Das Team von Nico Willig scheidet gegen den 1. FC Köln aus der Endrunde um die deutsche Meisterschaft aus – nach einem äußerst unglücklichen Spielverlauf. Stürmer Eliot Bujupi muss bei seinem Comeback direkt wieder vom Feld.
Es war eine Saison mit vielen emotionalen Höhepunkten für die U 19 des VfB Stuttgart – das Ende aber hätte bitterer kaum sein können. Das lag nicht nur am Ausscheiden im Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft, sondern vor allem an der Chronologie des Nachmittags. Mit 3:0 hatte das Team von Trainer Nico Willig gegen den 1. FC Köln bereits nach neun Minuten geführt durch einen Hattrick von Flügelstürmer Salvatore Mule und wie der sichere Sieger ausgesehen. Es kam anders, mit ganz späten Toren für die Kölner: In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit glich der FC zum 3:3 aus, in der letzten Minute der Verlängerung traf er zum 4:3.
Wie es zur Wende kam, die sich anfangs ganz und gar nicht angedeutet hatte? „Es ist schon so, dass eine Jugendmannschaft mal ihren Faden verlieren kann. Das ist uns heute leider passiert in der zweiten Halbzeit“, sagte Willig. In dieser Spielhälfte habe seine Mannschaft nicht die Selbstverständlichkeit und Ruhe am Ball wie in den starken ersten 30 Minuten an den Tag gelegt: „Wir sind zu hektisch geworden.“
Strittige Entscheidungen
Dennoch fing sich der VfB, hatte in der Verlängerung die Chance auf das 4:3 durch Kenny Freßle nach einem schnell ausgespielten Konter. „In der Verlängerung waren wir eigentlich die bessere Mannschaft, das Spiel ging in unsere Richtung“, so Willig, der auch mit der einen oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung haderte. Das dritte Tor der Kölner sei entstanden nach „einem echt zweifelhaften Freistoß, der zu der großzügigen Linie des Schiedsrichters nicht gepasst hat.“ Als der eingewechselte Stuttgarter Deli Hajdini kurz darauf im Strafraum zu Fall kam, blieb die Pfeife stumm. Ein Elfmeter? „Ich finde schon“, sagte Willig. „Er zieht ihn, er schubst ihn, es ist einfach viel. Viel mehr als beim Freistoß-Pfiff vor dem 3:3 für Köln.“
Für Nico Willig und die U19 ist die Saison beendet. Foto: Baumann
Letztlich blieb es beim 4:3 für die Kölner vor 400 Zuschauern im Robert-Schlienz-Stadion – darunter auch VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle, VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und der deutsche U-19-Nationaltrainer Hanno Balitsch. Für den FC um Trainer Stefan Ruthenbeck, in der Saison 2017/18 auch mal ein halbes Jahr Chefcoach der Kölner Profis, geht es nun am kommenden Wochenende im Viertelfinale weiter.
Der VfB musste indessen nicht nur das Aus verdauen, sondern auch während des Spiels einen Rückschlag personeller Natur hinnehmen. Das Comeback von Mittelstürmer Eliot Bujupi nach einer wochenlangen Oberschenkelverletzung war nach wenigen Minuten schon wieder beendet: Der Nationalspieler Kosovos griff sich an eben jenen Oberschenkel, blieb auf dem Boden sitzen und musste direkt wieder ausgewechselt werden. Voreilig war der Einsatz dabei eigentlich nicht gewesen, wie Willig betonte: „Er trainiert seit mehreren Wochen und wurde freigegeben für uns für eine Spielzeit von 20 Minuten. Das war kalkuliert als erster Schritt nach der längeren Verletzung.“ Eine Diagnose steht noch aus.
Gefordert sind Bujupi und der VfB jetzt fürs Erste nicht mehr: Die Saison ist nach dem Aus gegen die Kölner für die Stuttgarter U19 beendet. Dabei hatte die Mannschaft insbesondere auf internationale Bühne für eine Menge positive Schlagzeilen gesorgt und war in der Youth League nach Siegen gegen den FC Liverpool und Sporting Lissabon bis ins Viertelfinale eingezogen.