun haben“, sagte etwa Lothar Matthäus, der in Sinsheim vor Ort war. Mit dieser These ist der Rekordnationalspieler bei weitem nicht der einzige Experte, der so denkt.

Michael Reschke will nachbessern

Auch Michael Reschke stimmt Matthäus trotz des total missratenen Saisonstarts weiter zu: „Wir sind weit davon entfernt, den Kader so zu bewerten, wie es das Tabellenbild hergibt“, sagte der 61-Jährige trotz der deftigen Klatsche von Hoffenheim. Eine Niederlage, nach der er selbst allerdings den Klassenverbleib zum obersten Saisonziel der Stuttgarter erklärt hat. Denn auch Reschke hat angesichts der prekären Lage die Notwendigkeit erkannt, den VfB-Kader im Winter nachzubessern.

„Es ist ein Bestandteil des Geschäfts, dass man nachjustieren muss“, sagt Reschke, der den Anschein vermeiden möchte, ihn selbst hätten inzwischen erste Zweifel am eigenen Handeln auf dem Transfermarkt beschlichen. Unstrittig ist, dass man beim VfB schon länger vorhatte, das noch zur Verfügung stehende Geld im Winter in neue Spieler zu investieren. Klar ist aber auch, dass die Dringlichkeit zu weiteren Verpflichtungen in den vergangenen Wochen immens gestiegen ist. Und dies nicht nur, weil der neue Trainer Markus Weinzierl in Bezug auf das kickende Personal natürlich auch eigene Vorstellungen hat.

Dietrich: „Wir wissen, wie ernst es ist“

„Es sind Überlegungen im Gange, wie wir nachlegen“, sagt Reschke, was angesichts der aktuellen Stuttgarter Pläne doch recht verhalten klingt. Der Präsident wird da deutlicher: „Wir werden im Winter was tun müssen. Ganz klar“, erklärte Wolfgang Dietrich am Sonntag beim Fußballtalk „Doppelpass“ auf Sport 1: „Wir hatten die Plätze neun bis 13 als ursprüngliches Saisonziel. Jetzt gilt es, die Klasse zu halten. Wir wissen, wie ernst es ist.“

Also haben die Clubbosse längst vor, für das Mittelfeld und den Angriff neue Spieler zu holen. Zuvor sollen aber noch die Partien gegen Frankfurt und Nürnberg sowie die Fortschritte der Rekonvaleszenten wie Daniel Didavi und Anastasios Donis abgewartet werden. Dann geht die Liga Mitte November in die letzte Länderspielpause des Jahres. Diese Zeit soll im Kreise der VfB-Vereinsführung dafür genutzt werden, um eine Bedarfsanalyse zu erstellen. Danach soll Reschke erneut auf Einkaufstour gehen.